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Bergamo

Bergamo
Die Piazza Vecchia im Zentrum der Oberstadt von Bergamo
Foto: Andrea Bertinotti

Bergamo in Kürze:

  • geographische Lage: im Alpenvorland, zwischen den Flüssen Brembo und Serio, die Altstadt befindet sich auf einem Hügel
  • Hauptstadt der gleichnamigen Provinz Bergamo
  • Region: Lombardei
  • Höhe über dem Meeresspiegel: 249 m
  • Einwohner: 121.000
  • Ausländeranteil: 16,2%
  • Wirtschaft: Nahrungsmittel- und metallverarbeitende Industrie, Baugewerbe, Tourismus
  • Lebensstandard: zweitreichste Stadt Italiens (nach Mailand)
  • Autokennzeichen: BG

Zur besseren Orientierung:

Bergamo, Italien
Bergamo und die Lombardei
Bergamo
Die mächtigen venezianischen Stadtmauern, die die Oberstadt umgeben
Foto: Ago76

Was man über Bergamo wissen sollte:

Bergamo ist eine zweigeteilte Stadt: der eine Teil, die Oberstadt (Bergamo alta), liegt auf einem Hügel, der andere, die Unterstadt (Bergamo bassa), im Flachland. Diese zwei Seelen der Stadt sind verschieden, aber dennoch miteinander verbunden. Die Oberstadt stellt den historischen Teil dar, wo sich zwischen dem 6. und dem 4. Jh. v.Chr. die Kelten ansiedelten und wo sich später der Stadtkern entwickelte. Der Ursprung des Namens der Stadt ist übrigens germanisch: er geht zurück auf die beiden Bestandteile "Berg" und "Heim". Noch klarer wird das, wenn man die dialektale Version des Stadtnamens ("Bèrghem") betrachtet.

Die Oberstadt wird im Laufe der Geschichte zunächst eine römische Stadt (Municipium), später, nach dem Fall des römischen Reiches, wird sie zuerst von den Langobarden und dann von den Franken erobert. Zwischen 1000 und 1300 wird Bergamo Bischofsstadt und schließlich eine freie Stadt. Auf diese Zeit gehen zahlreiche historische Gebäude der Stadt zurück, wie der Justizpalast (Palazzo della Ragione) und die Basilika Santa Maria Maggiore.

Ab dem Jahr 1428 beginnt Venedig nach und nach große Teile der Lombardei zu erobern und so wird auch Bergamo ein Teil der Republik "Serenissima". Die Beziehungen zwischen den beiden Stästen ist sehr eng, was sich auch im heutigen Stadtbild niederg eschlagen hat: Zwischen 1561 und 1588 werden die mächtigen Befestigungsmauern errichtet, die heute die Oberstadt von der Unterstadt trennt. Bergamo wird in jener Zeit auch zu einem wichtigen Knotenpunkt des Handels mit dem Veltlin-Tal, der Schweiz und Mitteleuropa.

Im Jahr 1797 setzt Napoleon der venezianischen Herrschaft ein Ende, wird aber bereits 1814 von der österreichischen Herrschaft wieder abgelöst, unter der Bergamo an das lombardische Eisenbahnnetz angeschlossen wird.
Bergamo
"Bèrghem" ist die dialektale Version von Bergamo
Foto: Goldrian

Bergamo: "Citta dei Mille"

In Italien kennen alle den Beinamen von Bergamo: "Città dei Mille" ("Stadt der Tausend", siehe auch das Straßenschild oben). Dieser Name geht auf das Jahr 1860 zurück, als Giuseppe Garibaldi (dessen Portrait man ebenfalls auf dem Straßenschild sehen kann), um den Einigungsprozess Italiens zu beschleunigen, mit etwa 1000 Freiwilligen, die voller Enthusiasmus, aber mehr schlecht als recht bewaffnet und ausgerüstet waren, zu einer tollkühnen Aktion aufbrach, die ihn in die Annalen der Geschichte eingehen lassen sollte. Er schiffte sich mit seiner kleinen Privatarmee in Genua ein, um in Sizilien zu landen und von dort Schritt für Schritt Italien von unten nach oben zu erobern, gegen alle lokalen Widerstände und alle ausländischen Herrschaftsansprüche. Eine gewagtes Unternehmen, das zwar nur halb gelang, aber dennoch einen entscheidenen Beitrag zur Gründung des italienischen Staates (1861) leistete. Es waren zwar nur 180 der 1000 Freiwilligen, die aus Bergamo kamen, aber die Stadt ist natürlich stolz auf ihren Beinamen "Stadt der Tausend".
Bergamo
Der Palazzo Nuovo an der Piazza Vecchia, der heute die Stadtbibliothek beherbergt
Foto: Giorces

Die Entstehung der modernen "Unterstadt"

Seit Anfang des 19. Jahrhunderts beginnt sich unterhalb der Mauern die Unterstadt (Bergamo bassa) zu entwickeln, mit neuen Stadtvierteln, die sich auch heute noch ausdehnen und neuen Infrastrukturen. Die beiden Stadtteile entwickeln nach und nach ein voneinander unabhängiges Leben und verschiedene Charakterzüge. Seit 1887 sind sie durch eine Zahnradbahn miteinander verbunden, eine der ersten dieser Art in Italien.

Im 20. Jahrhundert dehnt sich die Stadt immer mehr um den Hügel der Oberstadt herum aus. Wichtig für die Entwicklung der Stadt waren der Bau der Autobahn von Venedig nach Mailand, die an Bergamo vorbeiführt, und ein neues Zentrum mit dem "Sentierone", eine Flaniermeile im Zentrum. Dank des internationalen Flughafens Orio al Serio der nur 5 km von der Stadt entfernt ist und der vor allem durch Billigflieger wie Ryanair bedient wird, ist Bergamo heute mit praktisch allen europäischen Ländern direkt verbunden.

Der Doppelcharakter der Stadt manifestiert sich im modernen Flair der Unterstadt, gegen das sich die antike Magie der Oberstadt, des ursprünglichen Kerns von Bargamo, absetzt, mit ihrem venezianischen Charkter, den Kirchen und mittelalterlichen Gässchen, den historischen Palästen und den Brunnen, die in eine nie vergessene Vergangenheit zurückweisen.
Bergamo
Die Taufkapelle neben der Basilika Santa Maria Maggiore
Foto: Paolo da Reggio

Was man von Bergamo sehen sollte:

  In der Oberstadt:

  • die venezianischen Stadtmauern (begonnen 1561, fertiggestellt 1588) die einen Teil der Oberstadt umgeben, sowie die dazugehörenden Stadttore (S. Agostino, S. Giacomo, S. Lorenzo, S. Alessandro),
  • die Piazza Vecchia mit dem Contarini-Brunnen (1780) und den Justizpalast ("Palazzo della Ragione", mit dem venezianischen Löwen), die den alten Stadtkern darstellten. An der Nordseite des Platzes das weiße Gebäude des Palazzo Nuovo, der die Stadtbibliothek "Angelo Maj" beherbergt, die älteste und eine der bedeutendsten der Stadt,
  • den "Piazza Duomo", mit dem Dom, an dessen Bau auch der Architekt Filarete teilnahm. Die Kathedrale (17. Jahrhundert) ist dem hl. Alexander geweiht, dem Schutzpatron der Stadt.
  • die Basilika Santa Maria Maggiore ist wohl das berühmteste Gebäude der Stadt. Mit dem Bau wurde 1137 begonnen, fertiggestellt wurde sie in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts. Der monumentale Eingang ist ein Werk von Giovanni Da Campione.
  • Neben der Basilika Santa Maria Maggiore steht die Taufkapelle (1340), ebenfalls von Giovanni Da Campione. Zuerst befand sie sich im Innern der der Basilika, dann wurde sie (1898) außerhalb neu aufgestellt.
  • die Cappella Colleoni (mit dem Grabmal des venezianischen Generals Colleoni) und den Palast des Bischofssitzes, ebenfalls am Domplatz,
  • den Palazzo del Podestà (12.-15. Jh.); an der Piazza Vecchia, daneben der Stadtturm "Campanone" (52 m hoch), das Symbol der mittelalterlichen Stadt.
  • das Teatro Sociale (eröffnet im Jahr 1808); kürzlich nach langen Restaurierungsarbeiten wieder eröffnet, zwischen der Piazza Vecchia und der Via Bartolomeo Colleoni gelegen. Das Theater hat ein Fassungsvermögen von 1.300 Personen,
  • die Cittadella (Festungsanlage innerhalb der Oberstadt); erbaut noch vor den venezianischen Mauern von der Familie der Visconti aus Mailand, um die Stadt noch besser vor feindlichen Angriffen zu schützen. Von ihr ist heute nur eine Platzanlage geblieben.
  • das Musum Donizetti, im Haus, wo 1848 der große italienische Komponist Gaetano Donizetti verstarb,
  • das Geburtshaus von Gaetano Donizetti,
  • die Accademia Carrara, mit Werken von Tiziano, Raffaello, Tiepolo, Mantegna, Bellini, Botticelli, Lotto, Canaletto und Guardi.
  • das Museum für moderne und zeitgenössische Kunst "GAMeC" (Galleria d’arte Moderna e Contemporanea)
  • die Rocca: ursprünglich Ort der römischen Stadtverwaltung, später das Waffenlager der Stadt; hier gibt es Kanonen, Panzer und andere Waffen zu sehen, vor allem aus dem ersten Weltkrieges. Im Innern beherbergt sie das Museum der italienischen Einungsbewegung (Museo del Risorgimento). Von hier aus hat man auch eine schöne Aussicht auf den nördlichen Teil der Stadt, den man von den venezianischen Mauern nicht sehen kann.
  • das Schloss San Vigilio, auf einem Hügel oberhalb von Bergamo. In einem kleinen Dorf mit antiken Häusern und Villen im Jugendstil sind die unterirdischen Reste eines antiken Schlosses erhalten.
Bergamo
Der "Sentierone" in der Unterstadt, beliebt als Treffpunkt, zum Spazierengehen und Einkaufen
Foto: I Love Bergamo

  In der Unterstadt:

  • das Teatro Donizetti, eröffnet im Jahr 1897.
  • den Palast der Provinzialverwaltung ("Palazzo della Provincia")
  • die beiden Straßen XX Settembre und der sogenannte Sentierone; diese beiden Straßenzüge bilden seit dem 19. Jahrhundert das Zentrum der Unterstadt, ideal für Spaziergänge, Shopping und ein beliebter Treffpunkt der "Bergamaschi" (so heißen die Einwohner der Stadt).
  • das Tor Porta Nuova, im Herzen der modernen Unterstadt. Daneben zwei neoklassizistische Gebäude, auch Propyläen genannt, mit den alten Zahlstellen eines ehemaligen Stadtzolls.
  • die Piazza Pontida, am Ende der Via XX Settembre, umgeben von Laubengängen aus dem 15. Jahrhundert. Früher das Zentrum des Dorfes San Leonardo, heute ein Teil von Bergamo. Von hier aus führte eine Straße zum Benediktinerkloster von Pontida, daher der Name.
 
Italienischer Originaltext:  Daniele Brina
Deutsche Übersetzung:  Wolfgang Pruscha

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