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Reise nach Italien - Die italienische Geschichte

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Kleine Geschichte Italiens von 1943 bis Berlusconi

König von Deutschland, König von Sizilien, König von Jerusalem, Kaiser des Heiligen Römischen Reiches - Friedrich II (1194-1250) hatte zahlreiche Titel und Ehren. Aber er hatte auch mächtige Feinde, in erster Linie die Päpste, die ihn gleich drei Mal exkommunizierten. Er war schwäbischen Ursprungs, zog es aber immer vor, in Sizilien zu leben und zu regieren, das unter ihm zu einer der wirtschaftlich und kulturell blühendsten Regionen Europas wurde.


Friedrich II, in einer zeitgenössischen Darstellung

Geboren im Jahr 1194, wurde Friedrich (aus dem Haus der Staufer) schon im zarten Alter von 3 Jahren zum König von Sizilien ernannt, im Alter von 16 Jahren wurde er dann auch König von Deutschland. Als er 24 Jahre alt war, hatte er schließlich alles erreicht, was er erreichen konnte: er wurde zum Kaiser des Heiligen Römischen Reiches gewählt. Unter seiner Herrschaft erlebte Sizilien eine nie gekannte kulturelle Blüte, Friedrich II (oft auch "stupor mundi" - "das Erstaunen der Welt" genannt) schuf eine gut funktionierende Verwaltung und förderte den Handel und das Handwerk. Ein Beweis der ökonomischen Blüte seines sizilianischen Reichs war die Prägung der ersten Goldmünze seit der Zeit der Karolinger. Er gründete die Universität von Neapel und förderte Kunst und Literatur. Friedrich beherrschte mehrere Sprachen, unter anderem auch das Arabische, und hatte vielseitige geistige Interessen, er studierte Philosophie, Astrologie und Geographie. Er war sogar ein hervorragender Dichter, der den Hof von Palermo zu einem literarischen Zentrum werden ließ, an dem sich arabische, byzantinische, jüdische und lateinische Kultur begegneten. Offen und tolerant gegenüber dem Islam versammelte er an seinem Hof die besten Köpfe des Mittelmeerraums.


Die Falkenjagd - hier eine andere zeitgenössische Darstellung -
war einer der Lieblingshobbys von Friedrich II

Aber Friedrich hatte auch mächtige Gegner, insbesondere die Päpste, die seiner religiösen Toleranz misstrauten und seinen Einfluss in Italien zurückdrängen wollten. Im Jahr 1224 exkommunizierte ihn der Papst Gregor IX unter dem Vorwand, dass Friedrich einen versprochenen Kreuzzug nach Jerusalem nicht begonnen hätte. Als Friedrich dann schließlich doch zum Kreuzzug aufbrach, ihn siegreich beendete und durch Verhandlungen mit dem Sultan von Ägypten Jerusalem, Bethlehem und Nazareth zurückgewann wurde er erneut heftig vom Papst angegriffen, weil man mit Ungläubigen keine Verhandlungen führen dürfe. Es folgten zahlreiche blutige Auseinandersetzungen mit den Heeren des Papstes und denen der norditalienischen Städte, die die Auseinandersetzungen zwischen Kaiser und Papst geschickt für ihre eigenen Interessen ausnutzten. 1239 wurde er zum zweiten Mal vom Papst exkommuniziert und im Jahr 1245 vom Konzil in Lyon sogar seines Kaiseramts enthoben. Aus Siegen, Niederlagen, Waffenstillständen und Verhandlungen mit unterschiedlichem Ausgang ging Friedrich II in jedem Fall mit ungeminderter Macht hervor und bewies bis zu seinem Tod im Jahr 1250, dass er wegen seiner intellektuellen Brillanz, seiner kulturellen und religiösen Toleranz und seiner unbestreitbaren Fähigkeit, eine funktionierende Verwaltung aufzubauen zu Recht zu den herausragenden Herrschern des Mittelalters gehörte.

Viele seiner Gegner sahen in ihm die Verkörperung des "Antichristen", wegen seiner Unabhängigkeit und seinem respektlosen Stolz gegenüber dem Papst, auf der anderen Seite stand eine z.T. stark übertriebene Heldenverehrung - auch in der historischen Forschung. Für seine Zeit war er zweifellos ein ungewöhnlicher Herrscher, einige Historiker betrachten ihn als eine Art Vorläufer der Renaissance. Obwohl er deutschen Ursprungs und auch König von Deutschland war, interessierte er sich wenig für seine nordischen Wurzeln, Sizilien und die mediterrane Welt mit ihrem direkten Kontakt zwischen christlich-abendländischem und arabischem Kulturkreis erschienen ihm kulturell weit stimulierender und fortgeschrittener.


Castel del Monte, die bekannteste von Friedrichs Burgen in Apulien
Foto: Wikipedia

Noch heute ist das Wirken von Friedrich II in Süditalien deutlich sichtbar. Mit Vorliebe errichtete der Kaiser Paläste oder ließ Paläste umbauen, die nicht zu kirchlichen Zwecken dienten oder die militärisch wichtig waren. In Apulien entstanden so die Schlösser und Burgen in Gioia del Colle, in Brindisi, in Oria, in Lucera, und das berühmte Castel del Monte. Im Jahre 1232  ließ er innerhalb der Stadtmauern der neuen Siedlung Altamura eine der größten und prunkvollsten Kirchen Apuliens bauen.

Von allen Burgen, die er in Sizilien erbauen ließ, ist die Burg Maniace in Syrakus die wohl eindrucksvollste. Andere wichtige Burgen sind Ursino in Catania, die Burg Lombardia in Enna und die von Milazzo.

Andere Internetseiten über Friedrich II:

Inhaltsverzeichnisse (über 650 Seiten):

Italien - Städte und Regionen

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