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Frühling in Sardinien |
Lassen Sie sich nach Sardinien entführen! Und wundern Sie
sich nicht, wenn Sie nach dem Lesen dieses Reiseberichts von Anke Schlingemann und Detlef Hälker Lust bekommen die Koffer zu packen... |
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Das Programm der Reise:
Erster Teil:
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24. April: |
Olbia - Dorgali - Cala Gonone |
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25. April: |
Cala Gonone - Golfo di Orosei - Grotta di Ispinigoli -
Cala Fuili
Beach -
Cala Cartoe |
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26. April: |
Orosei - Posada / Castello de Fava - Budoni -
Villaggio de Serra
Orrios -
Sorgente Su Gologone |
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27. April: |
Nuraghe Losa - Santa Cristina - „pozzo sacro“ - Cabras -
Sinis-Halbinsel -
San Salvatore - San Giovanni di Sinis |
Zweiter Teil:
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28. April: |
Kap San Marco - Tharros - Cuglieri - Santa Maria della Neve - Alghero
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Bosa - Nuraghe Santa Barbara - Chiesa Santa Sabina |
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29. April: |
Grotta del Bue Marino - Cala Luna |
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30. April: |
Monastero Benedettino - Alghero - Grotte di Nettuno -
Santissima
Trinita di Saccargia |
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1. Mai: |
Capo Coda die Cavallo |
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Sardinien
- Allgemeines
Sardinien bildet mit 24.000 qkm die zweitgrößte Insel im Mittelmeer. Die
Ausdehnung der Insel in Ost-West-Richtung beträgt 145 km, in Nord-Süd-Richtung
270 km und damit ist Sardinien dreimal so groß wie die Nachbarinsel Korsika. 1,7
Millionen Menschen leben auf der Insel.
Nach alter sardischer Mythologie hatte Gott bereits die ganze Welt mit all Ihren
Ländern und Meeren erschaffen, es waren ihm nur noch einige Felsbrocken
geblieben. Diese warf er ins Meer und trat sie mit dem Fuß fest. Aus dem Ichnusa
(Fußabdruck, gleich der Inselform) wurde eine Insel mit allen nur denkbaren
Landschaftstypen, ein kleiner Kontinent: Sardinien. Zur Verfeinerung nahm er nun
von der restlichen, bereits fertigen Schöpfung das jeweils Beste und verteilte
es auf die karge Felsinsel.

Die Natur auf Sardinien ist noch intakt, die Landschaft abwechslungsreich, und
die Fauna und Flora einzigartig. Sardinien ist eine Insel der Steine und Felsen.
Endlos gestaffelte Gebirgsketten dehnen sich Innern der Insel aus; zackige
Granitkämme, tiefe Felsschluchten und zerklüftete Schiefergebirge wechseln
einander ab. Und überall, soweit das Auge reicht, immergrüne Macchiasträucher.

Bizarre Granitformationen, Höhlen, Berge und Wälder sind umgeben von
kilometerlangen Sandstränden und smaragdfarbenem Meer mit kristallklarem Wasser.
Die Küstenlinie besitzt eine Länge von 1850 km, die Strände Sardiniens gehören
zu den schönsten der Welt. Weite naturbelassene, weiße Strände wechseln sich ab
mit felsigen, einsamen Buchten.
Eine besondere Attraktion der Insel: weit verzweigte Tropfsteinhöhlen, die sich
im Innern der Kalksteingebirge erstrecken. Und nicht zu vergessen, das Werk der
Menschen: Unzählige Nuraghen aus der Vorgeschichte aber auch ganz einfache
Mauern zur Einfriedung von Feldern und Weiden überziehen, aus den so überreich
vorhandenen Steinen geschichtet, die herbe Landschaft.
24. April:
Dorgali - Cala Gonone
Ab Berlin gab es leider keinen günstigen Direktflug nach Sardinien, so dass wir
ab Hannover fliegen, jedoch erst mittags, also völlig stressfrei. Um 14:30 h
landen wir in Olbia, nehmen unseren reservierten Mietwagen entgegen und fahren
nach Dorgali (Ostküste). Schon auf der Fahrt entlang der Küste kommt
Urlaubsstimmung auf. Die Landschaft ist sehr abwechslungsreich. Das Meer
schimmert türkisfarben und wird eingerahmt von den bizarren Formationen der
Steilküste. Das Landesinnere ist gebirgig - die Natur ist zu dieser Jahreszeit
besonders schön, denn überall blüht es und einige Felder leuchten Gelb oder Rot
aus der ansonsten grünen Landschaft.
Über das Internet haben wir ein Haus angemietet.
Nachdem wir das Nötigste eingekauft haben, suchen wir in Dorgali die
Vermieterin. In einer nahe gelegenen Enoteca hilft man uns, nachdem wir uns mit
sardischem Wein eingedeckt haben, weiter. Vanda, die Vermieterin, spricht
leider nur italienisch und versucht uns (eben auf italienisch) irgendwie näher
zu bringen, dass es einen Wasserschaden in dem von uns angemieteten Haus gab und
wir auf Wunsch ein anderes ihrer Häuser auswählen können. Da wir das von uns
ursprünglich angemietete Haus dennoch erst sehen möchten, lädt sie einen kleinen
Gasofen in ihren alten Fiat Panda und führt uns zu dem Haus. Offensichtlich ist
sich Wanda nicht ganz sicher, ob wir sie wirklich verstanden haben, denn
unterwegs hält sie an, um die Dolmetscherdienste eines nach Aussteiger
aussehenden Deutschen in Anspruch zu nehmen.
Das Haus "Ovile Mare“ das sehr
einsam an einem Berghang mit Blick aufs Meer (Cala Cartoe) liegt, muss im
Sommer, wenn man die Tage draußen verbringt, paradiesisch schön sein. Zu dieser
Jahreszeit ist es, ganz abgesehen vom muffigen Geruch und der aushäusigen
Toilette, u.E. nicht wirklich vermietbar und lässt nichts von seinem
angepriesenen romantischen Charme entdecken.

Das Alternativhaus ist in Cala Golone. Da Cala Gonone von einer ca. 900 m hohen
Felsenmauer umgeben ist, müssen wir zunächst einmal um den Berg herumfahren.
Bereits von der Serpentinenstrasse erschließt sich uns ein schöner Blick auf das
kleine Küstenstädtchen.
Das "Casa Gometz“, das noch
ganz neu ist (laut Website wurde das Haus im Juli 2003 fertig gestellt, die
Außenanlagen sind allerdings noch im Baustellenzustand) liegt etwas oberhalb der
Stadt. Vom Balkon aus (es gibt drei) hat man einen schönen Blick auf den Golfo
di Orosei. Leider ist es Ende April noch nicht warm genug, um abends gemütlich
auf dem Balkon zu sitzen. Die Sonne verschwindet bereits um kurz vor sieben
hinter dem Berg.
25.
April:
Cala Gonone - Grotta di Ispinigoli - Cala Fuili Beach - Cala
Cartoe
Morgens ist es noch stark bewölkt. Wir erkunden erst einmal den kleinen Ort Cala
Gonone, der zu dieser Jahreszeit wie ausgestorben wirkt. Viele Geschäfte sind
anscheinend noch geschlossen.
Cala Gonone bildet, am Golfo di Orosei liegend, quasi den Beginn einer
gewaltigen Steilküste mit traumhaften Badebuchten, die nur mühsam zu Fuß, am
besten per Boot zu erreichen sind. Bootstouren zu den Buchten des Nationalpark
Golfo di Orosei sowie zur Grotte del Bue Marino werden im Hafen in Cala Gonone
angeboten. Doch zu einer Bootstour lädt das Wetter heute wahrlich nicht ein, so
dass wir uns für eine Indoor-Aktivität entscheiden.

Wir fahren in Richtung Orosei zur Grotta di Ispinigoli. Eine schmale, steile
Treppe führt hinab zu einem großen Saal mit Stalagtiten und Stalagmiten. Dabei
umrunden wir die Hauptattraktion der Grotte, eine 38 m hohe Tropfsteinsäule
(angeblich der größte Stalagtit Europas), die vom Boden bis zur Decke reicht.
Ein weiterer ca. 60 m tiefer Schlund ist für Touristen nicht zugänglich. Er
führt zu einem unterirdischen Fluss, der durch die 15 km lange Höhle fließt.
Nach dieser durchaus sehenswerten Höhlenbesichtigung fahren wir die
Küstenstrasse weiter nach Orosei. Da es inzwischen regnet, entscheiden wir uns
gegen den Altstadtspaziergang und fahren wieder zurück nach Cala Gonone.

Glücklicherweise klart es nachmittags wieder auf, so dass wir von Cala Gonone
aus auf der Viale Bue Marino bis zum Ende der asphaltierten Straße fahren. Von
hier führt ein stufiger Weg hinab zum Cala Fuili Beach, eine kleine Badebucht.
Wir wählen den Höhenweg in Richtung Cala Luna und haben ein schöne Aussicht auf
die Steilküste. Die als Halbtagestour angegebene Wanderung ist uns für unseren
ersten Urlaubstag zu lang, so dass wir auf halber Strecke umkehren.
Ausgestattet mit Wein und Käse fahren wir zur Strandbucht Cala Cartoe und
genießen - im Wechselspiel mit Wolken - die letzten Sonnenstrahlen des Tages.
26.
April:
Orosei - Posada - Budoni - Villaggio de Serra Orrios -
Sorgente Su Gologone
Auf dem Weg nach Orosei kommen wir an einigen großen Steinbrüchen vorbei und
beobachten, wie sich die Kräne und Bagger mit den riesigen Felsbrocken abmühen.

In Orosei angekommen holen wir den als
"intinerario storico“ ausgeschilderten
historischen Spaziergang durch die Altstadt nach. Vom palmenbestandenen Piazza
del Popolo mit Barockfassade der Chiesa San Giacomo hat man einen schönen Blick
auf die typischen mit roten Ziegeln gedeckten Kuppeldächer. Gut gefällt uns die
zur Chiesa Sant´Antonio Abate gehörende Anlage, die früher als Spital diente und
heute ein Wohnquartier mit malerisch bewachsenen Häusern ist. Die Kleinstadt
(5.000 Ew.) ist ganz nett, gehört aber sicherlich nicht zu den sardischen
Highlights.
Auf der Küstenstraße führt kurz hinter der Stadt ein kleiner Weg zur Kirche Santa
Maria di Mare (geschlossen) und zu dem mit Pinien bewachsenen Strand Punta Nera,
wo ein Fluss ins Meer mündet. Die Blütenpracht, die man zu dieser Jahreszeit
bewundern kann, reicht bis an den weißen Strand und bietet zusammen mit dem
smaragdfarbenen Wasser und den dunklen im Wasser liegenden Felsen ein
kontrastreiches Bild.

Unser nächstes Ziel ist das kleine Städtchen Posada, das malerisch auf einem
Hügel thront und dessen Turm des Castello schon von weitem zu sehen ist. Wir
laufen durch die engen Gassen der historischen, mittelalterlichen Altstadt und
besteigen den Burgturm. Von dem Verteidigungssystems aus dem 12. Jh., dass aus
insgesamt sieben Türmen und einem Mauerring bestand, steht heute nur noch ein
kleiner Überrest des Castello de Fava. Vom Turm aus hat man einem schönen
Ausblick auf die fruchtbare Ebene, den Posado-Fluss, schöne karibisch anmutende
Strände sowie Gebirgszüge im Hinterland.
Zeit für eine Siesta! In Budoni fahren wir an den von einem Pinienhain
eingefassten Strand und genießen im feinen, weißen Sand liegend die Sonne.
Für die Rückfahrt wählen wir die Schnellstraße. Kurz vor Dorgali besichtigen wir
das nuraghische Dorf "Villaggio de Serra Orrios“, das als gut erhalten gilt.
Über 70 Wohnbauten jedoch keine Nuraghen) haben hier vormals gestanden.
Grundrisse, aber teilweise auch die Mauern von ca. 50 Häusern inkl.
Tempelbauten, Brunnen und befestigte Plätze sind erhalten (7 km von Ovile).

Die Nuraghenzivilisation, die sich etwa 1.500 bis 500 v. Chr. hier
niedergelassen hat, trägt diesen Namen wegen der Nuraghen (den Wahrzeichen
Sardiniens): militärische Türme, meistens auf Hügeln oder baumlosen Ebenen
angelegt, um soviel Gebiet wie möglich zu kontrollieren und zu überblicken.
Heute kennt man noch ca. 5.000 der ehemals 10.000 Nuraghen – ein ausgezeichnetes
Netzwerk, um das ganze Gelände zu überblicken und gegebenenfalls die Insel vor
Eindringlingen zu verteidigen.
Unser letztes Tagesziel ist Sorgente Su Gologone, die ertragreichste natürliche
Quelle Sardiniens, 300 Liter kristallklares Wasser pro Sekunde sprudeln aus
einem Felsspalt. Wir erleben die Quelle offensichtlich bei "Hochwasser", denn
der direkte Zugang liegt unter Wasser, ebenso wie einige Bäume von Wasser
umgeben sind. Im Sommer findet man hier sicherlich auch eine schöne Badestelle
und kann über angelegte Stufen ins Wasser steigen.
27.
April:
Nuraghe Losa - Santa Cristina - "pozzo sacro" - Cabras -
San Salvatore - San Giovanni di Sinis - Kap San Marco - Tharros - Cuglieri -
Bosa - Chiesa Santa Sabina
Der erste Tag, an dem es schon morgens richtig sonnig ist – ein Balkonfrühstück
mit Blick aufs Meer ist angesagt.

Das gesamte Areal der Nuraghe Losa (ca. 11. Jh. vor Chr.) war ursprünglich mit
einer Länge von 300 m sowie einer Breite von 100 – 200 m bemessen und von einem
Mauerring eingefasst. Das Herzstück der Anlage, die Dreiecksbastion, hat heute
noch eine Höhe von ca. 13 m (ursprünglich 20 m) und wurde von vier Türmen
umgeben. Ein tolles Erlebnis.

Unser nächstes Ziel ist Santa Cristina, in der Nähe von
Paulilatino, benannt
nach der im 12. Jh. errichteten Wallfahrtskirche. Gegen Ende des 2. Jt. v. Chr.
wurde hier das nuraghische Brunnenheiligtum "pozzo sacro" errichtet – zu Recht
im Reiseführer als Pflichtprogramm eines Sardinienreisenden benannt. Verblüffend
ist insbesondere die präzise Handwerkskunst dieser unterirdischen, nur 20x26 m
messende, 7 m hohe Anlage, die sich aus drei Bauelementen zusammen setzt:
Vorhalle (Atrium), Treppenabstieg und Brunnenhalle mit falscher Kuppel (Tholos).
Neben den exakt behauenen Steinen, die völlig fugenlos und passgenau aufeinander
stoßen, besticht die raffinierte Bauweise. Eine schlüssellochförmige Öffnung in
der Mauer gibt den dreieckigen Einstieg frei, der sich über 25 Stufen nach unten
hin weitet und zum kreisrunden Brunnen führt.
Zu besichtigen gibt es ebenfalls die Überreste eines nuraghischen Dorfes sowie
die gut erhaltene Turmnuraghe Santa Cristina (1.500 bis 1.200 v. Chr.), die
einen Durchmesser von 3,50 m misst.
An Oristano fahren wir vorbei zur Sinis-Halbinsel und halten kurz am Kirchplatz
der Santa Maria in Cabras an, die im wahrsten Sinne des Wortes das Ortsbild
prägt.

Auf dem weiteren Weg nach Tharros besichtigen wir das ausgestorbene
Wallfahrtstädtchen San Salvatore, das wohl nur am ersten Sonntag im September
zum Fest des heiligen Salvatore Leben eingehaucht bekommt. Kleine Häuser mit
verschlossenen Türen und Fenster umschliessen die (leider geschlossene) Kirche,
die über einem ehemaligen Brunnenheiligtum errichtet wurde. Eine eigenartige
Atmosphäre!
Das älteste Bauwerk Sardiniens, die Kirche "San Giovanni di Sinis“ ist unser
nächstes Ziel. Das byzantinisch geprägte Hauptschiff der Kirche stammt aus dem 6.
Jh., die Seitenschiffe wurden erst im 11. Jh. ergänzt. Der archaisch wirkende
Innenraum ist völlig schmucklos.

Auf dem Weg zum Kap San Marco ist schon von weitem der gut erhaltene spanische
Wehrturm zu sehen. An dieser Stelle wurde Tharros um 900 v. Chr. von den
Phöniziern als Hafenstadt gegründet. Die exponierte Lage wurde dem Ort zum
Verhängnis. Tharros konnte den Überfällen der Sarazenen nicht standhalten, so
dass diese im 11. Jh. aufgegeben und Oristano gründet wurde. Ein ungewöhnlicher
Umzug, denn Tharros wurde weitgehend abgetragen und das recycelte Baumaterial
für den Aufbau von Oristano verwendet.

Im 19. Jh. kamen Tausende von Schatzgräbern nach
Tharros (unter Ihnen auch
Balzac), um im Goldrausch die noch vorhandenen Grabbeigaben zu plündern.
Bauwerke gibt es heute nicht mehr, die noch übrig gebliebenen Grundmauern und
Fundamente der Ruinen lassen jedoch die Struktur der Stadt, seiner
Befestigungsmauern und Tempel nachempfinden. Da zur Zeit die gesamte Anlage von
herrlichen bunten Blumen durchzogen ist, lohnt sich im Frühjahr die Besichtigung
sehr.
Wir verlassen die Sinis-Halbinsel in nördliche Richtung. Unser nächstes Ziel ist
der kleine Ort Cuglieri, den wir über Serpentinen erreichen. Mutig fahren wir
durch die steilen, engen Gassen und erhalten einen schönen Eindruck des Ortes.
Der Beschilderung folgend gelangen wir zum Vorplatz der Barockkirche Santa Maria della Neve mit ihren zwei Glockentürmen (leider derzeit eingerüstet). Ganz
sicher sind wir uns nicht, ob wir hier wirklich mit dem Auto hochfahren durften,
dennoch genießen wir erst einmal die schöne Aussicht auf die Dächer des
Städtchens und das angrenzende Meer.

Durch das völlig unbesiedelte Bergland von Alghero fahren wir, begleitet von
schönen Aussichten auf die spektakuläre Steilküste, weiter nach Bosa. Zwischen
vulkanischen Tafelbergen, an deren Hängen Wein und Oliven gedeihen, liegt die
Stadt im fruchtbaren Mündungsgebiet des Temo, der immer wieder für
Überschwemmungen in der Unterstadt sorgt. Die Oberstadt wird vom Castello di Serravalle überragt, eine Befestigungsanlage aus dem 12. Jh., zu deren Füßen
sich mehrstöckige Bürgerhäuser angesiedelt haben. Lust zu einer weiteren
Besichtigung haben wir aber nicht mehr.
Am Ufer des Temos liegen einige Fischerbote vor verfallenen Gerberhäusern und
kontrastieren durch ihren morbiden Charme mit der palmengesäumten
gegenüberliegenden Uferpromenade.

Zurück an die Ostküste fahren wir über Macomer. Die
Nuraghe Santa Barbara liegt
laut unserem Reiseführer gut sichtbar gegenüber der Stadt, was wir nicht
bestätigen können. In Richtung Nuoro fahren wir weiter. Kurz vor Silanus liegt
rechts am Straßenrand, die Chiesa Santa Sabina aus dem 11. Jh, eine kleine
gedrungene Kirche mit byzantinischen und romanischen Einflüssen. Zusammen mit
dem nur wenige Meter entfernt stehenden, gut erhaltenen Nuraghen gibt sie ein
archaisches Bild ab.
Text und Fotos von
Anke Schlingemann:
www.schlingels.de
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Siehe auch: |
Die Artikel der Mitarbeiter von "Reise nach Italien"
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Seiten über Sardinien
Die Sonneninsel Italiens: Von Cagliari bis zur Costa Smeralda.
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