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Hier die offizielle
Buchvorstellung:
"Kann
eine ganz normale Ehe aus Mangel an Poesie ins Wanken geraten? Oder
gar aus den Fugen? Wohl kaum, es sei denn...
Eigentlich sollte es ein ganz normaler Urlaub werden, auf den sich
Charlotte Bach, die 37-jährige Lehrerin aus Berlin, mit ihrem Mann
und ihrem Sohn gefreut hatte. Man wollte zwei erholsame Wochen auf
einem "Agriturismo" in Umbrien verbringen. Alles war bestens
vorgeplant, nur auf eines war man nicht vorbereitet: die Begegnung
mit Massimo Settembrini, dem Besitzer des Weingutes, der
überraschend gut Deutsch spricht und gelegentlich sogar Goethe
zitiert. Langsam klären sich die Hintergründe auf - doch am Ende ist
für Charlotte nichts mehr klar.
Gehen Sie mit auf diese Reise, die von Gedichten und Liedern
begleitet wird. Besichtigen Sie Assisi, Perugia, Spello, Rom, sowie
die Etruskergräber in Tarquinia und ruhen Sie sich danach am Strand
des Tyrrhenischen Meeres aus – eine Reise in ein italienisches
Arkadien, in dem es nach Rosen und Rosmarin duftet, wo man mit
Worten, mit Gefühlen und mit dem Schicksal spielt. Und plötzlich
wird aus dem Spiel Ernst." |
Über die Autorin:

Die Autorin wurde in Wittenberge geboren, ist im
Ruhrgebiet aufgewachsen und hat in Bochum ihr Abitur gemacht. Nach
einigen Semestern Kunstgeschichte und Germanistik in Münster
studierte sie in Köln Bibliothekswissenschaften. Sie hat in
deutschen und internationalen Bibliotheken gearbeitet und lebt seit
vielen Jahren in Italien. |
Mein persönlicher Kommentar:
Mein erster Gedanke, als ich das 457 Seiten starke Buch in der Hand hielt, war:
"Da werde ich wohl einige Geduld brauchen, um mich bis zum Ende
durchzuarbeiten...". Aber schon das Inhaltsverzeichnis machte mich neugierig, da
wird es nämlich schon spannend, bevor man überhaupt anfängt zu lesen. Denn schon die
Kapitelüberschriften versprechen Lesegenuss: "Vom Träumen und Erwachen, von
einer Fahrt mit Hindernissen und Verspätungen, von hoffnungsvollen Gesprächen
über hoffnungslose Ehen", heißt es da oder "Von sterbenden Fledermäusen und
ermordeten Schafen, von unschuldigem Blut und schuldigen Tränen, von traurigen
Kindheitserinnerungen und einem lustigen Schachabend". Geschickt hält die
Autorin so über die 18 Kapitel ihrer aufregenden Italienreise hinweg die
Spannung auf den Weitergang der Handlung hoch. Wer würde nicht neugierig auf das
nächste Kapitel, wenn die Überschrift lautet: "Von belauschten Gesprächen und
aufgedeckten Geheimnissen, von einer Zeltbesichtigung im Allerheiligsten und
drei Fotos auf dem Kamin, von der himmlischen und der irdischen Liebe".
Edda Trettin erzählt uns eine spannende Geschichte und sie erzählt sie uns auf
eine so unterhaltsame, abwechslungs- und nuancenreiche Weise, dass es dem Leser
leicht fällt, sich in die Personen hineinzuversetzen, mit ihnen zu lachen, zu
leiden und zu lieben.
In der Tat, darum geht es in dem Roman vor allem: um die Liebe. Aber es geht
auch um Italien, um die Italiener und um die italienische Kultur. Und da
Charlotte, die Hauptperson der Erzählung, Lehrerin an einem Berliner Gymnasium
ist, geht es auch um Literatur, es geht um Hölderlin, um Rilke, um Erich
Kästner, es geht um
Märchen und immer wieder um Goethe. Aber die zahlreichen in den Text
einfließenden Gedichte, Geschichten und Märchen sind immer so eng mit den Personen und der Handlung
verknüpft, dass es stets den Anschein hat, als hätten sie die Autoren genau
dafür verfasst.
Überhaupt ist dieses aufregend-interessante Buch so reich an Themen, an
fesselnden Gesprächen und anregenden Gedanken über das Leben, die Liebe und
natürlich auch über das schöne Land, in dem die Geschichte angesiedelt ist, das
es mir während des Lesens manchmal wie ein schillerndes Italien-Kaleidoskop
vorkam, das über alle 457 Seiten nie einen Moment Langeweile aufkommen ließ.
Ein Zweifel ist mir am Ende jedoch geblieben: Obwohl die Autorin Edda Trettin am
Ende schreibt "Dies ist eine frei erfundene Geschichte" lässt mich die Frage
nicht los: Kann man eine solche Geschichte wirklich so einfühlsam, so spannend
und gleichzeitig unterhaltsam und mit einem solchen Reichtum an Details
erzählen, ohne sie selbst erlebt und erlitten zu haben? Aber auf eine solche
Frage hin wird sich die Autorin sicher in ein salomonisches Schweigen hüllen...
Bleibt zu hoffen, dass sie noch viel Stoff vorrätig hat für weitere ähnlich
anregend-schöne Italiengeschichten.
Mein Fazit: Ein absolut lesenwertes Buch - und für Italienfreunde ein Muss! |