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Zweiter Teil:
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28. April: |
Kap San Marco - Tharros - Cuglieri - Santa Maria della Neve - Alghero
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Bosa - Nuraghe Santa Barbara - Chiesa Santa Sabina |
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29. April: |
Grotta del Bue Marino - Cala Luna |
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30. April: |
Monastero Benedettino - Alghero - Grotte di Nettuno -
Santissima
Trinita di Saccargia |
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1. Mai: |
Capo Coda die Cavallo |
28.
April:
Grotta del Bue Marino - Cala Luna
Nach soviel Kultur (und damit leider auch verbundener Fahrerei) wollen wir es
heute etwas ruhiger angehen lassen. Wir haben Glück: Das Wetter lädt zu einer
Bootstour. Im Hafen von Calo Gonone buchen wir eine Tour zur
Bue Marino-Grotte
sowie zur Bucht Gala Luna.
Vom Boot aus bietet sich ein sehr schöner Blick auf die steil ins Meer
abfallenden weißen Felswände des Bergs Supramonte. Die wohl berühmteste Grotte
Sardiniens befindet sich zwischen den beiden Buchten "Cala Fuili“ und "Cala
Luna". Bis vor wenigen Jahren noch lebte in der "Grotta del Bue Marino" ein sehr
menschenscheues und störungsempfindliches Tier: die Mönchsrobbe. (italienisch „Bue
Marino“. Die Gesamtlänge der Höhle beträgt 12 km, davon sind ca. 1.000 m als
Schauhöhle für Touristen erschlossen. Der Pfad verläuft direkt am die Höhle
durchziehenden Wasserlauf. Etwa auf halber Strecke erreicht man die Stelle, wo
über eine natürliche Steinstufe der unterirdische Fluss ins Meer mündet. Die
Höhe gehört sicherlich nicht zu den spektakulärsten Tropfsteinhöhlen und hat im
Vergleich zur Grotta die Ispinigoli nichts Besonderes zu bieten. Schön sind
jedoch die Wasserspiegelungen der Tropfsteine.

Im Anschluss an die halbstündige Höhlentour bringt uns das Boot zur Bucht
Cala
Luna mit ihrem 500 m langen Sandstrand. Wir suchen uns ein schönes
Sonnenplätzchen und genießen den Blick auf das azurblaue Meer. Hinter uns mühen
sich eine Freeclimber mit den schroffen Felswänden ab. Als es nachmittags
unangenehm windig wird, sind wir froh, dass endlich das Boot zur Abholung kommt.
Nach so viel Faulenzen ist uns noch nach einer kleinen Unternehmung zu Mute, so
dass wir zur nahe gelegenen Nuraghe Mannu fahren (obwohl unser Reiseführer die
Erwähnung nachvollziehbarer Weise ausgelassen hat). Nach einem 800 m langen
Fußweg erreichen wir das Kassenhäuschen. Die 5 Euro Eintritt pro Person
erscheinen uns ziemlich hoch, zumal das ausliegende Infomaterial kein besonderes
Highlight verspricht, so dass wir die Aktion unverrichteter Dinge abbrechen.
29.
April:
Sorgente Su Gologone - "Sa Oche Su Ventu"
Das Wetter ist unberechenbar. Nachts war es ziemlich windig und der Himmel ist
heute wolkenverhangen. Es dauert nicht lange und der Regen setzt ein.
Nachmittags klart es ein wenig auf und wir beschließen nach Tiscali
zu fahren,
obwohl unser Reiseführer auch dieses Kapitel ausgelassen hat. Die anfangs
vorhandene Ausschilderung stellt sich als denkbar schlecht heraus, so dass wir
mehr auf Verdacht einen Weg an der Sorgente Su Gologone wählen. Die Landschaft
ist sehr schön, auch wenn die Straße schon recht bald in eine Schotterpiste
übergeht.

Eher zufällig gelangen wir zur Höhle "Sa Oche Su Ventu" (übersetzt:
"Die
Stimme“). Auf Stufen des neben dem kleinen Parkplatz befindlichen Gebäudes sitzt
ein Mann, dessen Aufgabe es anscheinend ist, darauf zu achten, dass jeder, der
die Höhle betritt, diese auch wieder verlässt. Ansonsten können wir die Höhle
auf eigene Faust erkunden. Der steinige Weg zur Höhle sieht aus wie ein
ausgetrocknetes Flussbett. Mangels Taschenlampe trauen wir uns nur ca. 20 m in
die Höhle hinein. Dennoch ein schönes Erlebnis.
Die Suche nach Tiscali haben wir noch nicht aufgegeben, so dass wir der Straße,
die sichtlich schlechter wird, weiter folgen. Das mulmige Gefühl gewinnt recht
schnell Oberhand. Als uns endlich ein weiteres Fahrzeug begegnet, werden wir von
den Auskünften der Insassen noch weiter verunsichert, so dass wir beschließen,
die Aktion abzubrechen und die ganze Holperpiste zurückfahren.
30.
April:
Monastero Benedettino - Alghero - Grotte di Nettuno -
Santissima Trinita di Saccargia
Auf dem langen Weg nach Alghero halten wir am
Monastero Benedettino, eine gut erhaltene Klosteranlage. Der
Kirchturm der spätgotischen Kathedrale San Pietro di Sorres ist schon von weitem zu erkennen. Besonders reizvoll ist die Fassade
mit Streifenmuster und Blendarkaden. Im Innenraum beeindrucken vor allen Dingen
die Kreuzgewölbe und die arabisch anmutenden schwarz-weiß gestreiften Säulen.

Alghero ist zum Meer hin durch eine majestätische Festung abgegrenzt. Die
wunderschöne, gut erhaltene, historische Altstadt mit vielen verwinkelten Gassen
im gotisch-katalanischen Baustil, beginnt direkt am Hafen. Es lohnt sich, die
Stadt zunächst durch einen Rundgang entlang der erstaunlich intakten
Befestigungsmauern zu erkunden, der an der Bastione della Maddalena mit ihrem
mächtigen Rundturm (Garibalditurm), beginnt.

Unser nächstes Ziel liegt am Capo Caccia, die Meeresgrotte
Nettuno, die hinter
der kleinen Bucht von Porto Conte liegt. Die Küstenlandschaft ist spektakulär,
besonders beeindruckt die bis zu 168 m hohe Steilküste und einige aus dem Wasser
ragende Felsen. Die Grotte di Nettuno ist entweder per Boot (ausschließlich bei
ruhigem Seegang möglich) oder zu Fuß zu erreichen. Uns bleibt nur der
beschwerliche Abstieg über 652 Stufen entlang der steil abfallenden Felswand
übrig. Der Bau der Treppe, die sich quasi um die Felswand herum windet, hat
Jahrzehnte gedauert. Belohnt werden wir durch ein faszinierendes
Grottenerlebnis. Die Grotte ist übersät mit Stalagtiten und Stalagmiten und
gehört zu Recht zu den schönsten Sardiniens.
Zurück an die Ostküste fahren wir zunächst über Sassari und legen noch einen
kurzen Stopp an der Santissima Trinita di Saccargia, deren imposanter,
gestreifter Campanile schon von weitem zu sehen ist.
1.
Mai:
Capo Coda di Cavallo
Heute heißt es leider schon wieder Abschied nehmen. Wir räumen das Appartement
und lassen mit einer letzten Besichtigung des nahe gelegenen Heldengrabes
"Thomes" (6 km entfernt von Serra Orrios Village) die Nuraghenkultur hinter uns.

Etwas Zeit bleibt uns noch, bevor wir unseren Rückflug antreten müssen. Nur
wenige Kilometer vom Flughafen in Olbia entfernt fahren wir kurz hinter
San Teodoro an den Strand. Die Abfahrt zur Bucht der Marina di Lu Imposato
(bekannt durch den Badeunfall von Götz George) verpassen wir leider. Statt
dessen fahren wir durch ein schönes Villenviertel, um letztendlich am Strand von Capo Coda di Cavallo ein Plätzchen zu finden, leider ist die Sandbank jedoch nur zu
erreichen, indem man zunächst durch Knie hohes Wasser watet. Hier genießen wir
mit etwas Wehmut die letzten sardischen Sonnenstrahlen, bevor der Flieger uns
wieder heim bringt.
Fazit:
Sardinien ist eine landschaftlich sehr schöne Insel, die sicherlich insbesondere
im Frühling ihre Reize hat, da alles blüht und fröhliche Farben verbreitet.
Abseits der teilweise luxuriösen Touristenorte entpuppt sich Sardinien als
ziemlich arm. Die Dörfer im Inselinneren sind sehr einfach und es ist wenig
Leben auf den Straßen zu finden.
Kulturell gibt es einiges zu entdecken, dies ist aber verbunden mit ziemlich
aufwändiger Fahrerei. Eintrittspreise für zum Teil nur mittelmäßige
Sehenswürdigkeiten sind sehr hoch. Empfehlenswert ist ein Aufenthalt von
mindesten zwei Wochen, am besten eine im Norden und eine im Süden, um sich die
Insel ganz erschließen zu können.
Text und Fotos von
Anke Schlingemann:
www.schlingels.de
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