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Der "Giro d'Italia" ist eines der wichtigsten Rennen
des internationalen Radsports
Der Radsport in
Italien
Jedem
Radsportfan sind sie ein Begriff: Fausto Coppi, Gino Bartali, Felice Gimondi,
Marco Pantani und Ivan Basso gehören unbestritten zu den Assen des
internationalen Radsports. Der "Giro d'Italia" kommt im Ansehen gleich nach der
"Tour de France" und einmal das Eintagesrennen von Mailand nach San Remo zu gewinnen,
gehört zum Traum eines jeden Radprofis.
Aber der Radsport ist in Italien auch ein Massensport:
Wer sich in Italien früh am Sonntag Morgen auf die dann fast autofreien Stadt-
und Landstraßen begibt, wird sich über die große Zahl von Radsportlern jeden
Alters wundern: kein Zweifel, der Radsport ist in Italien wirklich populär.
Italien = Radfahrernation?
Das
bedeutet aber nicht, dass Italien eine Radfahrernation ist. Wenn man an das in
Italien zum täglichen Brot gehörende Verkehrchaos denkt, wenn man sieht, wie
verloren sich darin gelegentlich einsame Radfahrer ausmachen, dann möchte man fast
sagen: im Gegenteil.
Italien ist eine ausgesprochene Autofahrernation, das Auto dominiert in den
italienischen Städten noch sehr viel mehr als in Deutschland. Das Fahrrad wird
als Sportgerät hoch geschätzt, als normales Fortbewegungsmittel dagegen führt es
ein trauriges Mauerblümchendasein.
Italien ist,
nach den USA, das Land mit der größten Autodichte der Welt: in den USA kommen
auf 1.000 Einwohner 800 Autos, in Italien sind es 670, mehr als in
jedem anderen Land Europas. Die Autos werden in Italien auch mehr benutzt als in
anderen Ländern: in Italien fährt jedes Auto im Durchschnitt 12.282 km
pro Jahr, in Deutschland sind es 10.349. Und während in den meisten
Ländern Europas für die nächsten Jahre ein Rückgang der Autobenutzung
vorhergesehen wird, geht es in Italien weiterhin munter nach oben. Öffentliche
Verkehrmittel und Fahrräder sind im Straßenverkehr Italiens rare Ausnahmen.

Straßenverkehr in Mailand: das ist die tägliche Normalität
Die Radwege in Italien
Auch was das
Radwegenetz in Italien betrifft, gibt es nicht viel Gutes zu berichten. Italien
hat mit 58 Millionen Einwohnern ganze 7.500 km Radwege, England hat mit
der gleichen Einwohnerzahl 17.000 km Radwege und Deutschland wird von den
italienischen Radfahrern als eine Art Paradies angesehen: 35.000 km
Radwege. Wer sich schon einmal mit dem Rad in die italienischen Städte getraut
hat, wird außerdem wissen, dass ein guter Teil der wenigen städtischen Radwege auch noch von
Autos zugeparkt ist.
Die italienischen Städte mit den meisten Radwegen sind auch die, die ihre
sonstige Stadtplanung in den letzten Jahrzehnten am intelligentesten angepackt
haben: Ravenna, Modena, Mantua, Ferrara (die
fahrradfreundlichste Stadt Italiens) und
Reggio Emilia - mit Ausnahme von Mantua alle in der Region Emilia Romagna
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sind positive Ausnahmen: sie haben 25-35 m Radwege pro 100 Einwohner. Die großen Städte
wie Mailand und Rom sind dagegen ausgesprochen fahrradfeindlich:
nur 1,5-2 m Radwege pro 100 Einwohner.
Tipps für den Radtouristen in Italien
Italien bietet allerdings trotz seines chronischen Mangels an
Radwegen schöne und nicht allzu schwere Radtouren, die sich lohnen. Mountainbikern empfehle ich die Provinzen Südtirol und Trient, die außerhalb der Städte viele gut ausgerüstete Radwege haben.
Den Radtouristen, die
weniger anstrengende Routen bevorzugen, empfehle ich die Poebene und vor allem
das Podelta. Die schönsten
historischen Altstädte befinden sich in Mittelitalien, in Emilia Romagna,
Toskana und in Umbrien. Sie sind in der Regel auch fahrradfreundlicher als die
Großstädte, allerdings liegen viele von ihnen (besonders die in der Toskana) oben
auf einem Hügel. Der Radwanderer ist auf jeden Fall, mehr noch als in anderen Ländern,
auf gute Karten angewiesen und auf den Mut, neue und nicht gekennzeichnete
Touren auszuprobieren. Einige Bücher und Internetseiten (siehe unten) können
dabei helfen.

Wer die Mühen der Ausflüge mit dem Mountainbike nicht scheut,
und wer die heißesten Sommermonate meidet,
kann in Italien voll auf seine Kosten kommen
Reisezeiten
Die besten Reisezeiten für den Radtourismus sind zweifellos die
Monate April, Mai und Juni sowie September und Oktober. Die Sommermonate Juli
und August sind oft extrem heiß und zwischen November und März riskiert der
Radfahrer, in Italien das gleiche ungemütliche Wetter vorzufinden wie in
Deutschland.
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