
Friedrich II, in einer zeitgenössischen Darstellung Geboren im Jahr 1194, wurde Friedrich
(aus dem Haus der Staufer) schon im zarten Alter von 3 Jahren zum König von Sizilien ernannt, im
Alter von 16 Jahren wurde er dann auch König von Deutschland.
Als er 24 Jahre alt war, hatte er schließlich alles erreicht,
was er erreichen konnte: er wurde zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches
gewählt. Unter seiner Herrschaft erlebte Sizilien eine
nie gekannte kulturelle Blüte, Friedrich II (oft auch "stupor
mundi" - "das Erstaunen der Welt" genannt) schuf eine
gut funktionierende Verwaltung und förderte den Handel und das Handwerk.
Ein Beweis der ökonomischen Blüte seines sizilianischen Reichs
war die Prägung der ersten Goldmünze seit der Zeit der
Karolinger. Er gründete die Universität von Neapel und
förderte Kunst und Literatur. Friedrich beherrschte
mehrere Sprachen, unter anderem auch das Arabische, und
hatte vielseitige geistige Interessen, er studierte
Philosophie, Astrologie und Geographie. Er war sogar ein
hervorragender Dichter, der den Hof von Palermo zu einem
literarischen Zentrum werden ließ, an dem sich arabische,
byzantinische, jüdische und lateinische Kultur begegneten.
Offen und tolerant gegenüber dem Islam
versammelte er an seinem Hof die besten Köpfe des
Mittelmeerraums.

Die Falkenjagd - hier eine
andere zeitgenössische Darstellung -
war einer der Lieblingshobbys von Friedrich II Aber Friedrich hatte auch mächtige Gegner,
insbesondere die Päpste, die seiner
religiösen Toleranz misstrauten und seinen Einfluss in Italien
zurückdrängen wollten. Im Jahr 1224
exkommunizierte ihn der Papst Gregor IX unter dem Vorwand,
dass Friedrich einen versprochenen Kreuzzug nach Jerusalem nicht begonnen hätte.
Als Friedrich dann schließlich doch zum Kreuzzug aufbrach,
ihn siegreich beendete und durch
Verhandlungen mit dem Sultan von Ägypten Jerusalem, Bethlehem
und Nazareth zurückgewann wurde er erneut
heftig vom Papst angegriffen, weil man mit Ungläubigen keine Verhandlungen führen
dürfe. Es folgten zahlreiche blutige Auseinandersetzungen mit
den Heeren des Papstes und denen der norditalienischen Städte, die die
Auseinandersetzungen
zwischen Kaiser und Papst geschickt für ihre eigenen Interessen ausnutzten.
1239 wurde er zum zweiten Mal vom Papst exkommuniziert und im
Jahr 1245 vom Konzil in Lyon sogar seines Kaiseramts
enthoben. Aus Siegen, Niederlagen, Waffenstillständen und
Verhandlungen mit unterschiedlichem Ausgang ging
Friedrich II in jedem Fall mit ungeminderter Macht hervor
und bewies bis zu seinem Tod im Jahr 1250, dass er wegen
seiner intellektuellen Brillanz, seiner kulturellen und
religiösen Toleranz und seiner unbestreitbaren Fähigkeit,
eine funktionierende Verwaltung aufzubauen zu Recht zu den herausragenden
Herrschern des Mittelalters gehörte.
Viele seiner Gegner sahen in ihm die Verkörperung des "Antichristen", wegen
seiner Unabhängigkeit und seinem respektlosen Stolz gegenüber dem Papst,
auf der anderen Seite stand eine z.T. stark übertriebene Heldenverehrung - auch
in der historischen Forschung. Für seine Zeit war
er zweifellos ein ungewöhnlicher Herrscher, einige
Historiker betrachten ihn als eine Art Vorläufer der Renaissance.
Obwohl er deutschen Ursprungs und auch König von Deutschland
war, interessierte er sich wenig für seine nordischen
Wurzeln, Sizilien und die mediterrane Welt mit ihrem
direkten Kontakt zwischen christlich-abendländischem und arabischem Kulturkreis
erschienen ihm kulturell weit stimulierender und fortgeschrittener.

Castel del Monte, die bekannteste von Friedrichs Burgen in
Apulien
Foto:
Wikipedia Noch heute ist das Wirken von Friedrich II in Süditalien deutlich sichtbar.
Mit Vorliebe errichtete der Kaiser Paläste oder ließ Paläste umbauen, die nicht
zu kirchlichen Zwecken dienten oder die militärisch wichtig waren. In Apulien entstanden so die Schlösser und
Burgen in Gioia del Colle, in Brindisi, in
Oria, in Lucera, und das berühmte Castel del Monte.
Im Jahre 1232 ließ er innerhalb der Stadtmauern der neuen Siedlung
Altamura eine der größten und prunkvollsten Kirchen Apuliens bauen.
Von allen Burgen, die er in Sizilien erbauen
ließ, ist die Burg Maniace in Syrakus
die wohl eindrucksvollste. Andere wichtige Burgen sind Ursino
in Catania, die Burg
Lombardia in
Enna und die von Milazzo.
Andere Internetseiten über Friedrich II:
|