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Die stolze Skaligerburg von Malcesine
Es war einmal - da beobachteten die Bürger von Malcesine
misstrauisch ein kleines Boot auf dem See unterhalb ihrer mächtigen Burg. Warum
skizzierte der Mann in dem Kahn die Festung? Und weshalb kam er sogar herauf, um
im Burghof deren Hauptturm zu zeichnen? Das ist wohl ein Spion, dachten sie und
stellten ihn einige Tage unter Hausarrest.
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Nein, es
war Wolfgang von Goethe, der im September 1786 diese Skaligerburg aus dem
13. Jahrhundert aufs Papier bannte und sich dadurch verdächtig machte. Wir
verstehen ihn genau. Dieses stolze Bauwerk ist nach wie faszinierend. Klar,
dass wir dort auch den Goetheraum besichtigen, den man inzwischen
eingerichtet hat. Und genau wie er schauen wir von hier oben begeistert über
Malcesines rote Ziegeldächer auf den schimmernden Gardasee. |
Ursula Wiegand, die Autorin dieses Artikels, ist eine
erfahrene Reise-
und Kulturjournalistin, die für
diverse Blätter arbeitet.
Italien gehört zu ihren Lieblingszielen.
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Der Blick von der Burg auf das Häusergewirr der Stadt
Unten lockt die
Altstadt mit verwinkelten Gassen, vielen Lädchen und dem pittoresken Alten
Hafen. In einem Restaurant am Wasser genießen wir diese malerische Szenerie,
ähnlich wie es Goethe seinerzeit getan haben mag. Sicherlich würde er heutzutage
die Fahrgastschiffe bestaunen, würde wie viele andere Besucher an Bord gehen und
vorbei an Limone, wo einst die Zitronen blühten, bis nach Riva del Garda
schippern.

Der Hafen von Malcesine
1786 hatte er sich in Torbole eingemietet und pries „die Herrlichkeit des
Wasserspiegels". Jetzt würde er wohl die Surfer bewundern, die hier über den See
flitzen. Am Vormittag sausen sie mit dem Vento, dem Nordwind, gen Süden. Ab
Mittag bläst sie die von Süden einsetzende Ora wieder nach Torbole zurück.
Idealer geht’s kaum. Aus diesem Grund strömen Surfer von nah und fern herbei. Es
wimmelt nur so auf dem Wasser.
Wahrscheinlich würde sich Goethe, sportlich wie der in jüngeren Jahren war, auch
solch ein Board mieten oder ein Rennrad und wie die tollen Männer mit ihren
gestählten Waden und wie die fitten jungen Frauen um den See biken.

Am Gardasee kommen Sportsfreunde aller Art voll auf Ihre Rechnung
Uns aber reizt an diesem sehr warmen Sommertag die neue Seilbahn zum Monte
Baldo. Klitzeklein wirkt Malcesine von hier oben. Wir stapfen über den
langgezogenen Bergrücken, auf dem einige Kühe grasen. Frisch und kühl weht der
Wind. Da – Gleitschirmflieger! Elegant schweben sie zu den Wolken empor, dann
wieder Richtung See, der jetzt ganz dunkelblau wirkt. „Über den Wolken muss die
Freiheit wohl grenzenlos sein.“ Lautet ein Song. Für die Paraglider sicherlich.

Links: auf dem Weg zum Gipfel des Monte Baldo - rechts:
Paraglider hoch über dem Gardasee
Unten am See hocken derweil viele Sonnenanbeter ganz nahe am Wasser. Da braucht
es nicht unbedingt eine richtige Badestelle wie in Cisano. Ein paar Steine am
Ufer tun’s auch, um sich darauf zu bräunen oder in die Fluten zu gleiten.

Strand ist überall...
Text und Fotos: Ursula Wiegand |