TUIfly.com - Fliegen zum Smile-Preis

Reise nach Italien - Deutsches Italienportal

Spaziergang durch Turin

Die Augen werden bestens bedient in Turin, denn die Stadt ist eine Barock-Beauty mit vielen attraktiven Bauten und Plätzen. Ursula Wiegand führt Sie hier auf einen Spaziergang durch die Ex-Hauptstadt Italiens.

Turin in Kürze:

Turin, Piemont, Italien

Einwohner: 910.000
Hauptstadt der Region Piemont
Hauptstadt der Provinz Turin
Wirtschaft: Automobilindustrie (FIAT), Informatik, Elektronik, Filmindustrie, Banken, Versicherungen
Postleitzahlen: 10100, 10121-10156
Autokennzeichen: TO

links: die geographische Position von Turin
In der Nähe sind: Mailand (140 km), Genua (170 km), Alessandria (90 km), Aosta (120 km)

Alle touristischen Infos über Turin finden Sie hier.

Ein Spaziergang durch Turin:

Den Titel "Barock-Beauty" verdient Turin Dank der Savoyer, die die Stadt 1563 erstmalig zur Hauptstadt erhoben und in Oberitalien Jahrhunderte lang das Sagen hatten. Zahlreiche Paläste und Schlösser ließen sie sich in und um Turin errichten. Seit 1997 dürfen diese sich mit dem Welterbe-Titel der UNESCO schmücken. Fileppo Juvarra war einer der maßgeblichen Baumeister.


Ein schöne Barock-Fassade am Piazza San Carlo
Alle Fotos auf dieser Seite: Ursula Wiegand

 
Der Königspalast (Palazzo Reale)

Selbstverständlich setzt sich in Turins Zentrum der weiße Königspalast (Palazzo Reale) besonders in Szene. Direkt angrenzend erhebt sich der Dom San Giovanni Battista (Johannis d. Täufer). Diese Symbiose von Krone und Altar ist dem Gotteshaus fast zum Verhängnis geworden. Ein Brand, der 1997 im Königspalast ausbrach, fraß sich zum Dom durch und beschädigte den Hochaltar, der später auf Leinwand nachgemalt wurde (trompe d’oeil). Doch Glück im Unglück: das von gläubigen Christen verehrte Grabtuch Jesu wurde unversehrt aus der zerstörten Seitenkapelle geborgen. Nur alle paar Jahre wird es gezeigt, zuletzt vom 10.-23. Mai 2010, das nächste Mal erst in 2025.


Die Kuppel der Kirche San Lorenzo

Weit mehr als den Dom lieben die „Turinesi“ jedoch die Kirche San Lorenzo auf der Piazzetta Reale, erbaut von 1668-1680 durch Guarino Guarini. Ihre Pracht verbirgt sich hinter schlichtem Mauerwerk, nur die Kuppel fällt auf. Sie ist der Clou, sorgen doch ihre Öffnungen für wechselnde Lichteffekte. Wer drinnen genauer empor schaut, erkennt ein böses Gesicht. Nur ein Zufall? „Manche meinen, der Teufel blicke von oben herab,“ flüstert Stadtführerin Emanuela Moroni.

Heiter stimmen dagegen das elegante Treppenhaus und die verspielte Stuckdecke im Palazzo Madama. Überraschungen warten aber im Parterre. Durch dickes Glas sind die römischen Fundamente zu sehen, auf denen dieser Palast errichtet wurde. Turins Wurzeln reichen mehr als 2.000 Jahre zurück! Das beweisen auch die ausgegrabenen Reste eines Theaters und die Porta Palatina (von 25 v.Chr.). Am späten Abend erwacht dieses einstige römische Viertel (Quadrilatero Romano) zu neuem Leben. Dort treffen sich die „Turinesi“ zum Plaudern und Feiern.


Die römische Porta Palatina (25 v.Chr.)

Wer ein Glas zuviel trinkt, wird sich dennoch nicht verlaufen. Die Römer haben Turin schachbrettartig angelegt. Auch für die Besucher ist das angenehm und ebenso sind es die 18 km langen Arkaden. „Die Savoyer wollten nicht gerne nass werden,“ erklärt Emanuela. Selbst an Regentagen flanieren nun alle trockenen Fußes durch Turin, von Boutique zu Boutique, von Lädchen zu Lädchen, von Café zu Café.


Blick auf Turin

Trocken bleiben auch die Bücherstände, die unter den Bogengängen der Via Po aufgestellt werden. Dort hängen schon die Plakate, die das Großereignis von 2011 ankündigen: 150 Jahre Risorgimento, das 150jährige Bestehen des 1861 gegründeten italienischen Staates. Turin, Hauptstadt von 1861-64, wird zu diesem Jubiläum Originale von Leonardo da Vinci ausstellen.

Wie sich die jetzt rund 900.000 Einwohner zählende Stadt entwickelt hat, zeigt der Blick von der Mole Antonelliana. Das 167,5 m hohe Bauwerk mit dem spitzen Turm ist Turins Wahrzeichen. Ein gläserner Fahrstuhl - nichts für schwache Nerven - führt mitten durchs Gebäude zur Plattform empor.


Die Mole Antonelliana

Seit 2000 beherbergt der Bau ein spektakuläres Kinomuseen, wurden doch in Turin (und nicht in Rom) die ersten italienischen Filme gedreht! Der junge Marlon Brando lächelt auf Bildern, das erste in den Studios gefertigte Ungeheuer schaut grimmig. In abgeteilten Räumen, den „Kapellen“, passiert die Filmgeschichte Revue. Hinter Glas sind die ersten Nacktfotos von Marilyn Monroe und ihre Corsage zu sehen.
Stundenlang könnte man sich dort drinnen alte Filme angucken, stattdessen aber auch die Sonne für einen Ausflug zur ehemaligen königlichen Residenz Reggia di Venaria nördlich von Turin nutzen. Die präsentiert sich als Gesamtkunstwerk mit feinen Deckenmalereien, einer Licht durchfluteten Galleria und gepflegten Gartenanlagen.

Doch wo sind denn die FIAT-Fabriken? Die hat die Familie Agnelli 1899 in Lingotto errichten lassen, nicht im barocken Zentrum. Seit 1999 wird dort nicht mehr gefertigt, kein Fahrer kurvt mehr wagemutig über die Teststrecke auf dem Dach.
Für den Umbau engagierte die Familie den Stararchitekten Renzo Piano. Der verwandelte den Komplex in ein Kongresszentrum plus 5-Sterne-Hotel. Auf das Dach stellte er einen grünen, runden Glasbau für Meetings im kleinen Kreis und einen Kubus, die „Pinacoteca Giovanni e Marella Agnelli“.


Der "Meeting-Ballon" der Pinakothek (Architekt: Renzo Piano),
auf dem Dach der ehemaligen Fiat-Fabrik

Meisterwerke hat das Ehepaar gesammelt, so Dresden-Motive von Canaletto und Frauenbildnisse von Renoir, Picasso, Matisse und Modigliani. „Nur“ 25 Gemälde sind es, die sich, wie wunderbar, in aller Ruhe betrachten lassen.


Die "Nackte Liegende" von Modigliano (1917), in der Pinacoteca Giovanni e Marella Agnelli

Text und Fotos: Ursula Wiegand

Ursula Wiegand, die Autorin dieses Artikels, ist eine erfahrene Reise- und Kulturjournalistin, die für diverse Blätter arbeitet. Italien gehört zu ihren Lieblingszielen. Andere Artikel von ihr: Alle Artikel der Mitarbeiter

Die wichtigsten touristischen Infos über Turin finden Sie hier:

TurinTurin: ex-Hauptstadt Italiens
Turin ist hauptsächlich durch Fiat und den Fußballverein Juventus bekannt. Aber Turin ist sehr viel mehr: selbst anspruchsvolle Touristen kommen hier voll auf ihre Kosten.

Unterkünfte in Turin:

Hotels in TurinHotels in Turin
Hotelreservierung online. Bezahlung erst am Urlaubsort.
Ferienhäuser und Ferienwohnungen in der ToskanaFerienwohnungen in Piemont
Mit Fotos und ausführlichen Beschreibungen. Reservierung online.

Andere Seiten über Turin in www.reise-nach-italien.de:

TurinVon Schokolade zu Trüffeln: Turin kulinarisch
Ein Artikel, bei dem einem das Wasser im Mund zusammenläuft. Genießen Sie ihn!
Winterolympiade 2006Die olympischen Winterspiele 2006 in Turin
Die perfekte Organisation der Spiele und die tolle Atmosphäre haben alle Teilnehmer begeistert.

Mehr Informationen über Turin:

Wie ist das Wetter in Turin?

Stadtplan von Turin und Umgebungskarte:

Turin - Stadtplan und UmgebungskarteTurin und Umgebung
Service von Google-Maps.

Alle Seiten über die Region Piemont:

Aostatal und PiemontAostatal und Piemont
Von den Hochalpen bis nach Turin. [Kapitel]

Kostenloser Newsletter:

Inhaltsverzeichnisse (über 650 Seiten):



Diese Website gehört zu den 6.000 wichtigsten deutschen Internetadressen 2010

Vom gleichen Webmaster sind:

www.viaggio-in-germania.de - Portale italiano sulla Germania
www.viaggio-in-austria.it - Portale italiano sull'Austria

Copyright