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Giulio Andreotti (1960)
Christlich-Demokratische Partei
Italiens (Democrazia Cristiana, DC)
| Durch den katholischen Glauben inspirierte Partei,
die 1942 durch Alcide De Gasperi gegründet wurde. In »Strömungen«
organisiert, regierte die DC Italien ohne eine einzige Unterbrechung
von 1946 bis in die frühen 90er Jahre, als sie infolge der
Anschuldigung der Korruption durch die Tangentopoli-Ermittlungen
zerrüttet und schließlich aufgelöst wurde. Die wichtigsten
Parteiführer und Führer der verschiedenen Gruppen innerhalb der
Partei waren Aldo Moro, Amintore Fanfani und Giulio Andreotti. |
"Il DIVO", der Film über Giulio Andretti,
ist seit dem 15. Oktober 2009 als DVD und BLU-RAY)
erhältlich. Aber mit ein bisschen Glück können Sie eine DVD dieses sehenswerten Films auch gewinnen:
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Tangentopoli
Der Name, den die Presse Anfang der neunziger Jahre
den Ermittlungen gegen die Korruption, den Amtsmissbrauch und
illegale Finanzierungen gab, die die politische Klasse Italiens
versorgte. Dieses tief verwurzelte System der Korruption wurde durch
die juristischen Ermittlungen »Mani Pulite« aufgedeckt, die in der
Folge zur Auflösung der bis dahin geltenden politischen Strukturen
führte und den Übergang von der »Ersten Republik« [1946 –1992] zur
»Zweiten Republik« [seit 1992] erzwang.
Loggia P2
Die Freimaurerloge »Propaganda due (P2)« war ein
Geheimbund, der während des Kalten Krieges mit dem Ziel
antikommunistischer Bestrebungen entstand und von Licio Gelli
geführt und koordiniert wurde. Man kennt die Namen von 972
Mitgliedern, obwohl die Loge mehr als 2000 Anhänger hatte. Es
handelte sich um ein einflussreiches und mächtiges Netzwerk, das
Politiker, Finanzleute, Bankiers, Verleger, Journalisten, ranghohe
Militärs und Mitglieder des Geheimdienstes um sich scharte mit dem
Ziel, einen »Plan der nationalen Wiedergeburt« umzusetzen, um
Italien in einen autoritären Staat zu verwandeln. Auch Silvio
Berlusconi, der aktuelle Ministerpräsident, war Mitglied der Loge.
Rote Brigaden
1970 gegründete terroristische Organisation mit
marxistisch-leninistischer Ausrichtung. 1978 entführten die Roten
Brigaden den Vorsitzenden der Christdemokratischen Partei, Aldo
Moro. Nach 55 Tagen Gefangenschaft und langen Verhören wurde Aldo
Moro schließlich getötet. Die Brigadisten erklärten stets,
vollkommen unabhängig gehandelt zu haben. Jedoch weisen die
Untersuchungen darauf hin, dass die Suche nach dem Versteck von Moro
von der Geheimloge P2 torpediert wurde, die zu jenem Zeitpunkt den
gesamten italienischen Geheimdienst kontrollierte, da sie ihre Leute
in den wichtigen Positionen platziert hatte.
Salvo Lima
1950 beginnt seine politische Karriere in der
Democrazia Cristiana. Zur innerparteilichen Strömung Andreottis
stößt er 1964. Von 1959 bis 1963 ist er Bürgermeister von Palermo.
In diese Zeit fällt die so genannte Plünderung Palermos, eine Serie
von Immobilienspekulationen durch Unternehmer, die in enger
Verbindung mit der Mafia standen und die in der Folge die Stadt
urbanistisch und architektonisch verunstaltet. Von 1965 bis 1968
wird er im Amt des Bürgermeisters bestätigt. Mit den
Christdemokraten zieht er erstmalig ins Parlament. 1974 wird er von
Andreotti zum Staatssekretär des Ministeriums des Staatshaushalts
ernannt. Sein Name taucht mehrere Male im Zusammenhang mit dem
parlamentarischen Antimafia-Ausschuss auf. Am 12. März 1992 wird er
von der Cosa Nostra ermordet, was von vielen als politisches Signal
der Mafia verstanden wurde, die die Politik zu mehr Zurückhaltung
ihr gegenüber zwingen wollte.
Strategie der Spannung
Hierbei handelt es sich um eine Theorie, nach der
alle Anschläge, die in Italien zwischen 1969 und 1984 ausgeführt
wurden, auf eine Methode und einen Zweck zurückzuführen sind:
soziale Unruhe, Instabilität und Terror zu schaffen, um der
kommunistischen Partei den legitimen Zugang zur Regierung des Landes
zu verwehren. Als Komplizen und Ausführende dieser Strategie gelten
Politiker verschiedener Flügel, außerparlamentarische Gruppen, die
organisierte Kriminalität, Geheimdienste, Vertreter der Geheimloge
P2. Moro sprach in seiner Schrift explizit von der »Strategie der
Spannung«.
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