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Über die politischen Parteien, das Parlament, die Regierung
und die wichtigsten staatlichen Institutionen Italiens. Mit einem Exkurs über das italienische Wahlgesetz, das selbst von seinem Verfasser als "porcellum" (Schweinkram, Ferkelei) bezeichnet wird
![]() links: Giorgio Napolitano (Präsident der Republik, 2006-2013) rechts: Mario Monti (Ministerpräsident. 2011-2013) Der Präsident und die Vefassung Italiens:
![]() Das ofizielle Emblem Italiens Die beiden Kammern des italienischen Parlaments
Das italienische Parlament besteht aus zwei Kammern: die "Camera dei
Deputati" mit 630 Abgeordneten, auch kurz "Camera" genannt, und der "Senato"
mit 315 Abgeordneten.
Die Abgeordneten beider Kammern werden alle 5 Jahre (gleichzeitig) direkt gewählt.
Das Mindestalter der Wähler für die Wahlen zur Camera ist 18 Jahre, das für den Senat 25 Jahre. Das Mindestalter der Abgeordneten der beiden Kammern ist dagegen 25 Jahre (für die Camera) und 40 Jahre (für den Senat). Diese Vorschriften über das Mindestalter von Wählern und Gewählten führt dazu, dass der Senat im Durchschnitt immer etwas konservativer ist als die Camera. Für beide Kammern gelten zwar unterschiedliche Wahlsysteme (genaueres dazu siehe unten), ihre Aufgaben und Funktionen sind aber praktisch identisch. Diese "Verdoppelung" des Parlaments ist oft kritisiert worden und alle wollen das im Grunde ändern, aber die Parteien konnten sich bisher - wie in vielen anderen Fällen - nicht darüber einigen, wie eine Reform aussehen soll.
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![]() links: "Palazzo Montecitorio", der Sitz der ersten Parlamentskammer rechts: "Palazzo Madama", der Sitz der zweiten Parlamentskammer Fotos: Genuae / Wilfred Krause / Wikimedia Commons Die italienische Regierung (2013)
Die Parlamentswahlen 2013 haben zwischen Camera und
Senato eine politische Pattsituation geschaffen, die es bisher nicht
erlaubt hat, eine handlungsfähige Regierung zu bilden.
Dieser Abschnitt wird so bald wie möglich ergänzt. Siehe auch: Die Parlamentswahlen von 2013 Die wichtigsten politischen Parteien (2013)
Die italienische Parteienlandschaft ist stark zersplittert und ändert sich
ständig (Namensänderungen, Zusammenschlüsse, Spaltungen, wechselnde
Wahlbündnisse, Neugründungen). Nur 4 der 9 unten aufgelistreten Parteien,
die 2013 zu den Parlamentswahlen antraten, waren bereits bei den Wahlen im
Jahre 2008 dabei (PDL, PD, Lega Nord, UDC), und einige der 2008 angetretenen
Parteien existierten 2013 nicht mehr oder sind in neuen Wahlbündnissen
aufgegangen. Siehe auch: Die
Parlamentswahlen von 2008
PD - Partito DemocraticoMitte-links-Partei. Wichtigster Vertreter: Pier Luigi Bersani Resultat bei den Wahlen 2013: 25,5% www.partitodemocratico.it SEL - Sinistra Ecologia LibertàLinkspartei mit ökologischer Tendenz. Wichtigster Vertreter: Nichi Vendola Resultat bei den Wahlen 2013: 3,2% www.sinistraecologialiberta.it PDL - Popolo della LibertàRechtspartei. Wichtigster Vertreter: Silvio Berlusconi Resultat bei den Wahlen 2013: 21,5% www.ilpopolodellaliberta.it Lega NordSeparatistische Partei Norditaliens, mit starken rassistischen Tendenzen. Wichtigster Vertreter: Roberto Maroni Resultat bei den Wahlen 2013: 4,1% www.leganord.org Fratelli
d'ItaliaAbspaltung von der PDL. Nationalistische Rechtspartei. Wichtigster Vertreter: Ignazio La Russa Resultat bei den Wahlen 2013: 1,9% www.fratelli-italia.it Scelta Civica - Con Monti per l'ItaliaZentrumspartei. Wichtigster Vertreter: Mario Monti (ex Ministerpräsident) Resultat bei den Wahlen 2013: 8,4% www.sceltacivica.it UDC - Unione dei Democratici CristianiKatholische Partei. Mitte-rechts. Wichtigster Vertreter: Pierferdinando Casini Resultat bei den Wahlen 2013: 1,8% www.udc-italia.it Movimento 5 StelleRadikale populistische Protestbewegung. Wichtigster Vertreter: Beppe Grillo (ex Komiker) Resultat bei den Wahlen 2013: 25,5% www.beppegrillo.it/movimento Rivoluzione CivileRadikale Linkspartei. Wichtigster Vertreter: Antonio Ingroia Resultat bei den Wahlen 2013: 2,3% www.rivoluzionecivile.it Das Wahlgesetz, gennant "Porcellum" (Ferkelei)
"Porcellum" - was schwer wörtlich zu übersetzen ist -
bedeutet ungefähr "Ferkelei" oder "Schweinkram" (bezogen auf ein Gesetz) und
diese mehr als abfällige Bezeichnung wird in Italien von praktisch allen
Politikern und Journalisten, egal welcher Ausrichtung, als Synonym für
das aktuelle Wahlgesetz benutzt. Das Unglaublichste dabei ist, dass diese vulgäre Wortneuschöpfung ausgerechnet von
dem stammt, der das Gesetz ausgearbeitet und im Parlament durchgesetzt
hat: Roberto Calderoli (Lega Nord), ex-Minister der Regierung Berlusconi.
Der Grund für diese fast einhellige Ablehnung ist: kaum jemand leugnet ab, dass dieses Gesetz den Parteispitzen Vorrechte eingeräumt und den Parteien bei den Parlamentswahlen Bedingungen geschaffen hat, die selbst der ausgewiefteste Machtpolitiker kaum zu träumen gewagt hätte. Aber warum wurde dieses Gesetz bis jetzt nicht geändert? Sehr einfach: die Parteien können sich nicht auf eine Alternatve einigen, und so bleibt alles beim Alten. Was vielen Polikern im Grunde sehr recht ist. Die wichtigsten Punkte dieses Gesetztes aus dem Jahr 2005, das für die letzten beiden Parlamerntswahlen (2008 und 2013) galt, sind:
Siehe auch: Die
Parlamentswahlen
2013Dieses Mal waren viele Italiener wirklich wütend auf ihre politischen Führer und haben es ihnen kräftig heimgezahlt. Hier eine Analyse des Wahlergebnisses, mit einem Exkurs über das italienische Wahlgesetz, das selbst von seinem Verfasser als "porcellum" (Schweinkram, Ferkelei) bezeichnet wird. Die
Europawahlen 2009Der Wahlkampf vor den Europawahlen 2009 in Italien hatte kaum europäische Inhalte, alles ging im Wesentlichen darum, ob Berlusconi seine innenpolitische Macht und seinen Einfluss noch erweitern konnte. Die
Parlamentswahlen 2008Die vorgezogenen Neuwahlen 2008 haben das erwartete Ergebnis gebracht: Berlusconi ist wieder da, zum dritten Mal (in 5 Wahlen) wurde er Ministerpräsident. Diese Seite kommentieren:
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