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Cinque Terre - die "Fünf-Dörfer-Küste"

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Vernazza, eins von den fünf Städtchen der Cinque Terre
Vernazza, eins von den fünf Städtchen der Cinque Terre
Foto: Joeandkaty

Zur besseren Orientierung:

Cinqueterre (Ligurien)
Entfernungen zwischen den Dörfern der Cinque Terre
Entfernungstabellen
Cinque Terre
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Unterkünfte in den Cinque Terre:

Hotels und Pensionen in den Cinque Terre
Ferienwohnungen in den Cinque Terre
Die Stadt Corniglia
Die Stadt Corniglia
Foto: Wolfgang Pruscha

Was man über die Cinque Terre wissen sollte:

Jahrhundertelang lebte dieser Küstenabschnitt von der Fischerei und vom Anbau von Gemüse, Oliven und Wein. Das dazu nötige Land musste in Schwerstarbeit den steilen Abhängen durch Terrassierung abgetrotzt werden. Aber der mühsame Zugang vom Hinterland her ließ diese Dörfer von den Ereignissen der Geschichte zum großen Teil unberührt. Die Orte lebten so in einer selbstgenügsamen Autarkie, aus der sie sich erst durch eine bessere verkehrsmäßige Erschließung im 20. Jahrhundert befreien konnten. Dennoch blieben die Cinque Terre bis in die 1970er und 80er Jahre vom Massentourismus noch weitgehend verschont.

Heute gehören die Touristen aus aller Welt zum Alltagsbild dieses kleinen Küstenparadieses, das im Jahr 1997 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Die Fischerei hat längst ihre frühere Bedeutung verloren, während der Weinanbau weiterhin floriert und hervorragende Weine produziert, die der Besucher unbedingt probieren sollte. Aber die Cinque Terre sind ein bedrohtes Land, die Erosion lässt die Anbauflächen trotz ständiger Reparaturen an den Stützmauern der Terrassen schrumpfen. Der 1999 gegründete Nationalpark "Parco Nazionale delle Cinque Terre" versucht diese Entwicklung einzudämmen, aber das kostet sehr viel Geld.

Der Massentourismus, von dem die Einwohner natürlich ausgiebig profitieren, hat in den kleinen Städtchen an den Sommerwochenenden eine dranvolle Enge entstehen lassen. Alle fünf Dörfer haben zusammen knapp 5.000 ständige Einwohner, im Sommer verzehnfacht sich diese Zahl. Die Gesamtzahl der Besucher der Cinque Terre und der umliegenden Dörfer, Tagestouristen mitgerechnet, beträgt jährlich über 300.000. Wenn möglich sollten Sie deshalb beim Besuch der Cinque Terre die Wochenden meiden.

Obwohl die Auswahl an Hotels und Privatunterkünften reichhaltig ist (siehe unten) sollten Sie besonders im Sommer langfristig planen und rechtzeitig reservieren. Campingplätze gibt es in den Cinque Terre keine.

Riomaggiore:

1.700 Einwohner, die östlichste der fünf Dörfer. Eine lebhafte breite Gasse führt vom in der Oberstadt gelegenen Parkhaus steil hinunter zum kleinen Hafen. Wenn Sie vom Bahnhof kommen (in der Unterstadt) gibt es auch einen Aufzug (Ascensore) hinauf zur Oberstadt. Sehenswert: die Reste der Genueser Burg in der Oberstadt mit einem schönen Panoramablick und die ein paar Schritte weiter gelegene Kirche San Giovanni Battista aus dem 14. Jahrhundert.

Manarola:

350 Einwohner, Ortsteil von Riomaggiore. Das kleine Küstendorf, das sich auf einem schroffen Felsvorsprung erhebt, ist das Zentrum des Weinanbaus der Cinque Terre. Sehenswert: die gotische Kirche San Lorenzo aus dem 14. Jahrhundert.

Corniglia:

200 Einwohner, Ortsteil von Vernazza. Das kleinste und kompakteste der fünf Dörfer liegt etwa 100 Meter über dem Meer auf einem wuchtigen Felsvorsprung (siehe Foto oben). Sehenswert: die Kirche San Pietro aus dem 14. Jahrhundert, außen gotisch, das Innere ist dagegen barock gestaltet.

Vernazza:

950 Einwohner, zweifellos das schönste der fünf Dörfer (siehe Foto ganz oben). Auf der breiten Hauptgasse zwischen dem Bahnhof (zur Hälfte in einem Tunnel gelegen) und der Hafenpiazza spielt sich das inzwischen ganz vom Tourismus geprägte Leben der Stadt ab. Im Jahr 2011 wurde die Stadt durch eine tsunamiartige Flutwelle verwüstet, ein großes Wandplakat in der Nähe des Bahnhofs erinnert mit beeindruckenden Fotos an diese Katastrophe. Mehr dazu in der Fotogalerie der Stadt. Sehenswert: die Kirche Santa Margherita di Antiochia aus dem 14. Jahrhundert mit ihrem wuchtigen 40 Meter hohen Kirchturm (an der Hafenpiazza).
Kleine Fotogalerie von Vernazza:
Vernazza  Vernazza  Vernazza  Vernazza
Vernazza  Vernazza  Vernazza  Vernazza

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Monterosso:

1.500 Einwohner, Hauptort und touristisches Zentrum der Cinque Terre. Das westlichste der fünf Dörfer liegt am Fuß eines breiten Tals flach am Meer. Die gute touristische Infrastuktur und der lange Sandstrand (der einzige der Cinque Terre) machen das Städtchen zu einem beliebten Standort für längere Aufenthalte in der Gegend. Sehenswert: die schöne Uferpromenade, die romanisch-gotische Pfarrkirche San Giovanni Battista (13./14. Jahrhundert) und "Il Gigante", eine leider durch eine Sturmflut in den 60er Jahren beschädigte, 15 Meter hohe Neptunfigur im Ortsteil Fegina, die 1910 errichtet wurde.
Kleine Fotogalerie von Monterosso:
Monterosso  Monterosso  Monterosso  Monterosso
Monterosso  Monterosso  Monterosso  Monterosso

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Der Bahnhof von Manarola
Der Bahnhof von Manarola
Foto: Fabio

Unterwegs in den Cinque Terre:

Das Auto ist das denkbar schlechteste Mittel, um die Dörfer dieses Küstenabschnitts kennen zu lernen. Wenn Sie sich die folgende Karte anschauen, wird sofort klar, welchen Unterschied es zwischen Straßen- und Eisenbahnverbindungen gibt (hier zwischen Monterosso und Vernazza, aber bei den anderen Städten sieht es ähnlich aus):
Cinque Terre
Straßenverbindung (blau) und Eisenbahnverbindung (grau)
zwischen Monterosso und Vernazza
Auch wenn die Entfernung zwischen diesen beiden Dörfern nur etwa 17 km beträgt, sollten Sie der von Google angegebenen Fahrzeit von 31 Minuten nicht allzusehr trauen, wahrscheinlich werden Sie mindestens 45-50 (anstrengende) Minuten benötigen - der Zug braucht dagegen ganze 3 Minuten. Die Straßen in dieser Gegend sind teilweise so schmal, dass bei einem entgegen kommenden Auto einer beiden Fahrer manchmal für ein paar hundert Meter den Rückwärtsgang einlegen muss, um eine genügend breite Stelle für beide Autos zu finden.

Wenn Sie dennoch nicht aufs Auto verzichten wollen, müssen Sie berücksichtigen, dass alle Dörfer für Autos gesperrt sind: Sie müssen Ihr Gefährt auf einem Parkplatz abstellen, von dem Sie allerdings in der Regel noch mal etwa 15-20 Minuten (manchmal ziemlich steilen) Fußweg bis zum Ortszentrum haben. Anwohner (oder Touristen, die ein Zimmer im Zentrum haben) kommen zwar mit Sondererlaubnis ein wenig näher ans Zentrum ran, aber in der Regel auch nur zum Be- und Entladen. Busverbindungen zwischen den fünf Dörfern gibt es nicht, die große Mehrheit der Besucher wählt deshalb den Zug, der einen in der Regel genau im Zentrum der Ortschaften absetzt. Wenn man mit dem Zug fährt, sieht man allerdings kaum Landschaft, sondern überwiegend Tunnel. Wegen der Platzenge in den Dörfern liegt manchmal sogar der Bahnhof mindestens teilweise in einem Tunnel.

Ein letzter Hinweis für Autofahrer: in der gesamten Cinque-Terre-Region gibt es keine Tankstellen! Wenn Sie von Osten anreisen, sollten Sie in La Spezia volltanken, von Westen her spätestens in Sestri Levante.

Ein anderes bequemes Mittel, um die Cinque Terre zu besichtigen, sind die regelmäßig verkehrenden Pendelboote. Fahrpläne hängen an allen Anlegestellen aus. Auch private Motor- und Segelboote, die man mieten kann, sieht man immer häufiger. Vom Meer aus sind auch kleine Buchten erreichbar, die sonst nur von oben bewundert werden können.
Der Küstenwanderweg der Cinque Terre  Die Via dell'Amore
Der Küstenwanderweg der Cinque Terre
links: zwischen Vernazza und Corniglia
rechts: zwischen Manarola und Riomaggiore ("Via dell'Amore")
Fotos: Ligurien-Führer (Michael Müller Verlag) / Daviboz

Der Küstenwanderweg:

Die landschaftlich reizvollste Art, diesen Küstenabschnitt zu erleben, ist der Cinque-Terre-Küstenwanderweg, der berühmteste Wanderpfad Italiens, wenn nicht Europas. Dieser Klassiker unter den Wanderwegen verbindet alle fünf Dörfer der Cinque Terre, von Riomaggiore bis Monterosso. Hier wandert man auf schmalen Pfaden durch die Wein- und Olivenhänge, immer auf halber Berghöhe am Meer entlang. Die Gesamtlänge beträgt zwar nur etwa 15 km, man muss allerdings teilweise beträchtliche Höhenunterschiede bewältigen und vor allem die beiden Abschnitte zwischen Corniglia, Vernazza und Monterosso sind z.T recht anstrengend und erfordern ein Mindestmaß an Kondition und Trittsicherheit. Festes Schuhwerk ist obbligatorisch, auch im Hochsommer. Sehr viel weniger beanspruchend sind dagegen die zwei Abschnitte zwischen Riomaggiore und Corniglia. Vor allem der erste Abschnitt (oder der letzte, je nachdem, wo man beginnt) zwischen Riomaggiore und Manarola, die so genannte "Via dell'Amore" (Weg der Liebe), ist eher ein Boulevard für Fußgänger als ein Wanderweg, deshalb ist er im Sommer auch oft sehr überlaufen.

Da die ligurische Küste jedoch geologisch sehr instabil ist und bei starken Regenfällen oft von Schlammlawinen und Steinschlag heimgesucht wird, sollte man die schwierigeren Abschnitte bei schlechtem Wetter besser meiden. Es kann außerdem passieren, dass einige Teile wegen Bauarbeiten vorübergehend geschlossen sind. So sind seit 2013 die beiden Teilabschnitte zwischen Riomaggiore und Corniglia wegen notweniger Reparierungen gesperrt, die Wiedereröffnung ist für 2016 vorgesehen. Für alle Teilabschnitte ist übrigens eine "Eintrittskarte" zu bezahlen, dessen Erlös der kostenaufwendigen Erhaltung des "Nationalparks Cinque Terre" zugute kommt.

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Bis jetzt gibt es 1 Kommentar zu dieser Seite:

Rosa Hren:
Leider sind die Wege Corniglia–Manarola und der Weg Manarola-Riomaggiore schon seit zwei Jahren gesperrt. Ich komme jedes Jahr mindestens zweimal in die Cinque Terre und stelle mit Bedauern fest, daß man sich sehr lange Zeit lässt um diverse Wege zu reparieren, bzw. wieder begehbar zu machen!
Ich bin gespannt auf das Jahr 2016!!!
Eintritte werden immer gleich kassiert, egal welche Wegabschnitte begehbar sind.
(06.10.2015)
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