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Villa Cimbrone an der Amalfiküste

Artikel von Dieter Jaeschke.

Alle Fotos auf dieser Seite: Dieter Jaeschke

Ravello - schon der Name ist Musik

Still ist es an diesem Ort. Der Wind weht ein wenig, von der nahen Küstenstraße summt wie aus weiter Ferne das leise Brummen der Autos. Sonst Weite. Endlos. Und blau. Die Terrasse der Villa Cimbrone ist einer der schönsten Plätze in ganz Italien.

Das Örtchen Ravello liegt versteckt über der Staatsstraße 163 zwischen Salerno und Sorrent, der berühmten „Amalfitana“. Zwischen Fels und Brandung haben Menschen dort Städtchen gebaut, deren klangvolle Namen die Herzen eines jeden Italienfans höher schlagen lassen: Vietri sul Mare, Amalfi, Minori und Maiori. Und eben Ravello. Es liegt nicht direkt an der „Amalfitana“. Nein, es schwebt darüber. Um es zu erreichen, muss man von der Hauptstraße abbiegen. Pech für die Tagesgäste: Die großen Reisebusse machen diesen Umweg nicht. Man muss schon mit dem eigenen Auto fahren oder in Amalfi den Linienbus besteigen, um in dieses Bergjuwel zu gelangen.

Wer das Örtchen erreicht hat, ist noch längst nicht am Ziel. Ein kleiner, schmaler Weg führt zum Franziskanerkloster mit seinem herrlichen Kreuzgang. Und da drehen viele Gäste auch schon wieder um – und ahnen nicht, was sie verpassen. Wer nur ein Stückchen die Via Santa Chiara weitergeht, kommt zunächst am Hotel „Villa Maria“ vorbei. Vincenzo Palumbo hat dort eine Pergola geschaffen, die wie ein kleiner Vorgarten ist zum Paradies. Der Ausblick ist berauschend.

Die Villa Cimbrone

Und wenn die Villa Maria der Vorgarten zum Paradies ist, dann ist der Wanderer fünf Minuten später am eigentlichen Ziel. Dort, am Südrand von Ravello, liegt die Villa Cimbrone auf einem Felsvorsprung. Ein Palast wie ein Märchenschloss, hinter dem sich eine gigantische Parkanlage ausbreitet. Palmen, Hortensien, Begonien, Limonenbäumchen. Am Ende der tiefblaue Horizont hoch über dem Meer. Wer die Terrasse, das so genannte „Belvedere“ betritt, dem verschlägt es zunächst die Sprache, so berauschend ist der Ausblick. Ein Panorama, durchdrungen von sämtlichen Blau-Facetten - auf die steile Küste, auf Orte wie Amalfi und Atrani. Der Weitblick reicht bis nach Salerno, abgesteckt durch die marmornen Häupter griechischer Göttinnen. Die Villa Cimbrone ist ein Ort zum Innehalten. Zum Staunen, zum Träumen. Ein Ort, um Einzigartigkeit spürbar zu erleben.

Der Engländer Ernest William Becket erwarb 1904 den verfallenen Palast aus dem 14. Jahrhundert und ließ ihn völlig umbauen. Mögen strenge Kunsthistoriker die daraus entstandene Mischung aus allen möglichen Architektur- und Skulpturstilen auch als „mediterranes Disneyland“ belächeln: Das Anwesen ist die Inkarnation südlichen Zaubers. Winston Churchill erlag dem Reiz des Anwesens, auch Greta Garbo war bei Becket zu Gast.
Text und Fotos: Dieter Jaeschke
Die Veröffentlichung erfolgt mit freundlicher Genehmigung von www.tiamoitalia.de

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Ravello

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