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Deutsche
und Italiener Urteile und Vorurteile: Die Deutschen lieben die Italiener, aber... Lebt man besser in Italien oder in Deutschland? Deutsche Italien - gefährlich für Touristen? "La deutsche Vita" - "Maria, ihm schmeckt's nicht!" Über die Italiener: "Überleben in Italien - ohne verheiratet, überfahren oder verhaftet zu werden" Die Italiener, der Fußball, der Sport Möchten Sie Feiertage in Italien - Feiertage in Deutschland Deutsche in Italien: J.W. Goethe: Reise nach Italien Das italienische Reisetagebuch von Kaiser Franz I. von Österreich Ich wäre so gerne nicht aus Deutschland... Schau mir in die Augen, Kleiner... Deutsches Branchen-verzeichnis für Italien Italiener in Deutschland: Als Italienischlehrerin in Deutschland Und... Zeitschriften
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Warum ging Goethe 1786 nach Italien? Was suchte er, was fand er dort?
Wie reiste man im 18. Jahrhundert? Wie reiste man im 18. Jahrhundert?
Im achtzehnten Jahrhundert
existierte noch kein "Tourismus" im heutigen
Sinne. Reisen war gefährlich, jederzeit musste man mit
Straßenräubern rechnen. Die Straßen waren oft in einem
miserablen Zustand und verursachten bei den Kutschen
immer wieder Achsbrüche und andere Unfälle. Ins Ausland
zu fahren war besonders schwierig, denn sehr wenige
beherrschten eine Fremdsprache. Die Reisen dauerten sehr
lang, in einer Woche schaffte man vielleicht 400-500 km
und nur die Reichen konnten sich einen derartigen Luxus
erlauben.
Im Mittelalter waren es zuerst die Händler, die weite Reisen unternahmen; sie
mussten es tun, um zu kaufen und zu verkaufen. Dann kamen
die Pilger hinzu, die nach Rom wanderten - oft zu Fuß -
um einen Sündenablass zu erreichen. Und schließlich die
Schriftsteller, Maler und Architekten die bei
ausländischen Meistern lernen wollten oder im Ausland
künstlerische Inspiration suchten. Dürer zum Beispiel
ging nach Holland und nach Italien, um dort zu lernen. Der
reiche Bankier Fugger schickte seinen Sohn nach Venedig,
damit er das italienische Bankensystem kennen lernen
konnte. Italienische Maler und Architekten kamen nach
Deutschland, um für deutsche Fürsten und Kaiser
Aufträge auszuführen. Der kleine Mozart fuhr mit seinem
Vater durch Europa, unter anderem auch durch Italien, um bekannt zu werden. Man reiste also
aus Gründen der Arbeit und des Studiums.
Im 18. und 19. Jahrhundert wurde es in vielen reichen Familien Deutschlands, Englands und Frankreichs eine Gewohnheit, die heranwachsenden Söhne auf eine Art Bildungsreise nach Italien zu schicken, um die traditionelle Erziehung durch Privatlehrer zu Hause zu ergänzen. Obwohl in jener Zeit auch die ersten Urlaubsorte entstanden (meist Kurorte) wo sich die Reichen zur Erholung trafen, blieb eine Reise immer eine sehr kostspielige, langwierige und nicht ungefährliche Angelegenheit. 95% der einfachen Leute verließen praktisch nie den Ort, wo sie geboren waren und wo sie lebten und arbeiteten. Warum ging Goethe nach Italien?
Die Reise Goethes war eine
Art Flucht. Die Arbeit als Minister in Weimar hatte seine
literarische Kreativität blockiert. Er fühlte die
Notwendigkeit eines radikalen Tapetenwechsels. Italien,
genauer gesagt das
klassische Italien der griechisch-römischen Kultur, war schon seit der Kindheit sein Traum gewesen, und er hoffte, dass eine solche Umgebung zu seiner
künstlerischen Wiedergeburt führen würde.
Er bereite diese Flucht im Geheimen vor, niemand sollte wissen, wann und wohin er abreisen würde. Am 3. September 1786, um 3 Uhr in der Nacht, fuhr er mit der Postkutsche ab, ohne sich von irgendjemandem verabschiedet zu haben. Anfangs reiste Goethe unter falschem Namen, er wollte nicht wiedererkannt werden. Er wollte Italien genießen, ohne jemandem darüber Rechenschaft ablegen zu müssen. Für lange Zeit wusste niemand, wo er war, weder seine Mutter noch seine engsten Freunde hatten Nachrichten von ihm. ![]() "Goethe in der Campagna" - Gemälde des Goethe-Freundes Johann Heinrich Wilhelm Tischbein, 1786 Was suchte Goethe in Italien, was fand er dort?
Was Goethe in Italien suchte, war nicht so sehr das Italien von Michelangelo
und Leonardo, der Malerei und der Architektur der Renaissance und des Barock. In Florenz hält er
sich beim ersten Besuch gerade mal 3 Stunden auf und in Rom schläft er beim
Besuch der Sixtinischen Kapelle ein. Die politische Situation Italiens war
ihm völlig gleichgültig. Giotto hat er nie gesehen, Bernini wird in seinem
Italienbuch nie erwähnt. Er suchte das Altertum, und als er in Verona zum
ersten Mal mit eigenen Augen ein Monument des römischen Altertums sah, die
Arena, war er glücklich. In Rom fühlte er sich sofort wie zu Hause, als ob
er nie woanders gelebt hätte.
Er malte unaufhörlich (er brachte ungefähr tausend Zeichnungen und Aquarelle zurück nach Weimar), er begann wieder zu schreiben und kreativ zu werden. Das Tagebuch dieser Reise, das er erst 1829 veröffentlichte, ist ein schönes, aber ungewöhnliches Buch. Es ist weniger eine Beschreibung des Landes, es ist vielmehr eine Beschreibung der Eindrücke, die es ihm vermittelt, Eindrücke von den Menschen und von der Kultur. Wenn man dieses Buch liest, versteht man mehr über Goethe als über Italien. Aber dennoch ist es auch ein Buch über Italien, aber über ein Goethesches Italien, sein idealisiertes Italien, das nur er so erleben und beschreiben konnte. Dieses Gedicht von Goethe ist zum klassischen Ausdruck der deutschen Italien-Sehnsucht geworden:Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn, ![]() Goethe während seines Romaufenthalts 1878, gemalt von Angelika Kauffmann Die zweite und dritte Reise nach Italien
Alle späteren Versuche Goethes, die einzigartige und stimulierende
Erfahrung der ersten Reise zu wiederholen, sind
gescheitert. Auf der zweiten Reise kam er nur bis
Venedig, aber dieses Mal sah er nicht mehr die
klassischen Ideale, sondern nur noch den Schmutz und die
Unordnung des öffentlichen Lebens. Das dritte Mal kam er
nur bis zur schweizerisch-italienischen Grenze, dann
machte er sich wieder auf den Weg nach Hause. Sein
Bedürfnis nach Ausbruch aus dem Alltagsleben war nicht
mehr stark genug.
Dieses Gedicht schrieb Goethe während seines zweiten Italien-Aufenthalts:Noch ist Italien, wie ich's verließ, noch stäuben die Wege, Lesen Sie auch die zweite Seite über die Reise Goethes nach Italien: Goethes Reise nach Italien
(2): Etappe für EtappeWo war er, wann und wie lange hielt er sich dort auf? Hier können Sie das Reisetagebuch von Goethe bestellen:Über die "Casa di Goethe" in Rom: Die "Casa di Goethe" in RomGefühle und Eindrücke beim Besuch der"Casa di Goethe" in Rom. Von Sabrina Bottaro. [zweisprachige Seite] Siehe auch: Alle
Seiten über Deutsche und ItalienerVielleicht kennen Sie Italien, aber kennen Sie auch die Italiener? [Kapitel] Kostenloser Newsletter:Inhaltsverzeichnisse (über 650 Seiten): |
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