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Der Vesuv

Der Vesuv, am Golf von Neapel in der Region Kampanien, neun Kilometer von der Millionenstadt Neapel gelegen, ist zwar seit 1944 nicht mehr ausgebrochen, das heißt aber keineswegs, dass er nicht mehr aktiv ist. Die Faszination, aber gleichzeitig auch die Gefahr, die von ihm ausgeht, ist ungebrochen.

Neapel und der Vesuv, im Jahr 2003. Das Foto zeigt sehr deutlich, wie nah
die Millionenstadt am Vesuv liegt (Luftlinie 10 km) und wie dicht die Besiedlung um ihn herum ist.
Alle Fotos auf dieser Seite: Wikipedia

Was für ein Vulkan ist der Vesuv?

Der Vesuv ist der einzige auf dem europäischen Festland gelegene Vulkan, der immer noch aktiv ist, die anderen liegen auf Inseln (in Italien: der Ätna auf Sizilien, der Stromboli auf der Insel Stromboli). Er ist heute 1281 m hoch (früher war er noch wesentlich höher), liegt 7 Kilometer (Luftlinie) von Torre del Greco am Golf von Neapel und etwa 10 km von der Millionenstadt Neapel entfernt. Er hat am Fuß einen Umfang von etwa 80 km und bedeckt eine Fläche von rund 480 km2. Der Vesuv besteht aus zwei konzentrischen Kegeln (siehe das Foto oben), von denen der etwas niedrigere, der etwa 1.130 m hohe Monte Somma, allerdings kaum noch Bedeutung hat.


Luftaufnahme des Kraters

Man nimmt an, dass sich der Vulkan vor etwa 30.000 Jahren gebildet hat, zunächst als Unterwasservulkan im Golf von Neapel, der dann als Insel aufgestiegen ist und sich schließlich durch das ausgeworfene Material mit dem Festland verbunden hat.

Die vulkanische Aktivität - die Ausbrüche von 79 n.Chr. und von 1631

Von Anfang an war die Aktivität des Vulkan zyklisch, d.h. äußerst heftige und kleinere Ausbrüche waren von mehr oder weniger langen Ruhepausen unterbrochen, in denen der Vulkan keinerlei Lebenszeichen von sich gab und erloschen schien. Vor dem katastrophalen Ausbruch des Jahres 79 n. Chr., bei dem die Städte Pompeji und Herculaneum unter einer bis zu 7 m dicken Schicht aus Asche und Lavaschlacke begraben wurden, war der Vesuv über tausend Jahre lang ruhig geblieben und die Bewohner der beiden Städte wähnten sich deshalb absolut sicher. Während des Ausbruchs regneten drei Tage lang fast ununterbrochen Steine und glühende Asche auf Pompei nieder, den Rest erledigten die giftigen Schwefeldämpfe, die sich zusammen mit Lawinen aus Schlamm und Erde über die flüchtenden Bewohner ergossen. Von den 25.000 Einwohnern Pompejis starben etwa 5.000.


Der Vesuv, von Pompeji aus gesehen, das im Jahr 79 n.Chr. während eines Ausbruchs
von einer meterhohen Schicht aus glühender Asche und Lavaschlacke begraben wurde

Bis zum Jahr 1000 etwa war der Vesuv dann in einem Rythmus von etwa 100-200 Jahren aktiv, meist jedoch mit kleineren, weniger gefährlichen Ausbrüchen. Eine weitere verheerende Katastrophe ereignete sich dann im Jahr 1631 (nach über 600 Jahren Ruhe), der wiederum etwa 3.000 Menschen zum Opfer fielen.

Der Ausbruch vom März 1944

Zwischen 1631 und 1944 gab es eine fast ununterbrochene vulkanische Aktivität mit Pausen von 10 oder höchstens 20 Jahren. Der heftigste Ausbruch im 20. Jahrhundert ereignete sich 1906, mit 300 Toten und der Zerstörung der Stadt Ottaviano, die vollständig unter der Vulkanasche begraben wurde. Der bis heute letzte Ausbruch des Vesuvs ereignete sich zwischen dem 18. und dem 29. März 1944, als Neapel von amerikanischen Truppen besetzt war. Ein amerikanisches Kamerateam hat damals einige dramatische Momente gefilmt, als die Lavamassen die Stadt San Sebastian erreichten:

Der Vesuv als Touristenattraktion

Der Vesuv ist längst zu einer Touristenattraktion geworden und das bereits seit einigen Jahrhunderten: Goethe zum Beispiel bestieg ihn auf seiner Italienreise im März 1787 mehrere Male und kam einmal sogar in eine gefährliche Situation. So schrieb er am 20. März in sein Tagebuch:

"Wir versuchten noch ein paar Dutzend Schritte, aber der Boden ward immer glühender; sonneverfinsternd und erstickend wirbelte ein unüberwindlicher Qualm. Der vorausgegangene Führer kehrte bald um, ergriff mich, und wir entwanden uns diesem Höllenbrudel."

Ab 1880 gab es sogar eine Seilbahn, später auch eine Zahnradbahn, die die ständig steigende Besuchermenge bis knapp unter den Gipfel brachten, beide wurden aber 1984 eingestellt. Heute gibt es eine Straße, die von Torre del Greco bis auf eine Höhe von 1.080 m ansteigt, die restlichen 200 Höhenmeter vom dort gelegenen Parkplatz bis zum Kraterrand muss der Besucher auf einem Fußweg überwinden, was aber kein allzu großes Problem darstellt.

Vesuv
Ein Blick in den Krater des Vesuvs, vom oberen Rand aus, der für Besucher ohne große Probleme erreichbar ist. Von hier scheint keine Gefahr mehr auszugehen. Aber der Schein trügt.

Da der Vesuv zu den am intensivsten überwachten Vulkanen gehört und auch die kleinste Veränderung seiner unterirdischen Aktivität sofort registriert wird, bedeutet der Aufstieg und der Spaziergang am Kraterrand kein Risiko. Beim geringsten Gefahrenindiz würde der Aufstieg sofort gesperrt. Das verführt jedoch leicht zu der Annahme, dass der Vulkan heute kontrollierbar ist und keine echte Gefahr mehr darstellt.

Wie gefährlich ist der Vesuv heute?

Der Vulkan ist seit 1944 zwar absolut ruhig geblieben, aber er ist nicht tot und die lange Zeit, die seitdem vergangen ist, ist für die Wissenschaft eigentlich kein gutes Zeichen, denn bisher endeten lange Pausen oft mit besonders heftigen Ausbrüchen. Der Vesuv ist heute der bestüberwachte Vulkan der Erde und die Vulkanologen können einen bevorstehenden Ausbruch bis zu einem gewissen Grad vorhersagen. Und niemand kann ausschließen, dass ein zukünftiger Ausbruch so verheerende Ausmaße annimmt wie die der Jahre 79, 1631 oder 1906.

In einem Umkreis von 20 km um den Vesuv leben über 1,5 Millionen Menschen, im Ernstfall müsste innerhalb weniger Tagen mindestens die Hälfte davon evakuiert werden. Pläne dafür existieren, das Schockierende ist jedoch, dass kaum jemand der Betroffenen diese Pläne wirklich kennt und dass viele sie für undurchführbar halten. Es genügt daran zu denken, welche chaotischen Verkehrsituationen auch unter "normalen" Bedingungen täglich in Neapel und Umgebung herrschen. Und niemand hat bisher ernsthaft daran gedacht, Probe-Evakuierungen durchzuführen.

In Youtube gibt es noch ein anderes Video (ðklicken Sie hier) in dem ein Team des italienischen Staatsfernsehens RAI im Jahr 1994 die Bilder des Ausbruchs von 1944 kommentiert. Am Anfang beschreibt einer der Redakteure die Bilder des Ausbruchs mit poetisch-erhabenen Worten als "Apokalypse", um schließlich mit dem Satz zu schließen: "Besser gar nicht daran denken, was passieren könnte, wenn heute noch einmal so etwas passieren würde". Und diese von vielen in der Umgebung des Vesuvs lebenden Menschen geteilte fatalistische Einstellung ist vielleicht das Gefährlichste bei der ganzen Sache. Denn die Gefahr geht vielleicht weniger vom Vesuv aus, als vielmehr von denjenigen, die den Kopf in den Sand stecken und hoffen, dass nichts passiert. Dass früher oder später etwas passieren wird, ist ziemlich sicher und es hängt vom Menschen ab, wie viele Opfer der nächste Ausbruch kosten wird.

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