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Das Matterhorn (auf Italienisch: "Il Cervino")
fotografiert vom "Lago blue" von Ulrich Schwendke.
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Das Aostatal in Kürze
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Status: Autonome Region mit
Sonderstatus
Sprachen: Italienisch, Französisch, "Patois francoprovençal"
(lokaler Dialekt)
Einwohner: 126.000
Fläche: 3.263 km² (kleinste Region Italiens)
Hauptstadt: Aosta (34.000 Einwohner) |
Die Bergwelt des Aostatals
Das Aostatal beherbergt die höchsten Berge der Alpen. Neben den 20 Gipfeln, die
höher als 4.000 m sind, ragen insbesondere der Mont Blanc (4.810 m) der Monte
Rosa (Dufour Spitze 4.634 m), das Matterhorn (4.478 m) und schließlich der Gran
Paradiso mit 4.061 m hervor.
Die 250 Gletscher des Aostatals bedecken eine Fläche von 120 qkm. Hier ist der
Brenva Gletscher besonders hervorzuheben, der auf der Südseite des Mont Blanc
bis auf 1.360 m, ganz in der Nähe des Eingangs zum Mont Blanc Tunnels,
herabkommt. Weiterhin ist der Miage Gletscher mit einer Länge von 10 km zu
nennen, der in einen Gletschersee mündet.

Die Ostseite des Montblanc (Italienisch: Monte Bianco)
vom Segelflieger aus fotografiert.
Wie erreicht man das Aostatal?
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Von
Deutschland kommend fährt man durch die Schweiz am Genfer See vorbei und
dann über den Grossen Sankt Bernhard (Gran San Bernardo) oder durch den
Tunnel nach Aosta.
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Wenn man
über Mailand kommt, erreicht man das Aostatal von Süden. Es ist sehr
beeindruckend, wie sich unvermittelt das Gebirgsmassiv der Alpen aus der
Po-Ebene erhebt. Den Monte Rosa, der sehr dominierend ist, kann man schon
von weit her sehen.
Was ist das Besondere am Aostatal?
Im Aostatal trifft man auf viel Natur und unberührte
Landschaften. Es gibt viele Wanderwege (die allerdings nicht immer gut
beschildert sind), wunderschöne Gletscher, Naturparks, reißende Bäche, Wald,
Wiesen und Almen. Abgesehen von kleineren Bausünden aus den 60/70er Jahren wird
hier, insbesondere in den Seitentälern, der alpenländische Baustil der Region
gepflegt: Naturstein, Holz und mit Granit gedeckte Dächer.
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Wir vergleichen das Aostatal gerne mit Südtirol. Von der landschaftlichen
Vielfalt bietet das Aostatal mit seinen zahlreichen Viertausendern und
Gletschern aber einiges, was man in Südtirol nicht findet. Allerdings ist das
Wegenetz in Südtirol besser ausgeschildert. Im Aostatal sollte man immer eine
gute Karte dabei haben, da oftmals an entscheidenden Stellen eine
Richtungsangabe fehlt. |
Roland Häfner, der Autor dieses Textes, ist auch
Webmaster von
www.aostatal.com,
wo Sie viele andere Informationen und Tipps zu dieser schönen
italienischen Ferienregionen finden können. |
Während man in Südtirol oftmals auf bewirtschaftete Almen trifft, fehlt dies im
Aostatal fast völlig (ausgenommen im Juli und August). Es empfiehlt sich daher
immer, die Verpflegung im Rucksack mitzunehmen. Es ist halt alles viel uriger
und abenteuerlicher!
Einige besuchenswerte Sehenswürdigkeiten

Die Festung Bard
Ein wichtiges
Bauwerk am Eingang des Aostatals ist die Festung Bard, die auf einem Felsen
eine enge Stelle im Tal beherrscht. Am Fuße der Festung befindet sich der Ort
Bard, der - wie auch die Festung - einer kompletten Sanierung unterzogen wurde.
Die Wiedereröffnung der Festung fand am 15. Januar 2006 statt. Bard sollte in
keinem Besuchsprogramm des Aostatals fehlen.

Die Hauptstadt Aosta
Auf jeden Falle sollte Aosta, die Landeshauptstadt
der gleichnamigen Region in einem Besichtigungsprogramm nicht fehlen. Schon die Römer
haben die strategische Position am wichtigen Alpenübergang des Großen St. Bernhard genutzt und dort eine Siedlung errichtet. Aus dieser Zeit sind viele
Baudenkmäler zu besichtigen. Darüber hinaus verfügt die Stadt über einen schönen
intakten historischen Ortskern mit einer großen und ausgedehnten Fußgängerzone.
Hier sind viele Geschäfte, Bars und Restaurants anzutreffen, mit dem Flair einer
italienischen Kleinstadt. Stadtzentrum ist der Platz Chanoux, wo sich das
Rathaus, ein Gebäude aus dem Jahre 1839, befindet.
82 Schlösser und Burgen sind im Aostatal anzutreffen,
Diese wurden zwischen dem 12. und 18. Jahrhundert erbaut und spiegeln die
Geschichte dieser Region in sichtbarer und greifbarer Weise wider. Beim Besuch
dieser ehrwürdigen Baudenkmäler wird der Name Challant oft erwähnt, eine
Adelsfamilie, die vom 12. Jahrhundert an die Geschicke des Aostatals in
entscheidender Weise geprägt hat.
Drei Schlösser bzw. Burgen sind besonders hervorzuheben, da sie sich
architektonisch wesentlich voneinander unterscheiden. Das Schloss Issogne, in
Sichtweite zu Verres, stellt ein gutes Beispiel einer Sommerresidenz dar und
steht für das unbeschwerte höfische Leben. Die Innenräume sind mit zahlreichen
Fresken ausgestattet. Die Burg von Verres hingegen ist eine Festung, die hoch
auf einem Felsen den Eingang des Ayas Tales bewacht. In der Form eines Würfels
mit einer Seitenlänge von 30 m und einem quadratischen Innenhof macht sie einen
abweisenden Eindruck. Die Burg von Fenis hingegen ist so, wie man sich eine Burg
vorstellt: mit zinnenbewehrten Mauern und vielen Türmen stellt sie die schönste
und auch besterhaltene Burganlage aus dem Mittelalter dar.

Die Burg Fenis
Im Aostatal gibt es viele Zeugnisse aus der romanischen Bauepoche. Ein
wunderschönes Beispiel befindet sich in Arnad. Die Pfarrkirche San Martino geht
auf das 11.-12. Jahrhundert zurück. In den Jahren 1950/51 wurden in einer
Renovierungskampagne die romanischen Züge wieder ans Licht gebracht: die
Apsiden, die Fassade, die interne Struktur und ein schönes gotisches Portal
sowie die Fresken aus dem 15. Jahrhundert.
Die sogenannte “Via delle Gallie”, die von Ivrea nach Aosta und von dort zum
Kleinen bzw. Grossen Sankt Bernhard führt, wurde von den Römern als Verbindung von Rom bzw. dem Mittelmeerraum mit Nordeuropa
geplant.
Die ältesten Funde gehen bis auf das 3. Jahrhundert vor Chr. zurück.
Im Verlauf dieser antiken Straße gibt es einige Bauwerke, wie z.B. die von den
Römern erbaute Brücke in Pont Saint Martin, die in mehr oder weniger gutem
Zustand erhalten sind. Die Brücke bei Saint Vincent, die bis
zum Jahr 1839 benutzt wurde und vermutlich durch ein Erdbeben teilweise
eingestürzt ist, war eine der bedeutendsten Bauwerke der “Via delle
Gallie”.
Ein besonders schönes Zeugnis aus vorchristlicher römischer Zeit befindet sich in
Pondel am Eingang des Cogne Tales. Ein 56 m hohes Aquädukt, erbaut vor
Christus, überspannt den Fluß Grand Eyvia. Ursprünglich für die
Weiterleitung von Wasser gebaut, dient es heute als Brücke. Die ganze Konstruktion
ist in sehr gutem Zustand. Ein Besuch lohnt sich in jedem Falle und kann hervorragend
mit einem Abstecher nach Cogne und in den Nationalpark des Gran Paradiso
verknüpft werden.

Im Nationalpark "Gran Paradiso"
Die Walser waren die ersten Bewohner des oberen Lystals (Gressoney Tal). Sie
führten ein traditionsreiches Leben und hatten besondere Bräuche und eine eigene
Sprache. Ihre Vorfahren waren die Alemannen, ein germanischer Stamm, der im 11.,
12. und 13. Jahrhundert das Wallis (daher der Name "Walser") verließ, um sich am
Südhang des Monte Rosa niederzulassen und dort kleine verstreute Ortschaften zu
gründen.
Im Lystal entstanden deshalb die Walserdörfer Gressoney, Niel (Weiler von Gaby)
und Issime. Die alten Häuser, in denen die Walser wohnten, heißen "Stadel". Es
handelt sich um typische Gebäude aus Lärchenholz, die auf kurzen pilzförmigen
Pfeilern mit hölzernem Stiel und einer großen Steinplatte als Hut ruhen. Dank
dieser charakteristischen "Pilze" schützte man das Heu und die Vorräte, die im
oberen hölzernen Teil der Stadel aufbewahrt wurden, vor Nagetieren und der
Bodenfeuchtigkeit. Einer der ältesten Stadel trägt das Datum 1547. Er befindet
sich im Weiler Greschmattò und war früher Sitz des Gerichtshofes und des
Gefängnisses.
Text: Roland Häfner, Verres (Aostatal)
roland.haefner@tiscali.it
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