
Das Kreuzfahrtschiff MSC Splendida im Hafen von Messina
Die Uhr zeigt kurz nach 6 Uhr morgens
...als unser Schiff, die MSC Splendida, Messina ansteuert. Schon
von weitem fällt die „Madonnina“ auf, eine 60 Meter hohe Säule mit einer
Marienfigur, die den Hafen beschützt und die einlaufenden Schiffe begrüßt. Mit
selbstverständlicher Perfektion manövriert Kapitän Giuliano Bossi, der aus einem
Dorf in Cinque Terre stammt, den „großen Pott“ an den Kai.
Die meisten Passagiere stehen staunend an Deck. Malerisch taucht die Stadt mit
ihren zahlreichen Kirchen aus dem Morgennebel auf. Schnell besiegt Italiens
Sonne die dräuenden Wolken, und Messina präsentiert sich in sattem Glanz. Also
schnell von Bord.

Blick vom Hafen auf die Stadt
Einige starten zum Ausflug nach Taormina
...ich schaue mir lieber die Stadt an, und das ist hier eine
einfache Übung. Bis zum Zentrum sind es keine 5 Minuten. Beim Überqueren der
lebhaften Via Garibaldi fällt sofort ein markantes Gotteshaus zwischen den
Bäumen auf. Es ist die Chiesa dei Catalani aus dem 12./13. Jahrhundert. Die
Kirche mit ihren normannischen und arabischen Stilelementen zählt zu den
architektonischen Schätzen der Stadt. Leider ist sie zu dieser frühen Stunde
noch geschlossen.
Wenige Schritte weiter erhebt sich der Dom
|
...aus dem 12.
Jahrhundert, das bedeutendste Baudenkmal Messinas. Der aber wurde –
ähnlich wie große Teile der Stadt - durch das Erdbeben von 1908 und
nochmals im Zweiten Weltkrieg fast völlig zerstört. Doch die
Menschen in Messina verfielen nicht in Lethargie. Beherzt haben sie
den Dom und andere Bauten möglichst originalgetreu wieder aufgebaut.
Beim Hineingehen imponieren seine Größe und die farbige Decke. Auf
einem Mosaik über dem Hochaltar thront ein gütiger Jesus, flankiert
von zwei Engeln. Noch wichtiger ist den Italienern jedoch die
Madonna. Ihr Schmuckgewand, ein 20 Pfund schwerer Goldmantel voller
funkelnder Edelsteine, ist das wertvollste Stück in der
Schatzkammer.
An den Dom schließt sich ein 60 Meter hoher Glockenturm an, ein
Nachbau des originalen Campanile, der einst der höchste Siziliens
gewesen ist. Seit 1933 schmückt ihn eine astronomische Uhr, die um
12 Uhr mittags die Zuhörer mit einem Glockenspiel erfreut. |
Das Schiff MSC Splendida
...wurde am 12. Juli
2009 von Sophia Loren und José Carreras getauft. Es ist 333
Meter lang, fast 77 Meter hoch, hat 18 Decks und bietet Platz für
fast 4.000 Gäste (siehe Foto).
Eine Besonderheit: rund 80 Prozent der Kabinen besitzen einen
Balkon.
Typisch für MSC sind die schicke italienische Ausstattung, die gute
Küche und die Familienfreundlichkeit. An Bord wimmelt es daher von
Kindern, besonders in der Ferienzeit. Erholung und Spaß bieten u.a.
mehrere Swimming Pools, eine Riesenrutsche für Kinder, diverse Spas
und Sportanlagen, Theater, Bars und eine Disco. Auf dem Schiff
gibt es deutschsprachige Hostessen sowie Durchsagen und Menükarten
in deutscher Sprache.
Alle anderen Infos über das Schiff und die Kreuzfahrten finden Sie
hier: www.msc-kreuzfahrten.de |

links: die astronomische Uhr am Dom
rechts: das Mosaik über dem Altar
Einige Besucher steigen nun zur Stadtrundfahrt in einen offenen
Bus, ich gehe lieber zu Fuß. Eine Frau deutet auf eine Treppe, die zu meinem
Ziel führt, dem Santuario Madonna di Montalto, einem Marienheiligtum am Berg.
Still ist es hier oben. Fast ungestört kann ich die Kirche mit dem hellblau
getönten Altarraum betrachten.

links: der Franciskus-Tempel
rechts: der Innenraum des Santuario Madonna di Montalto
Noch schöner ist der Rundblick
|
...und der zeigt mir
gleich mein nächstes Ziel: das Sacrario Cristo Re, den
Christkönigstempel, ein Bauwerk von 1937. Über verwitterte Stufen
steige ich bergab, um dann wieder an Höhe zu gewinnen.
Mächtig überragt seine Kuppel Profanbauten und Bäume. Daneben ein witzig-kleiner
Glockenturm und vor dem Portal ein modernes, ganz schlichtes Kruzifix. Drinnen
an den Wänden die Grabplatten unzähliger gefallener Soldaten. Ihrem Gedenken ist
dieses Bauwerk gewidmet. Das Schönste ist auch hier die Aussicht über die Stadt
bis aufs Meer. |
Über die Autorin des Artikels:
Ursula Wiegand, die Autorin
dieses Artikels, ist eine
erfahrene Reise-
und Kulturjournalistin, die für
diverse Blätter arbeitet.
Italien gehört zu ihren
Lieblingszielen.
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Das Sacrario Cristo Re, der Christkönigstempel
Nach einem Abstecher zum Franziskus-Tempel bleibt noch etwas Zeit
fürs Shopping auf der Via Garibaldi. Was kaufe ich? Natürlich eine schicke
Handtasche und feine Stiefel, das typische Italien-Souvenir, zumindest für
Frauen.
Pünktlich um 14 Uhr legt die MSC Splendida wieder ab. Gerade sitze ich oben im
Yacht Club Deck beim Tee, als sich durchs Fenster der schmauchende Stromboli
abzeichnet. Alle springen aus den Pools und eilen an die Reling, um diesen
Anblick nicht zu verpassen. Wie auf Bestellung stößt der Vulkan heiße Dämpfe
aus. Ein spektakuläres Arrivederci von Sizilien!
Text und Fotos: Ursula Wiegand

Ausblick auf den Vulkan Stromboli |