TUIfly.com - Fliegen zum Smile-Preis

Reise nach Italien - Deutsches Italienportal

Die Trulli

Über die kuriosen Rundhäuser der Region Apulien.
Entstehung, Bauweise, Varianten, Legenden.


Die Trulli in Selva di Fasano
Alle Fotos auf dieser Seite: Wolfgang Pruscha

Wie Zipfelmützen ragen die Trulli aus den grünen Olivenhainen und Weingärten heraus, zumeist handelt es sich um schlichte Bauemhütten, die aus rohem Feldgestein geschichtet sind. Aber man sieht auch kunstvoll gemauerte Landhäuschen, wobei oftmals mehrere Trulli zu ganzen Komplexen verbunden sind.

Rund 5.000 dieser markanten Trulli-Bauten hat man im gesamten Itria-Tal in Apulien gezählt, allein 1.000 davon in Alberobello.
Dieser Text, der mit
freundlicher Erlaubnis des Michael Müller Verlags veröffentlicht wurde, stammt aus dem Reiseführer:

bei Amazon bestellen

Die Entstehungsgeschichte der Trulli:

Entstehungsgeschichtlich gehen die apulischen Trulli auf antike Vorbilder zurück, obwohl die ältesten Trulli gerade mal 300 Jahre alt sind. Ihre Form ähnelt einem altgriechischen runden Kultbau, dem Tholos. Von dieser früh-mykenischen Bauform gibt es im Mittelmeerraum zahlreiche andere und vor allem viel ältere Nachbildungen, z.B. die rätselhaften Nuraghi auf Sardinien oder vergleichbaren Kult- und Profanbauten auf Pantelleria (Insel in der Straße von Sizilien) und auf den spanischen Balearen.

Die Bauweise der Trulli:

Die Bauweiste ist im Prinzip immer die gleiche: Auf einer annähernd quadratischen Grundfläche werden rohe Feldsteine in Trockenbauweise zu dicken Grundmauern übereinandergesetzt. Die Kegelform der Dächer ergibt sich durch schräg aufeinendergeschichtete Chiancarelle (Steinplatten). Das unerschöpfliche Baumaterial liefert der steinige Boden gratis.

Trulli-Varianten:

Die Technik der reparaturanfälligen Trockenbauweise wurde von Generation zu Generation weitergegeben und immer fantasievoller umgesetzt. So wurden aus den einfachen Bauernhütten, die anfangs der Unterbringung von Vieh und der Gerätschaften dienten, bald kleine Landhäuschen, die sogar mit geräumigen Nischen, Fenstern und Zisternen ausgestattet waren. Bei größerem Platzbedarf wurden die normalerweise einräumigen Trulli einfach miteinander verbunden und zu bequemen Trulli-Konglomeraten zusammengefügt.

Die Dachspitze der Trulli (Pinnacolo)

Die Dachspitze:

Der Pinnacolo (Dachspitze) ist meistens kugel- oder sternförmig verlängert. Mauerwerk und Spitze sind schneeweiß gekalkt, während das konische Dach die charakteristische grauschwarze Natursteinfarbe behält. An den Dächern entdeckt man die vielfältigsten Verzierungen und Symbole: einerseils, um die Häuser einer Trulli-Siedlung zu individualisieren (Prinzip Hausnummer), und andererseits, um die überirdischen Kräfte zum Schutz, herbeizurufen (Prinzip Aberglaube). Initialbuchstaben, heidnische, christliche und astrologische Zeichen sind kunslvoll aufgepinselt und von weitem sichtbar.

Entstehungslegenden:

Die sicherlich netteste der zahlreichen Trulli-Entstehungslegenden berichtet von Giangirolamo II. Acquaviva, im 17. Jh. Feudalherr der Gegend. Schon damals mussten Hausbesitzer an den König eine Art Grundsteuer abführen. Um seinen Untertanen diese Abgabe zu ersparen, ließ Giangirolamo die Bevölkerung mörtellose Steinhütten bauen, die sie vor den Steuereintreibern als Steinhaufen deklarierten. So überlistete der Feudalherr den König und dessen offensichtlich blinde Beamte und trieb die Steuern dann angeblich selber ein.

Die Trulli in Alberobello

Über Alberobello, die Hauptstadt der Trulli:

AlberobelloAlberobello
Die Hauptstadt der Trullis, die seit 1996 unter dem Schutz der UNESCO steht. Manchmal touristisch ziemlich überlaufen, aber dennoch sehenswert.

Alle Seiten über Apulien:

Apulien
Vom italienischen Stiefelabsatz ist Griechenland ganz nah - und man spürt es. [Kapitel]

Kostenloser Newsletter:

Inhaltsverzeichnisse (über 650 Seiten):



Diese Website gehört zu den 6.000 wichtigsten deutschen Internetadressen 2010

Vom gleichen Webmaster sind:

www.viaggio-in-germania.de - Portale italiano sulla Germania
www.viaggio-in-austria.it - Portale italiano sull'Austria

Copyright