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Das Olivenöl spielt nicht nur im Salat, sondern in der gesamten mediterranen
Diät eine zentrale Rolle.
Artikel aus der Zeitschrift A tavola. ![]() Im Mittelpunkt gesunder Ernährungsweise: das Olivenöl. Gesund, lecker und bekömmlich ist es der wichtigste Baustein der Mittelmeer-Diät. Foto: "A Tavola"
Das grüne Gold Italiens - so wird das Olivenöl auch gern genannt, denn es
spielt nicht nur im Salat, sondern in der gesamten mediterranen Diät - zu
der vornehmlich die gesunde italienische Küche gehört - eine zentrale Rolle.
Ein guter Grund, einmal genauer hin zu sehen: was macht ein gutes Öl aus? Wie kann man sich sicher sein, ein echtes Produkt aus Italien auf dem Gaumen zu spüren? Muss es immer ein „Extravergine“ sein, und was ist das überhaupt? Hier die Antworten. ![]() Italien ist der zweitgrößte Produzent von Olivenöl der Welt Zahlen von 2010, Grafik: Wikipedia Die Mittelmeer-Diät
So nennt man die Ernährungsgewohnheiten,
die sich am Mittelmeer traditionell
etabliert haben, und dazu gehört
auch die italienische Küche. Heute
ist diese Diät ein sehr gesundheitsförderndes Ernährungskonzept, bei
dem pflanzliche Produkte deutlich
überwiegen, ohne dass auf Fleisch,
Fisch und Geflügel verzichtet wird.
Dass ein guter Salat unbedingt dazu gehört, ist ja eigentlich klar. Das Besondere an der Mittelmeer-Diät ist, dass es sie schon lange gab, bevor man sich Gedanken über Schlankheit, Fitness und Wellness machte - sie hat also eine lange Tradition und ist einfach lecker. Diese Werte spiegeln sich in einem guten Olivenöl wider, denn es ist ein köstliches und seit Jahrhunderten naturbelassenes Produkt. Die Olive
Der Olivenbaum hat am Mittelmeer
eine Geschichte, die so alt ist wie die
Mythologie. Tatsächlich soll die Göttin
der Weisheit Athena beim Kampf
mit dem Meeresgott Poseidon um das
Schutzpatronat von Attika die Stange
ihrer Lanze in den Boden gepflanzt haben
- woraus der erste Olivenbaum entstanden sein soll.
Die Olive begleitet den Menschen also bereits seit vielen Jahrtausenden, durfte auf den Tischen der Römer genauso wenig fehlen wie auf den einfachen Tafeln der Ärmeren, wo zerdrückte Oliven einen begehrten Brotaufstrich darstellten. Die Olivenfrucht besteht aus 15% bis 35% Öl, 35% bis 40% Wasser sowie aus Zellulose, Proteinen und Zucker. Die Mengen unterscheiden sich sehr nach der Art der Olive, sowie auch das Verhältnis der mehrfach ungesättigten, ungesättigten und gesättigten Fettsäuren im Öl. So mild die aus Oliven gewonnenen Öle auch sind - jede Olivenart bringt unter den gegebenen Umwelt- und Wachstumseinflüssen einen besonderen Eigengeschmack hervor. Am deutlichsten sind diese Unterschiede natürlich am Geschmack der unverarbeiteten Olive zu erkennen. Die Vielfalt ist erstaunlich: Allein in Italien wachsen über zehn verschiedene Sorten von Oliven, sie sind rechts zusammengefasst.
Die italienischen Olivensorten
Ascolana
Carolea und Cassanese
Cucco
Giarraffa und Nocellara
Strana
Majatica di Ferrandina
Cerignola
Santa Caterina
Sant‘Agostino
Pizz‘e Carroga Die Ölgewinnung
Nachdem die Oliven geerntet und
gereinigt sind, werden sie beim Mahlen
zerkleinert. Eine Emulsion aus
Wasser und Öl entsteht, und eine Masse
(die sogenannte Gramolatur), aus
der mittels Presse oder Schleuder weiteres
Öl gewonnen wird. Das aus der
ersten Pressung gewonnene Öl kommt
nach der Filterung als „Extravergine“ auf den Markt.
Um hierbei ein hochwertiges Öl zu erhalten, darf die Temperatur der Olivenmasse zu keinem Zeitpunkt der Verarbeitung die 27 Grad-Marke überschreiten - so die Vorschrift der EU für kaltgepresstes Olivenöl. Das Öl hat zunächst eine trübe Farbe und durchläuft nun mehrere Filterprozesse, bevor es sich klar und rein darstellt -so wie man es dann auch kaufen kann. Nur selten bekommt man ungefiltertes Öl zu kaufen, da die Wasseranteile die Haltbarkeit verringern. Eigentlich schade, denn viele Kenner bevorzugen das trübe, ungefilterte Öl und schreiben ihm eine höhere Qualität zu. Tatsächlich sagt die Verarbeitung noch nicht so viel über die wichtigste Qualität der Öle aus - daher folgt ein von Experten durchgeführter Geschmackstest. Der Geschmack eines gelungenen Öles kann von fruchtig (Aroma und Geruch der reifen Olivenfrucht) über scharf (typisch für die Ölsorte, die am Anfang der Ernte gewonnen wird) bis süß (wenn der Geschmack weder bittere noch scharfe Noten aufweist) reichen. Die meisten im gewöhnlichen Supermarkt erhältlichen Öle sind ausgewogen und haben einen weitgehend neutralen Geschmack, da sie meistens aus einer Mischung verschiedener Oliven aus verschiedenen Regionen und Ländern bestehen. Bei Ölen mit gekennzeichneter Herkunft ist das anders - doch dazu gleich. ![]() Beim italienischen Salat geht ohne Olivenöl nichts! Die darin enthaltenen ungesättigten Fettsäuren sind der Schlüssel zu den frischen Vitaminen. Foto: "A Tavola" Öl und Gesundheit
Grundsätzlich gilt die gesamte Mittelmeerdiät
als gesund, und mehrere
wissenschaftliche Untersuchungen bescheinigen
ihr präventive, ja sogar heilende
Eigenschaften hinsichtlich der Erkrankungen
des Verdauungsapparates,
verschiedener Krebsarten sowie des
Herzkreislaufs.
Diese Eigenschaften werden auch
dem Olivenöl zugeschrieben, vor allem
aufgrund seiner ausgeglichenen Zusammensetzung
bezüglich der Fettsäuren:
70% bis 80% ungesättigte Fettsäuren,
7% bis 15% gesättigte Palmitinsäure
und 6% bis 9% Linolsäure.
Diese Zusammensetzung macht
das Olivenöl auch zu einem „Allzwecköl“
in der Küche, da es mit einem
Siedepunkt von 200 Grad nicht nur als
kalter Zusatz für den Salat, sondern
auch zum Braten und Frittieren bestens
geeignet ist.
Gutes Öl erkennen
Seit es eine EU-Kennzeichnung gibt,
sind die Etiketten auf den Flaschen auskunftsfreudiger
und zuverlässiger denn
je. Zunächst müsste bei einem guten Öl
eines der 3 EU-Kennzeichen vorhanden
sein (Geschützte Ursprungsbezeichnung,
Biologischer Anbau oder Geschützte Geographische
Angabe). Es folgen Herkunftsort
und die Verkaufsbezeichnung, wie
zum Beispiel „Olio extravergine di oliva“.
Auch darf der Name des Herstellers und
dessen Firmensitz nicht fehlen.
Weitere Angaben wie Herstellungsdatum,
Mindesthaltbarkeitsdatum und
Produktionscharge folgen auf der Rückseite
der Flasche, auf dem zweiten Etikett.
Viele Hersteller geben hier auch in einer
Tabelle die Nährwerte des Öls an - dies ist
die einzige der genannten Angaben, die
nicht obligatorisch ist.
Einen guten Leitfaden zum italienischen Olivenöl hat das Konsortium der Olivenbauer Italiens (Consorzio Nazionale Olivicoltori, kurz: CNO) entwickelt. Die Informationen sind auf der Internetseite www.cno.it zusammengefasst, und dort findet man auch die zur Zeit umfangreichste Auswahl von kleinen und mittelständigen italienischen Ölbetrieben. Text: "A tavola!" Mehr über die Zeitschrift "A tavola!" A tavola! - Italienische Gastronomie in DeutschlandGehen Sie zum Essen gern "zum Italiener"? Wenn ja, dann werden Sie diese Zeitschrift schätzen! Diese Seite kommentieren:
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