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Deutsche und
Italiener in Südtirol |
Über
das immer noch nicht ganz einfache Zusammenleben der beiden
Volksgruppen. |
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Die
Einwohner Südtirols: |
Gli abitanti
dell'Alto Adige: |
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insgesamt: ca. 450.000, davon:
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deutscher Muttersprache:
ca. 305.000 - 68%
-
italienischer Muttersprache:
ca.130.000 -
28%
-
ladinischer Muttersprache:
ca. 15.000 - 4%
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totale: ca.
450.000, di
cui:
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di madrelingua tedesca:
ca. 305.000 - 68%
-
di madrelingua italiana:
ca. 130.000 - 28%
-
di madrelingua ladina:
ca. 15.000 - 4%
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Vorbemerkung |
Premessa |
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Um Missverständnissen
vorzubeugen:
Wenn ich im Folgenden von "deutschen" oder "italienischen"
Südtirolern spreche, meine ich natürlich die Südtiroler deutscher
oder italienischer Muttersprache. Laut Pass sind alle Italiener.
Die ewigen Streitereien darüber, ob sie zuerst Italiener, Deutsche,
Österreicher oder Tiroler sind, überlasse ich gern den Ideologen
aller Lager. |
Per evitare malintesi:
se, di seguito, parlo di altoadesini "tedeschi" o "italiani" intendo
naturalmente quelli di madrelingua tedesca o italiana. Secondo il
passaporto tutti sono italiani.
Le eterne liti sulla questione se essi sono prima di tutto italiani,
tedeschi, austriaci o tirolesi lascio volentieri agli ideologi di
tutti i campi. |
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Der Fall des
Herrn Baldin |
Il caso del Sig. Baldin |
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Ich kenne einen Paduaner - um seine
Privatsphäre zu schützen, nenne ich ihn Herrn Baldin -,
der in Südtirol ein zweites Haus hat. Er liebt
alles, was deutsch ist, er spricht
einigermaßen gut Deutsch, aber jedes Mal, wenn er von
einem Wochenende in seinem Südtiroler Haus zurückkommt,
ist er ein wenig frustriert und beschwert sich: "Die da (er
bezieht sich auf die deutschsprachigen Südtiroler)
erinnern mich immer daran, dass ich Italiener bin!"
Er möchte sich deutschfreundlich zeigen, aber sie lassen
ihn nicht. Sie
behandeln ihn "als Italiener" und das heißt: mit einer gewissen Distanz. Er wird
freundlich toleriert, aber nicht 100%ig akzeptiert und fühlt sich unverstanden. Aus der
Erfahrung des armen Herrn Baldin habe ich verstanden, dass das Zusammenleben zwischen "deutschen" und
"italienischen" Südtirolern immer noch nicht richtig funktioniert.
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Conosco un padovano - per rispettare la sua privacy lo chiamerò Sig. Baldin - che ha una seconda casa in Alto Adige. Ama tutto quello che è tedesco, parla discretamente il tedesco,
ma ogni volta che torna da un fine settimana dalla sua casa in Alto Adige è
un po' frustrato e si lamenta: "Quelli la (si riferisce agli alto-atesini di
lingua tedesca) mi ricordano sempre che sono italiano!" Lui vuole essere
loro amico, ma loro non lo lasciano. Lo trattano "da italiano" e questo significa: con una certa distanza. Viene
gentilmente tollerato, ma non accettato al 100% e si sente incompreso. Dall'esperienza del povero Sig. Baldin ho capito che la
convivenza tra "gli italiani" e "i
tedeschi" dell'Alto Adige non funziona ancora bene.
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Warum lieben die deutschen
Südtiroler die Italiener nicht? |
Perché gli alto-atesini tedeschi non
amano gli italiani? |
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Bis 1919 gehörte Südtirol zu
Österreich. Nach dem Ersten Weltkrieg musste Italien, das zu den Siegermächten gehörte, territorial
zufrieden gestellt werden und bekam Südtirol von
Österreich, das den Krieg verloren hatte. Aber das
wirkliche Drama begann 1922, als Mussolini kam. Südtirol
wurde gewaltsam "italienisiert". Italien
vertrieb nicht nur die Deutschen aus allen wichtigen
Positionen der Verwaltung und des öffentlichen Lebens,
auch die Natur musste italienisch werden: der Name von
jedem Wald, jedem Bach, jedem Berg und jedem Dorf, jede
geographische Bezeichnung wurde geändert - gelegentlich
mit ziemlich lächerlichen Resultaten. Jegliche deutsche
Tradition wurde unterdrückt, nichts sollte mehr an eine
nicht-italienische Vergangenheit erinnern. Es war eine
harte Erniedrigung, die die "Deutschen" von
Südtirol nie vergessen haben.
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Fino al 1919 l'Alto
Adige era una parte dell'Austria. Dopo la Prima Guerra Mondiale, l'Italia, che
era uscita dalla guerra dalla parte dei vincitori, doveva essere accontentata e
ricevette questa parte dell'Austria che invece aveva perso la guerra. Ma il vero
dramma incominciò quando, dopo il 1922, arrivò Mussolini. L'Alto Adige fu
"italianizzato" con la forza. L'Italia cacciò non solo tutti i
tedeschi dai posti strategici dell'amministrazione e dalla vita pubblica,
persino la natura doveva diventare italiana: il nome di ogni bosco, ogni
ruscello, di ogni montagna e paese, tutti i nomi geografici furono cambiati -
con risultati delle volte anche ridicoli. Qualsiasi tradizione tedesca fu
soppressa, niente doveva più ricordare un passato non-italiano. Fu una
durissima umiliazione che i "tedeschi" dell'Alto-Adige non hanno mai
dimenticato.
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Warum lieben die italienischen
Südtiroler die Deutschen nicht? |
Perché gli alto-atesini italiani
non amano i tedeschi? |
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All das gehört nunmehr der Vergangenheit
an. Heute ist die Region Trentino-Südtirol eine Region
mit Sonderstatus, der eine weitgehende Autonomie und
Finanzmittel garantiert, die weit über denen der anderen
Regionen liegen. Die Provinz Bozen ist
"zweisprachig", jeder der für die Gemeinde,
für die Provinz oder für die Region arbeiten will, muss
Deutsch und Italienisch können. Nach der "Zeit der
Bomben" in den 50er und 60er Jahren, in der die
Extremisten auf deutscher Seite Italien zum Rückzug aus
der Region zwingen wollten, ist wieder Frieden
eingekehrt, auch aufgrund weitgehender finanzieller und politischer Zugeständnisse
des italienischen Staates an die Provinz Bozen. Aber trotz all dem haben Deutsche
und Italiener immer noch Schwierigkeiten mit dem Zusammenleben. Heute sind es
oft die
Italiener, die sich beschweren, heute sind sie es, die
sich in gewisser Weise benachteiligt fühlen. Die "Deutschen" verhalten sich
manchmal
mit einer gewissen Überheblichkeit, die wie eine Mischung aus Rache für
das in der Vergangenheit erlittene Unrecht und einem
Gefühl der Überlegenheit erscheint, die in den
Italienern und in Italien nur die Eigenschaften erkennt,
die man in den banalsten Allgemeinplätzen wieder findet:
die Italiener sind ineffizient, faul und unzuverlässig.
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Ormai tutto questo
appartiene al passato. Oggi, il Trentino Alto-Adige è una regione con uno
statuto speciale che garantisce una vasta autonomia e mezzi finanziari parecchio al di sopra rispetto alle altre regioni
d'Italia. La provincia di Bolzano è "bilingue", chiunque voglia
lavorare per il comune, per la provincia o la regione deve sapere sia il tedesco
che l'italiano. Dopo la "stagione delle bombe" negli anni 50 e 60 in
cui gli "oltranzisti" tedeschi volevano costringere l'Italia al ritiro
dalla regione è tornata la pace, anche a causa di grosse concessioni
economiche e politiche che lo stato italiano ha
fatto alla provincia di Bolzano. Ma nonostante ciò tedeschi e
italiani hanno ancora difficoltà con la convivenza. Oggi sono spesso gli italiani a lamentarsi,
oggi sono loro a sentirsi in un certo modo svantagggiati. I
tedeschi si comportano delle volte con una certa arroganza che sembra un misto
tra vendetta per i torti subiti nel passato e un sentimento di superiorità che
vede negli italiani e nell'Italia solo le caratteristiche dei più banali luoghi
comuni: gli italiani sono inefficienti, pigri e inaffidabili.
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Deutsche und italienische Touristen |
Turisti tedeschi e italiani |
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Die deutschen Touristen werden von all
dem kaum etwas mitbekommen. Aber auch viele italienische
Touristen fahren gern dorthin und werden gut behandelt,
schließlich bringen sie viel Geld und Südtirol lebt heute zum großen
teil vom Tourismus. Aber schon einige Male habe ich
feine Unterschiede beobachtet: Die Deutschen und Österreicher werden mit
wirklicher Herzlichkeit empfangen, die Italiener mit
einer "professionellen Freundlichkeit". Es sind die Leute, die dort leben, die
die unangenehmen Aspekte der "ethnischen
Problematik" stärker erfahren. Die Touristen
dagegen, Deutsche oder Italiener, kommen und gehen.
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I
turisti tedeschi difficilmente si
accorgeranno di questi problemi. Ma anche molti turisti italiani ci
vanno volentieri e vengono trattati bene, infine portano
parecchi soldi e l'Alto Adige vive per lo più dal turismo. Ma
più di una volta ho notato una sottile differenza. Tedeschi e austriaci vengono ricevuti con vera cordialità, gli
italiani con una "gentilezza professionale". Sono le persone che vivono lì che sentono più
fortemente il disagio del "problema etnico". I turisti invece, tedeschi o italiani che sia,
vengono e vanno.
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Ein Problem ohne
Lösung? |
Un problema senza soluzione? |
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Viele sehen in Südtirol eine Art von
glücklicher Insel, ein "Teil von Deutschland (oder von Österreich) in
Italien". Die Straßen
sind sauberer, die Verwaltung funktioniert besser, man fühlt sich dort fast wie in Deutschland oder in Österreich.
Aber da ist immer jenes ungelöste Problem des
Zusammenlebens zwischen dem
deutschen und dem italienischen Bevölkerungsteil. Es gibt zwei weit
verbreitete Einstellungen, die die
Situation sicher nicht verbessern: auf der einen Seite
die Deutschen (oder doch wenigsten ein Teil von ihnen),
die sich konsequent weigern, die Italiener als
gleichwertige Mitbürger zu betrachten und auf der anderen
Seite die Italiener (oder doch wenigsten ein Teil von
ihnen), die sich in ihrem Stolz verletzt fühlen und die
als einziges Argument haben: "wir sind in Italien,
und ihr müsst das zur Kenntnis nehmen". Diejenigen,
die einen dritten Weg suchen,
haben leider Mühe, ihre Stimme zur Geltung zu bringen. Aber es
gibt meiner Meinung nach keine Alternative zu diesem Weg
"zwischen den Ethnien". Sowohl die Arroganz auf
der einen, als auch der verletzte Stolz auf der anderen
lösen die Probleme dieser wunderschönen (halb-deutschen) Region Italiens sicher
nicht!
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Molti vedono nell'Alto Adige una specie
di isola felice, un "pezzo della Germania (o dell'Austria) in
Italia". Le strade sono più pulite, l'amministrazione funziona
meglio, insomma ci si sente quasi come in Germania o
in Austria. Ma c'è sempre quel problema irrisolto della
convivenza tra la parte tedesca e
quella italiana della popolazione. Ci sono
due atteggiamenti molto diffusi che certamente non migliorano la
situazione: da una parte i tedeschi (o almeno una parte
di loro) che si ostinano a non voler riconoscere gli
italiani come cittadini dello stesso livello e dall'altra
parte gli italiani (o almeno una parte di loro) che si
sentono offesi nel loro orgoglio e che hanno come unico
argomento: "siamo in Italia, rispettate questo fatto e basta!". Quelli che cercano una
terza via purtroppo fanno fatica a farsi
sentire. Ma, secondo me, non c'è alternativa a questa
strada "tra le etnie". Sia l'arroganza da una
parte, sia l'orgoglio ferito dall'altra non risolveranno
certo i problemi di questa - bellissima - regione (semi-tedesca)
dell'Italia! |
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Siehe auch: |
Über
die "geographische Zweisprachigkeit" Südtirols
Alle Ortschaften Südtirols haben
einen deutschen und einen italienischen Namen.
Hier eine komplette Liste und einige Informationen
über die Ursprünge dieser "geographischen
Zweisprachigkeit". |
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|
Alle
Seiten über Südtirol
und das Trentino
Herrliche Alpenregion zwischen deutscher und italienischer Kultur. [Kapitel]
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|
Alle
zweisprachigen
Seiten
Zweisprachige Texte (rechts italienisch,
links deutsch) sind ein hervorragendes Mittel zum Sprachvergleich
und um die Italienischkenntnisse zu verbessern.
[Kapitel] |
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|
Alle Seiten über die Geschichte Italiens
Von Garibaldi und Mussolini bis Andreotti und Berlusconi. [Kapitel] |
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Übersetzungen: |
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Inhaltsverzeichnisse (über 650 Seiten): |
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Italien
- Städte und Regionen
Italiener,
italienische Gesellschaft, Sprache und Kultur
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