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Der Lago Maggiore - zwischen Italien und der Schweiz

Ein Ausflug in den schweizerischen Teil des Lago Maggiore - wo (fast) alles so ist
wie im italienischen Teil. Von Ursula Wiegand.

Die Brissago-Inseln im Lago Maggiore, ideal zum Träumen
Alle Fotos auf dieser Seite: Ursula Wiegand

Der Lago Maggiore: Kurzinfos


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  • Geografische Lage:
    Südlicher Teil (80%): Italien (Regionen Piemont und Lombardei)
    Nördlicher Teil (20%): Schweiz (Kanton Tessin)
  • Fläche: 212 km2, zum Vergleich: Gardasee 370 km2
  • maximale Tiefe: 327 m
  • Länge: 66 km
  • maximale Breite: 10 km
  • Höhe über dem Meeresspiegel: 193 m. ü. M.
  • Städte in Italien: Verbania, Arona, Stresa, Luino, Laveno. Ispra
  • Städte in der Schweiz: Locarno, Ascona, Brissago
  • Entfernungen vom Lago Maggiore (Arona):
    Mailand - 70 km, Turin - 130 km, Verona - 220 km
    Comer See (Como) - 75 km - Bergamo - 110 km

Ein "See-Törn" auf dem Lago Maggiore

„Lass uns träumen vom Lago Maggiore,“ sang einst Rudi Schuricke. Viele trällerten damals den Schlager, sehnten sich nach diesem See, nach Wärme und bella Italia.
Der südliche und größere Teil des Lago gehört tatsächlich zu Italien, der kleinere nördliche jedoch zum Schweizer Kanton Tessin. Italienisch ist hier die offizielle Sprache und italienisches Flair auch im Tessin selbstverständlich.

Da es keine Grenzen mehr gibt, bietet der herrlich blaue Lago Maggiore ein grenzenloses Vergnügen. Die Ausflugschiffe fahren unter italienischer Flagge, bedienen aber auch den Tessiner Teil. Für viele Urlauber geht nichts über einen solchen „See-Törn“.

Während die einen schon morgens losschippern, frühstücken andere noch auf den Terrassen, schlürfen ihren Cappuccino und lesen ausgiebig die Zeitung. Natürlich auf Italienisch. Gäste aus der deutschsprachigen Schweiz und der Bundesrepublik greifen stattdessen zur NZZ (Neue Zürcher Zeitung). Am Abend schmecken Risotto und Polenta im Tessin genau so gut wie in Italien, sind aber etwas teurer. Also kaum Unterschiede? „Doch,“ schmunzelt ein Schweizer. „Im Tessin kann man das Leitungswasser trinken.“

Locarno, mit dem Anleger für Ausflugsschiffe

Locarno

In Locarno ist Joggen populär. Viele laufen am Seeufer Richtung Lido. Der Weg führt vorbei an den Giardini Jean Arp. Die Skulpturen des Künstlers, locker auf dem Rasen verteilt, glänzen in der Sonne. Mit ihren gerundeten Formen passen sie bestens zu der hier gepflegten Atmosphäre von Lebensgenuss und Entspannung.

Bestens bekannt ist Locarnos Filmfestival, diesmal vom 01.-11. August. Cineasten aus aller Welt rücken dann an und sitzen spätabends vor der Riesenleinwand auf der Piazza Grande, um ihre Stars zu bewundern. Kino unterm Sternenhimmel - das hat was.

Nur wenige Schritte sind es von der Piazza Grande zum Castello Visconteo von 1342. Diese Trutzburg beweist: wer einmal am Lago Maggiore Fuß gefasst hatte, wollte gar nicht mehr weg. Die Besucher schon. Sie gehen weiter in die verwinkelte Altstadt, shoppen in schicken Boutiquen und bewundern das prächtige Deckengemälde in der Chiesa Nuova. Es zeigt die Krönung Mariens, hier ist die Madonna der Star. Noch weit Älteres besitzt die Kirche San Vittore nahe Locarnos Bahnhof. Sein Schatz sind die im 9./10. Jahrhundert gemeißelten Säulenkapitelle in der Krypta, viele mit rätselhaften Gesichtern, als hätten sie einen Traum.

Blick vom See auf Ascona

Ascona

Die Lebenden träumen dagegen von Ascona. Wer sich dem Städtchen per Schiff nähert, ist sofort von dem Anblick begeistert. Bunte Häuser reihen sich auf der Promenade. Bewaldete Hügel und hohe Gipfel mit Schneekappen bilden den malerischen Hintergrund.

In der Altstadt lenkt ein weißes Haus, die barocke Casa Serodine von 1620, die Augen auf sich. Das absolute Highlight verbirgt sich jedoch hinter den Mauern: der spätgotische Freskenzyklus in der Kirche S. Maria della Misericordia, einer der wertvollsten weit und breit. Auf der einen Altarseite ist das Alte Testament dargestellt, gegenüber das Neue. Eine lebhafte Heilsgeschichte tut sich hier auf. Als Triumphator mit der Siegesfahne entsteigt Jesus dem Grab und erlöst nun die jämmerlich nackten Sünder.

Ascona - Fresken
Ein Teil des Freskenzyklus in der Kirche S. Maria della Misericordia

Monte Verità - der Berg der Wahrheit

Als nackte Naturmenschen verwirklichten die Aussteiger früherer Jahre hier ihren Traum. Von 1900-1920 schufen sie auf dem Monte Verità, dem Wahrheitsberg oberhalb Asconas, ihr „Elisarion“.

Dort sammelten sich Pazifisten und Revoluzzer, Freigeister und Psychoanalytiker, Maler und Musiker, Dichter und Denker und probten den gewaltfreien Protest gegen das Establishment. Die Bewohner errichteten simple Hütten, bauten Gemüse an und übten das einfache Leben. Nach dem Ersten Weltkrieg war die Kommune pleite und zerstreute sich.

Dass dort oben einiges erhalten blieb und man auch komfortabel übernachten kann, ist dem deutschen Bankier Eduard von der Heydt (1882-1964) zu verdanken. 1926 erwarb er für 160.000 Franken den Berg samt Inventar und ließ dort von Emil Fahrenkamp ein Hotel im Bauhausstil errichten.


Auf dem Monte Verità

Seine Gästeliste liest sich wie ein „Who is Who“. Der belgische König Leopold, Gustav Stresemann und Konrad Adenauer kamen, ebenso die Künstler Richard Strauss, Paul Klee, Hermann Hesse, Gerhart Hauptmann und Else Lasker-Schüler. Die Tänzerinnen Mary Wigman und Isadora Duncan und viele mehr ließen sich dort inspirieren. In seinem Testament vermachte der Bankier und Kunstsammler den Monte Verità dem Kanton Tessin.

Neuerdings findet dieser Wahrheitsberg erneutes Interesse. Urlauber quartieren sich in dem komplett renovierten Hotel ein, Kongresse werden abgehalten. Ein Teehaus offeriert eigene Ernte vom Monte Verità! „Dieser Berg besitzt ein besonderes Magnetfeld, das haben Messungen ergeben. Er ist ein Kraftort,“ betont Lorenzo Sonognini, Direktor der Stiftung Monte Verità.

Die Brissago-Inseln

Perfekt zum Krafttanken sind auch die Brissago-Inseln gegenüber von Ascona (siehe auch das Foto oben). Die größere, die Isola Grande, erwarb 1927 der Hamburger Max Emden (1874-1940) von der verschuldeten Baronin Antoinette Saint-Léger und erbaute sich dort einen Palazzo.


Der Palazzo Max Emden auf der Isola Grande

Inzwischen präsentiert sich die Insel als traumhaft schöner botanischer Garten mit Bronze-Beauties unter Palmen. In dem zum Hotel umgewandelten Palazzo können die Gäste essen, übernachten oder heiraten. „Kennst du das Land, wo die Zitronen blühn?“ dichtete Goethe und meinte Italien. Auf den Tessiner Brissago-Inseln reifen sie sogar!

Der Verzasca-Fluss bei Lavertezzo

Das wilde Verzasca-Tal

Zum wahren Kraftspender wird jedoch das noch immer wilde Verzasca-Tal. Durch enge Serpentinen müht sich der Postbus bergan. In Lavertezzo lohnt es sich, die Fahrt zu unterbrechen. Mit gewaltiger Energie bahnt sich hier der Verzasca-Fluss den Weg durch glatt geschliffene Felsen. Auf denen lässt es sich gut sonnen. Leichtsinnige wagen auch mal den Sprung von der Doppelbrücke in die tosenden Fluten.


Sonogno im Verzasca-Tal

Das 918 m hoch gelegene Sonogno ist die Endstation. Steinhäuser, gedeckt mit kantigen Granitschindeln, säumen die wenigen gewundenen Sträßchen. Der alte Dorfbackofen ist noch in Betrieb. Gelegentlich treffen sich dort die Frauen zum gemeinsamen Brotbacken. Im Gasthof „Grotto Redorta“ schmeckt es so rustikal, als käme es aus diesem Ofen.

Von Sonogno führt ein schöner, gut beschilderter Wanderweg, der „Sentiero Verzasca 74“, talwärts von Bergdorf zu Bergdorf. In allen hält der Postbus. Wer müde Füße hat, kann überall einsteigen und bis zum Lago Maggiore hinunterfahren.

Infos und Adressen:

  • Eine angenehme Bleibe ist das kleine „Hotel du Lac“ in der Fußgängerzone von Locarno. Tel. 0041-(0)91-7512921 (man/frau spricht auch Deutsch!).
  • Das Bauhaushotel auf dem Monte Verità, geöffnet von April bis Oktober, hat 22 Zimmer. Tel. 0041-(0)91-7854040. Weiteres unter www.monteverita.org
  • Die große Brissago-Insel kann vom 28. März bis 28. Oktober von 09 – 18 Uhr besucht werden. Regelmäßiger Schiffsverkehr. Siehe unter www.isolebrissago.ch
  • Spezielles zum Verzasca-Tal und den Ferienhäusern (Rustici) unter www.verzasca.ch
 
Text und Fotos: Ursula Wiegand
Ursula Wiegand ist eine erfahrene Reise- und Kulturjournalistin, die für diverse Blätter arbeitet. Italien gehört zu ihren Lieblingszielen.

Unterkünfte am Lago Maggiore:

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Mehr Informationen über den
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Fotografische Impressionen von den zwei oberitalienischen Seen Lago Maggiore und Comer See. Von Ulrich Schwendke.

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