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Hier der zweite Teil des Reiseberichts von Bernhard Kieninger.


Karte: Google-maps

In Scalea am Meer ankommend fuhren wir in südliche Richtung nach Maierá, einem kleinen Bergdorf in 360m Höhe. Die Einwohner wollten sich hier hoch oben gegen die Invasionen der Sarazenen schützen. Besonders beeindruckend ist der Ausblick zum nur wenige 100m entfernten und scheinbar zum Greifen nahen Ort Grisolia.


Blick von Maierà nach Grisolia
Alle Fotos auf dieser Seite: Bernhard Kieninger

Aber zwischen den Orten klafft das unzugängliche Tal des Wildbachs Vaccuta. Ab hier hatten wir dann so richtig schlechtes Wetter, wir nahmen den scheinbar kurzen Weg durch das Gebirge und über mehrere Pässe erreichten wir am Abend wieder unseren Ausgangspunkt Morano Calabro.

Grisolia im Internet: www.comunedigrisolia.it

Chiesetta di Piedigrotta

Um 5.00 Uhr morgens scheuchte ich die ganze Familie aus dem Bett, um das geplante Tagespensum zu schaffen. Wir fuhren, einfach um Zeit zu gewinnen, auf der Autostrada von Ost nach West. Am Tyrrhenischen Meer angekommen, führte uns unser erste Weg nach Pizzo, einer kleinen Stadt über dem Golfo di Sant'Eufemia. Hier am nördlichen Ortsende befindet sich die kleine Kirche Piedigrotta.

Chiesetta di Piedigrotta ist vollständig in den Fels gehauen. Errichtet wurde sie Ende des 17. Jh. von neapolitanischen Seeleuten nach glücklicher Rettung aus schwerer Seenot. Ende des 19. Jh. griff der lokale Künstler Angelo Barone zur Spitzhacke, erweiterte die Grotte und schmückte sie mit Dutzenden naiver Heiligenfiguren, die er direkt aus dem weichen Sandstein schlug.

Trotz der Einmaligkeit und des unschätzbaren Wertes der Tuffsteinkirche kommen die Restaurierungsarbeiten leider nur sehr langsam in Gang.

Mehr über die Kirche: www.chiesettadipiedigrotta.it

Tropea - die Perle des Tyrrhenischen Meeres (!?)

Auf einem Felsen hoch über dem Meer liegt der rund 7000 Einwohner zählende, beliebte Ferienort. Die Ursprünge der Stadt und die Bedeutung und Herkunft des Namens sind ebenso ungeklärt wie der Beliebtheitsgrad der Touristen an dieser Stadt. Die Touristenscharen schieben sich wie Ameisenstraßen zu den wenig bedeutenden Bauwerken. Einzig der Blick auf die Isola Bella mit der Kirche Santa Maria dell'Isola ist vielleicht eine Reise wert. Ansonsten nichts wie weg in Richtung Süden, entlang der Küste der Götter, die ihrem Namen alle Ehre macht.

Tropea im Internet: www.tropeaonline.it


Tropea - Blick auf die Isola Bella

Capo Vaticano

Capo Vaticano, das "vatikanische Kap", gilt als das schönste Küstengebiet Kalabriens und bietet faszinierende, atemberaubende und wunderbare Ausblicke auf das Meer und die Klippen. Bezaubernde Ausblicke auf bizarre Felsformationen bietet der Aussichtspunkt Belvedere an der nördlichen Kapseite. Wen wundert es, dass auch dieser Ort mit der Legende von einer Frau verbunden ist. Canfora, eine wunderschöne, von den Sarazenen geraubte Frau, soll sich vom Kap in den Tod gestürzt haben. Seitdem leuchte das Meer in ihren Lieblingsfarben azur und türkis, erzählen sich die Kalabresen.


Capo Vaticano

Ganz in der Nähe befindet sich ein kleiner, netter Laden. Ganz selbstverständlich kann man hier die selbst gemachten Spezialitäten probieren. Honig und Marmelade in allen Geschmacksrichtungen, sei es Kastanie, Nuss oder Zitrone, gibt es zu kaufen, daneben aber auch teuflisch scharfe, getrocknete peperoni. Diese sind das fundamentale Gewürz in der kalabresischen Küche und verleiht jedem Gericht eine unverwechselbare pikante Würze.

Tiriolo - Cittá dei due mari

Den Beinamen trägt Tiriolo für die zentrale Lage an der schmalsten Stelle Italiens und des dadurch möglichen Ausblick sowohl auf das Tyrrhenische Meer samt der Äolischen Inseln als auch auf das Ionische Meer.


Tiriolo

Wir haben unser Auto am Piazza Italia abgestellt und die kleine, wunderschöne Stadt mit ihren engen und steilen Gassen zu Fuß erkundet.

Triolo im Internet: web.tiscali.it/apaone


Auf der Piazza IV. Nov. erinnert ein Denkmal an Odysseus. Die mythische Figur Homers soll hier, vom ionischen Meer kommend gerastet haben, bevor der Held ans Thyrrhenische Meer weiterzog. Daher auch der weitere Beiname der Stadt "terra dei feaci" (Phäaken). Auffällig ist der immer wiederkehrende Straßenname Via de Filippis (1, 2, ...). Vincenzo De Filippis, Mathematiker und Philosoph, ist der berühmteste Sohn der Stadt. Auf der Gedenktafel an seinem Geburtshaus steht: "... gelebt für die Wissenschaft, gestorben für die Freiheit ..."

Während der kurzzeitigen Repubblica Partenopea von Neapel (1799) war er Minister. Dies musste er mit dem Leben bezahlen, als er mit sieben weiteren Anhängern Napoleons gehängt wurde.

Tiriolo liegt etwa 650 m ü.d.M. Die ursprüngliche Besiedelung fand aber auf dem östlich gelegenen Monte Tiriolo (838m) statt. Hoch oben auf dem Berg sieht man noch heute die alten Befestigungsmauern und alte byzantinische Ruinen. Die herausragende Lage des Berges mit Blick auf beide Meere war so einladend, dass ich mir einen Sonnenaufgang einfach antun musste.


Sonnenaufgang über dem Ionischem Meer

Gegen 5.30 Uhr stieg ich mit Taschenlampe und festem Schuhwerk auf mehr oder weniger erkennbaren Trampelpfaden auf den Berg. Und alle Mühe hatte sich gelohnt. Ein traumhafter Blick über die Region von Catanzaro bis Lamezia Terme. Und weit und breit Einsamkeit und Ruhe. Ein unvergessliches Erlebnis.


Tiriolo erwacht unter den ersten Sonnenstrahlen

Hier geht's zurück:
Erster Teil des Reiseberichts

Text und Fotos:
Bernhard Kieninger

Die Homepage von Bernhard Kieninger:
www.kieweb.de

Siehe auch:

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Die Stiefelspitze Italiens. [Kapitel]

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