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Emilia Romagna
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und die Familie Este |
Ursula Wiegand zeigt Ihnen Ferrara, eine Stadt, die im
Mittelalter über Jahrhunderte von der Familie Este regiert wurde. Die
Architektur und die traditionelle Küche legen davon noch heute Zeugnis ab. |
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Die mächtige Burg der Familie Este, "Castello degli Estensi", im Zentrum der
Stadt.
Alle Fotos auf dieser Seite: Ursula Wiegand.
"Sage mir, wie Du baust, und ich sage Dir, wer Du
bist"...
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So denken wir beim
Gang durch Ferrara. Denn dort haben vor mehr als 500 Jahren die Markgrafen und
Herzöge der Familie Este Ideen entwickelt, die noch das heutige Bauen
beeinflussen. |
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Interessanterweise stammt dieses Geschlecht, das in Ferrara vom 12. Jahrhundert
bis 1598 regierte, aus dem fränkischen Adel. Schon unter Karl dem Großen hatte
sich die Familie in der Lombardei angesiedelt. Alberto Azzo II errichtete 1056
beim Ort Este die Este-Burg und wählte „Este“ als Familiennamen. |
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Ursula Wiegand, die Autorin
dieses Artikels, ist eine
erfahrene Reise-
und Kulturjournalistin, die für
diverse Blätter arbeitet.
Italien gehört zu ihren
Lieblingszielen.
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von Ursula Wiegand:
Alle Seiten der Mitarbeiter |
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Seine Nachkommen erwarben die Städte
Ferrara, Modena und Reggio in der heutigen Emilia Romagna. Genauer gesagt
erhielten sie Ferrara vom Papst als Lehen und verwandelten das 753 urkundlich
erwähnte Städtchen in ein Vorzeigeprojekt und eine Hochburg der schönen Künste.
Goethe, der 1786 Ferrara besuchte, äußerte sich begeistert und nannte die Stadt
bedeutsamer als das europaweit bekannte Florenz.
Mittelpunkt Ferraras ist das 1385 begonnene Castello degli Estensi, eine Prachtburg
der Romanik. Gerade taucht die sinkende Sonne das mächtige Gemäuer mit den
eckigen Türmen in rotgoldenes Licht. Fabelhaft!

Die Deckenfresken im Castello degli Estensi
Fast noch fabelhafter sind die feinen
Fresken, mit denen die Herzöge im 16. Jahrhundert die Saaldecken schmücken
ließen. In schrägen großen Spiegeln erkennen wir die Details und die lebhaften
Farben. Noch mehr staunen wir über die Sportszenen: nackte Männer beim Ringen
oder beim Ballspiel. Wie in der Antike.
Doch nun hinauf auf den Löwenturm! Von dort oben sehen wir nicht nur das Rathaus
und die Kathedrale mit ihrer teils romanischen, teils gotischen Fassade, sondern
auch Ferraras Besonderheit: die schachbrettartig angelegte Renaissancestadt,
konzipiert vom Architekten Biagio Rossetti. Das Vorbild für den modernen
Städtebau. Unser Blick schweift über die kompakte Jesuskirche bis zum ehemaligen
Karthäuserkloster am Stadtrand.

Die Aussicht vom Löwenturm auf die Renaissancestadt
Begonnen wurde diese Stadterweiterung 1492. Als Kolumbus mit der Entdeckung
Amerikas das Weltbild weitete, setzte Ferrara unabhängig davon auf weite Sicht,
auf gerade, größere Fenster, auf Loggien und schnurgerade Straßen, also auf
Licht, Luft und Sonne.
Wieder unten folgen wir dem Corso Ercole I bis zum Diamantenpalast. Rund 12.000
pyramidenförmig geschliffene Marmorblöcke und die Verzierung der Ecken machen
diesen Rossetti-Bau zum Schmuckstück der Stadt. Jetzt beherbergt er - ebenso wie
der Palazzo Schifanoia - wertvolle Gemälde, viele aus der von den Este
gegründeten Ferrara Malschule. Als die Familie 1598 nach Modena umzog, nahm sie
nicht wenige dieser Bilder mit. Dort sind sie in der Galleria Estense zu
bewundern.
 
Detailansichten des Diamantenpalasts
Bald erreichen wir das bereits erwähnte frühere Karthäuserkloster, gestiftet
1452 auf Veranlassung von Borso d’Este. Die Anlage mit der Christophorus-Kirche
dient nun als Friedhof der Stadt. Diese endet nach wenigen weiteren Schritten am
verwitterten Engelstor und der inzwischen begrünten Stadtmauer. Auf dem 9 km
langen Wall tummeln sich Jogger und Radler. Da machen wir gleich mit.
Doch geradelt wird hier überall und nicht nur von den Studenten der 1391
gegründeten Universität. Selbst der Bürgermeister ist mit dem Radl unterwegs. So
verbinden sich für die Besucher Historie mit Fitnesstraining. |
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Kulinarisches... |
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Diese Sportbegeisterung ist ein Vorteil, gibt
es doch in Ferrara auch Spezielles für den Gaumen, ebenfalls ein Erbe der Este-Familie. Ferrara ist traditionsbewusst, daher wird hier oft noch gekocht
wie einst am Hofe, daheim und in einigen Gaststätten. So in der "Enoteca al
Brindisi" von 1435 oder im "Ristorantino di Colomba".
Typisch sind die Cappelletti, die mit einer speziellen Fleischmischung gefüllten
Tortellini. Im Herbst haben Capellacci die zucca, Teigwaren mit Kürbisfüllung
ebenso Konjunktur wie eine stark gewürzte Salami. Und ständig stehen vierarmige
Brötchen, die Coppie, auf dem Tisch.

links: Der Bäckermeister Roberto Moretti und seine "Coppie"
rechts: Das "Pampepato" von Ferrara
Die zieht Roberto Moretti, Bäckermeister der Paneficio Moro an der Piazzetta
Castello nach wie vor mit der Hand. Verführerisch ist auch der Pampepato, ein
Gewürzkuchen mit Schokoladenüberzug. Den gibt’s nur in Ferrara. Der muss
unbedingt noch im Koffer Platz finden und daran erinnern, dieses schöne und
angenehme Städtchen bald wieder zu besuchen.
Text und Fotos: Ursula Wiegand |
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Mehr
Informationen, Fotos und Links über Ferrara
finden Sie hier: |
Ferrara
Diese oberitalienische Stadt in der
Region Emilia Romagna, deren gesamte urbanistische Struktur auf
das Mittelalter zurückgeht, wurde von der UNESCO als
Weltkulturerbe anerkannt. |
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Autorin dieses Artikels empfiehlt:
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Stadtführung in Ferrara (auf
deutsch):
Elisabetta Gulino, Handy: 0039-339-8743857. |
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Ferrara: |
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Die Anreise nach
Ferrara: |
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online von Ferrara und Umgebung
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Offizielles Tourismusbüro: |
Wie ist das Wetter in Ferrara? |
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I.A.T.
Castello Estense
I-44100 Ferrara,
Tel. 0039 0532 209370
Fax: 0039 0532 212266
infotur@provincia.fe.it |
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Siehe auch: |
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Seiten über Emilia Romagna
Von Bologna und Ferrara bis an die Adriaküste von
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