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Reise nach Italien - Deutsches Italienportal

Italien mit dem Auto

Die Straßenverkehrsordnung ist in Italien zwar im Wesentlichen so wie in Deutschland, dennoch müssen Sie auf Ihrer Italienfahrt mit dem Auto einiges beachten, um Unannehmlichkeiten oder gar Strafzettel (auf italienisch: "multe") zu vermeiden.

Grenzkontrollen:

Zwischen Italien, Frankreich, Österreich und Slowenien gibt es keine mehr. Wenn Sie dagegen über die Schweiz ein- oder ausreisen, müssen Sie immer noch die üblichen Kontrollen über sich ergehen lassen.

Schilder und Verkehrsregeln:

Schilder und Verkehrsregeln sind in Wesentlichen die gleichen wie in Deutschland, nur einige Farben sind anders. Die Hinweisschilder für die Autobahnen sind grün (in Deutschland blau), die für die Staatsstraßen blau (in Deutschland gelb) und diejenigen, die auf Sehenswürdigkeiten hinweisen, sind braun. Innerstädtische Hinweisschilder sind weiß.


Alle Fotos auf dieser Seite (wenn nicht anders angegeben): Wikipedia

In Südtirol sind übrigens alle Schilder zweisprachig, wie Sie auf den beiden Fotos sehen. Da die Beschilderung in Italien oft nicht ausreichend ist, empfiehlt es sich, gute Karten mitzunehmen. Hier finden Sie, was Sie brauchen: Stadtpläne und Landkarten.

Geschwindigkeitsbegrenzungen:

In Italien gelten die folgenden Geschwindigkeitsbegrenzungen:
- innerhalb geschlossener Ortschaften: 50 km/h (wie in Deutschland)
- auf den Staatsstraßen: 90 km/h
- auf der Autobahn: 130 km/h

Die Tatsache, dass die meisten Italiener diese Beschränkungen, vor allem auf den Autobahnen, kaum beachten, sollte Sie nicht zu der falschen Annnahme veranlassen, dass dies risikolos ist. Es gibt in Italien zwar weniger Polizeikontrollen als in Deutschland, aber es gibt sie!


Hier eine Geschwindigkeitskontrolle der italienischen Polizei
auf der Autobahn

 

 

Geschwindigkeitsbegrenzungen, die Sie im eigenen Interesse besser nicht beachten sollten:

Die gibt es auch. Gar nicht so selten passiert es nämlich, dass Sie auf einer Landstraße, auf der üblicherweise 90 km/h zugelassen sind, urplötzlich Schilder mit Geschwindigkeitsbegrenzungen von 30, 20 oder sogar 10 km/h sehen, ohne weitere Erklärung und ohne unmittelbar erkennbaren Sinn, wie hier zum Beispiel:


Foto: Wolfgang Pruscha

Wenn Sie hier wirklich auf die geforderte Geschwindigkeit runterbremsen, werden Sie mit Sicherheit eine Massenkarambolage verursachen, denn kein Italiener beachtet diese Schilder, auch die Polizei nicht. Der Sinn solcher Schilder, die meist bei Baustellen aufgestellt werden, ist eher: "Vorsicht Baustelle".
Meine Empfehlung: Passen Sie in solchen Situationen Ihre Geschwindigkeit der der anderen Autos an. Diese werden höchstwahrscheinlich genauso witerfahren wie vorher. Typisch für solche Schilder ist übrigens auch, dass danach nie ein Ende der Begrenzung angezeigt wird (wie auch im Fall des obigen Fotos). Bisher ist noch keinem italienischen Verkehrsminister aufgefallen, dass solche sinnlosen Schilder geradezu eine Erziehung zur Nichtbeachtung von Geschwindigkeitsbegrenzungen darstellen!

Mautgebühren auf den Autobahnen:

In Italien werden Sie an (fast) jeder Autobahnausfahrt zur Kasse gebeten, mehr dazu finden Sie auf dieser Seite: Autobahngebühren in Italien


Eine Mautstelle an der Autobahn - leider nicht immer so schön frei wie hier.
Vor allem in Urlaubszeiten gibt es hier oft nervenaufreibende Staus.

Benzinpreise:

Die Benzinpreise in Italien sind ungefähr die gleichen wie in Deutschland, vielleicht geringfügig (1 bis 1,5 Cent pro Liter) niedriger. Meine Empfehlung: tanken Sie voll, wenn Sie durch Österreich fahren, da sparen Sie ein bisschen mehr...

Die Ampeln in Italien:

Aufgepasst: In Italien gibt es eine Ampelphase weniger als in Deutschland:


links: die 4 Ampelphasen in Deutschland
rechts: die 3 Ampelphasen in Italien

Noch etwas zu den Ampeln: Je weiter Sie in Italien nach Süden kommen, desto relativer wird der durchschnittliche Respekt vor roten Ampeln. In Neapel oder Palermo sollten Sie deshalb, auch wenn Sie eine Kreuzung bei Grün überqueren, immer auch einen kurzen Blick nach links und rechts werfen - sicher ist sicher.

Licht an!

In Italien müssen Sie außerhalb geschlossener Ortschaften, unabhängig von den Wetterbedingungen, immer das Abblendlicht eingeschaltet haben.

Die gelben Pannenwesten:

Es ist in Italien obligatorisch, im Auto mindestens eine gelbe Pannenweste mitzuführen:

Wenn Sie keine im Auto haben, machen Sie sich strafbar! Die Weste ist gelb oder in einer anderen grellen Farbe und hat reflektierende Streifen. Sie macht im Ernstfall jeden Passanten auf der Fahrbahn leichter erkennbar. Wer in Italien auf der Autobahn im Pannenfall sein Fahrzeug verlässt, muss diese Weste tragen. Sie können sie an jeder Autobahntankstelle in Grenznähe für wenige Euro kaufen.

Der Verkehr in den italienischen Städten:

Italien ist, nach den USA, das Land mit der größten Autodichte der Welt: in den USA kommen auf 1.000 Einwohner 800 Autos, in Italien sind es 670, mehr als in jedem anderen Land Europas. Die Autos werden in Italien auch mehr benutzt als in anderen Ländern: in Italien fährt jedes Auto im Durchschnitt 12.282 km pro Jahr, in Deutschland sind es 10.349. Und während in den meisten Ländern Europas für die nächsten Jahre ein Rückgang der Autobenutzung vorhergesehen wird, geht es in Italien weiterhin munter nach oben.

Palermo
Eines der zentralen Probleme der italienischen Städte (hier Palermo):
die architektonische Struktur der vergangenen Jahrhunderte
ist dem Verkehr von heute nicht gewachsen.
Foto: Wolfgang Pruscha

Die italienischen Städte haben den zweiten Weltkrieg - zu ihrem Glück - ohne systematische Flächenbombardierungen überstanden. Die Struktur der Stadtzentren ist deshalb meist noch die gleiche wie vor 300-400 Jahren. Eigentlich ein sehr positiver Faktor und den Touristen in den Fußgängerzonen freut's. Der berufsmäßige Autofahrer ist allerdings viel weniger zufrieden. Die italienischen Städte werden, viel mehr noch als die deutschen, von chronischer Verkehrsüberlastung heimgesucht. Das Verkehrschaos ist nicht nur in großen Städten ein täglicher stressfördernder Regelzustand. Dazu kommt noch, dass die öffentlichen Verkehrsmittel in den allermeisten italienischen Städten sehr unterentwickelt sind. Vorausdenkende Stadtplanung ist in Italien leider immer noch eine rare Ausnahme. Parken Sie deshalb, wenn möglich, außerhalb der Zentren, auf den ausgewiesenen Parkplätzen.

Andere wichtige Seiten für Auto- und Motorradfahrer:

Wenn Sie dagegen lieber mit dem Zug fahren wollen:

Italien mit dem Zug
Der Zug ist in Italien zweifellos ein billiges Transportmittel und ist, besonders wenn man die Autobahngebühren berücksichtigt, eine günstige Alternative zum Auto. Hier alles, was Sie wissen müssen, um die Züge in Italien optimal zu nutzen.

Eine gute Alternative ist auch der Autozug:

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