|
Alle Regionen
von Italien Norditalien: Mittelitalien: Süditalien: Kleinstaaten Siehe auch: Reiseführer
Zeitschriften
|
Ein Tag in Venedig ist kaum genug, um auch nur eine Ahnung davon zu bekommen, was man alles sehen könnte, wenn man mehr Zeit hätte. Aber er reicht, um eine alte Liebe zu erneuern - oder um eine neue zu entfachen. Ein Bericht von Ulrich Hondelmann.
![]() Alle Fotos auf dieser Seite: Ulrich Hondelmann Die Anreise:
Von unserem Kurzurlaubsquartier Winnebach im Südtiroler Teil
der Dolomiten fuhren wir (Anke, 6, Tim, 9 und der Papa) mit
dem Auto via Toblach, Cortina d'Ampezzo und Treviso nach
Venedig. In Zweidreiviertel Stunden problemlos machbar, die
LKWs durch die engen Alpentäler bis zur Autobahn sind
allerdings arg lästig.
Wenn Sie das auch mal machen wollen, sollten Sie allerdings vorher eine Lebensversicherung abschließen: einige Einheimische hatten es so eilig, dass in den engen Tälern ohne Sicht vor Kurven, aber mindestens mit Schallgeschwindigkeit, ganze Kolonnen überholt werden mussten. Auch sehr beliebt: wenn der Gegenverkehr bergauf zwei Spuren hat, die dann auch benutzt werden, kann man doch locker trotzdem bergab überholen. Es hat aber immer gerade noch gepasst - wer bremst verliert... Irgendwie fahren "die Italiener" trotzdem genial – Unfälle scheinen die diesem Stil nicht gewachsenen Touristen zu verursachen. Trotzdem nicht wirklich zur Nachahmung empfohlen. ![]() Ein Vaporetto - das wichtigste öffentliche Verkehrsmittel in Venedig Venedig ist teuer!
Auf
den Internetseiten (wofür macht man sie!) vorher schlau
gemacht, beschlossen wir nun, das Parkhaus Tronchetto
anzulaufen, da uns dasjenige auf der Piazzale Roma mit
36.000 Lire* für einen Tag zu teuer erschien. Nun ja,
Tronchetto ist wirklich billiger, lediglich 33.000 Lire pro
Tag! Stundenweise abrechnen ist nicht.
Da wir nun viel Geld gespart hatten, konnten wir dies in eine Tageskarte für die öffentlichen Verkehrsmittel investieren. Es kostet für die Familie ja auch nur 45.000 Lire, fast geschenkt. Eine Woche nach der Heimkehr meldete dann die Süddeutsche Zeitung, dass Venedig nun mit der VeniceCard ein verbilligtes System für öffentliche Verkehrsmittel und Museen eingeführt hat, dass man übers Internet buchen kann. Das werden wir irgendwann mal ausprobieren. * Anmerkung des Webmasters: Heute (2011) sind die Euro-Preise noch deutlich höher! Zun Glück kein Hochwasser...
Immerhin haben wir im Internet
auch noch rausbekommen, dass nicht mit Hochwasser gerechnet werden muss. Die
Stege waren dann zwar da, aber auch überall schön zur Seite geräumt.
Aber nun ging es los, mit dem Vaporetto (eine Art Bus zu Wasser) der Linie 82 zum Markusplatz. Die Kinder wollten natürlich außen herum um die Stadt fahren, um die großen Schiffe im Hafen zu sehen. Einige wenige waren sogar da und aus dem Vaporetto erscheinen sie beeindruckend groß, auch aus Entfernung. Zum Glück ging etwas Wind, so dass die lieben Kleinen auch etwas Wellengang geboten bekamen. Seefest waren sie immerhin – Fischefüttern war nicht angesagt. Leider konnte aber auch dieser Wind den Nebel nicht vertreiben. Er hielt uns aber wenigstens die Stadt von den ganz großen Menschenmassen frei, das letzte Mal war es hier deutlich voller, nun gut, im Sommer.
Und dann, wow, es ist immer wieder beeindruckend, aus Richtung Giudecca/San Giorgio Maggiore mit dem Boot auf den Dogenpalast/Markusplatz zuzufahren, Dunst hin, Nebel her. Man sollte sich Venedig stets zu Wasser nähern! ![]() Die Kirche San Marco neben dem Dogenpalast Ein Tag auf dem Wasser
An den
ganzen vor dem Dogenpalast geparkten Gondeln vorbei ging es nun zu Fuß zum
Markusplatz. Kinder und Kultur? OK, wir sind dann doch lieber Tauben jagen
gegangen – und davon sind nun wirklich genug vorhanden. Aber Erzählungen
über die Seufzerbrücke und die Bleikammern wurden dennoch gerne gehört und
ebenso die Livemusik vor dem Cafe Quadri.
Der Uhrenturm war immer noch eingerüstet, wie schon zwei Jahre zuvor. Das allerdings mit Stil, die Verkleidung zeigt den nach der Renovierung zu erwartenden Anblick des Bauwerks. Nun fuhren wir mit der 1 ab San Marco zur Piazzale Roma. Bedingung war ein Vaporetto mit offenem Vordeck – die Kinder wollten unbedingt vorne und im Freien sitzen. Das gelang uns gut – so gut, dass es mit der Zeit etwas kühl wurde. Also auf dem Rückweg beim Ca' Rezzonico ausgestiegen und mit dem Traghetto für 1000 Lire die Person (Anke nur 500 – der Gondoliere: "una mezza persona", ist das die deutsche "halbe Portion"?) übersetzen lassen. Wir hatten die kleine Gondel für uns und konnten so schön gemütlich im Sitzen den Canal Grande überqueren. Die nächste "Bus"-Haltestelle war nicht weit, aber mit ein paar Umwegen war uns wieder warm.
Gerne hätte ich auch den Fortschritt beim Wiederaufbau von La Fenice, dem berühmten Opernhaus gesehen, aber wir waren ja zum Bootfahren hier. Es gibt ja nun auch andere "Buslinien" als die 1 und 82. Leider erlaubten diese nicht, vorne draußen zu sitzen und so schieden sie auf dringenden Wunsch der Kinder aus. Schade, einige Abstecher in die Reviere abseits des Canal Grande wären auch interessant gewesen. Das nächste Mal fahren wir aber auch durchs Arsenal und bei schönem Wetter mal an den Lido. Man kann nicht alles an einem Tag haben...
Wenn man die typische Sirene eines italienischen Krankenwagens hört, sollte man hoffen, nicht gerade mit einer Gondel oder Traghetto unterwegs zu sein: "Sankas" sind die einzigen, die wirklich schnell fahren - und dabei ordentlich Wellen machen. Interessant fanden wir auch die verschiedenen Fahrstile der "Busfahrer" in den Vaporetti. Der eine war mal so abgelenkt, dass er glatt den Haltestellenponton rammte, anstatt ihn so wie sonst, beim Anlegen nur zu streifen. Standard sind aber immerhin mehr oder weniger raue Anlegemanöver, peinlich besonders, wenn der Gehilfe das Tau nicht rechtzeitig festmachen kann und so das Vaporetto vor vollem Publikum noch mal zurücksetzen muss. Die ganzen Anlagen inklusive Schiff sind nicht ohne Grund ziemlich rustikal gebaut. Für kleine und große Kinder ein durchaus zu empfehlender Zeitvertreib, so ein Tag auf dem Wasser.
Arrivederci Venezia!
Nach dem, wie wir später hörten, permanenten, Stau auf der Autobahn A4 ging
es den gleichen Weg zurück. Diesmal war weniger Verkehr, im Dunklen kann man
besser abschätzen, ob Gegenverkehr kommt – die Strecke Tronchetto –
Winnebach lässt sich auch in zwei Stunden 20 Minuten fahren. Jedenfalls,
solange die Polizei so entgegenkommend ist, nicht zu blitzen. Irgendwie
färbt der Fahrstil in Italien jedes mal auf mich ab...
Ulrich Hondelmann Andere Texte von Ulrich Hondelmann in www.reise-nach-italien.de: Die Seiten der Mitarbeiter Die Homepage von Ulrich Hondelmann: www.italianita.de Unterkünfte in Venedig: Ferienwohnungen in Venedig und UmgebungMit Fotos und ausführlichen Beschreibungen. Reservierung online. Siehe auch: Alle
Seiten über VenedigDie Lagunenstadt Venedig ist in ihrer Schönheit einzigartig in der Welt. Hier alle Seiten, um sie nicht nur an der Oberfläche kennen und lieben zu lernen. [Kapitel] Alle
Seiten ber die Region VenetienVon den Dolomiten über Verona und Venedig bis hin zu den Sommenschirmen der Adria. [Kapitel] Kostenloser Newsletter:Inhaltsverzeichnisse (über 650 Seiten): |
Hotel-
reservierungen
Hotels |
Vom gleichen Webmaster sind:
www.viaggio-in-germania.de - Portale italiano sulla Germania
www.viaggio-in-austria.it - Portale italiano sull'Austria
![]()