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Hoffmann-Verlag
Gerlingen
Das abwechslungsreiche Pustertal erstreckt sich über eine Länge
von 70 Kilometern an Brixen vorbei nach Osten und trennt die südlich gelegenen
Dolomiten von den Ausläufern des Alpenhauptkamms. Die Rienz schlängelt sich mal
wild sprudelnd, mal seicht fließend durch die grüne Landschaft. Die Schönheit
des Tals erschließt sich dem Urlauber besonders von den Hanglagen herab, wie
etwa von der Sonnenterrasse um Pfalzen und Terenten mit seinen Erdpyramiden und
in den Seitentälern. Durchfahren wir das weiträumige Tauferer Ahrntal von
Bruneck kommend nach Norden, so gelangen wir bald nach Sand in Taufers. Oberhalb
des Ortes thront in einzigartiger Lage die majestätische Burg Taufers (13.-15.
Jahrhundert). Nach Jahrhunderte langem Verfall wurde sie aufwändig restauriert
und gilt mit ihrer prachtvollen mittelalterlichen Einrichtung heute als eine der
schönsten Burgen Tirols. Das wehrhafte Auftreten der schweren Mauern steht wie
ein Sinnbild für den Eingang ins hintere Ahrntal und damit den Übergang vom
sonnendurchfluteten Elair der Südalpen in die eisige Weit des vergletscherten
Alpenhauptkammes. Dort erhebt sich neben den Pfunderer Bergen der Hochfeiler,
mit seinen 3509 Meiern der höchste Berg des Pustertals.

Die Burg Taufers
Die Ruhe des Talbeckens wird durch die drei Reinbachfälle, einem
der schönsten Wasserfalle Südtirols, gebrochen. Die gewaltigste Kaskade stürzt
über eine senkrechte Schluchtwand 42 Meter in die Tiefe. Das angrenzende
Antholzer Tal mit seinem gleichnamigen See und dem Naturpark Riesenferner-Ahrn
bietet ungetrübte Natur und ist besonders für Skilangläufer ein begehrtes Ziel.
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Weiter südlich lädt der
Naturpark Fanes-Sennes Prags zu ausgedehnten Wanderungen ein. Seine
außergewöhnlichen Naturformationen haben die Menschen immer schon
fasziniert. Hier, im Reich der bleichen Berge, ranken sich die Sagen
vom Aufstieg und Untergang des Fanesvolkes um jeden Berg. Besondere
Plätzchen in dem 25.680 Hektar großen Schutzgebiet sind die Almen
von Sennes und Fanes, deren karge und spröde Hochflächen teilweise
wie Mondlandschaften anmuten. Oder der Pragser Wildsee, einer der
schönsten Bergseen der Dolomiten. Die lohnenswerte Umrandung um den
tiefgrünen See über zum Teil in Fels gehauene Treppen lässt sich in
einer guten Stunde bewältigen. Die Plätzwiese, eine sanft gewellte
Hochfläche inmitten steil aufragender Felsen mit einer Landschaft
von einmaliger Schönheit, wo sich eine besonders eigenwillige
Schöpfung der Natur zeigt: die Felszeichnungen, geschaffen von der
gewaltigsten aller Naturkräfte: dem Wasser. |
Dieser Text, der mit freundlicher Erlaubnis des
Hoffmann-Verlags
Gerlingen veröffentlicht wurde, stammt aus dem Buch: "Historische
Gasthäuser und Hotels in Südtirol". Gasthäuser, die alte Traditionen lebendig halten und Hotels mit
Geschichte können Ihrem Urlaub eine neue, faszinierende Dimension geben. Wenn
Sie außergewöhnliche Reiseerlebnissen suchen, wird Ihnen
dieses Buch eine große Hilfe sein:
Historische
Gasthäuser und Hotels in Südtirol |
Wer kennt sie nicht, die Drei
Zinnen, die Dreischusterspitze oder die Haunoldgruppe? Sie sind die Wahrzeichen
des dritten großen Naturparks, Sextner Dolomiten in den Gemeinden Toblach,
Innichen und Sexten. Hier, im oberen Pustertal, war die Natur besonders
großzügig. Lärchenwiesen am Eingang des Fischleintals, auf denen tausend Blumen
blühen. Eine Tierwelt, die artenreicher nicht sein könnte. Dieser Naturpark ist
eine Gegend, die nicht nur ihrer Schönheit wegen bekannt ist. Zwischen 1915 und
1917 war dieser nordöstlichste Dolomitenabschnitt heftig umkämpfter
Kriegsschauplatz. Der Soldatenfriedhof an der Nasswand und zahlreiche Stellungen
sind heute noch erhalten, auch das Freilichtmuseum am Monte Piano birgt viele
Andenken an den Dolomitenkrieg.
Nicht nur die Natur hat viel zu bieten im Pustertal. Ein Bummel lohnt sich durch
das malerische Bruneck. Das 13.500 Einwohner zählende Städtchen ist Herz und
Seele des grünen Pustertals, nicht nur dank seiner zentralen Lage. Im Jahr 1256
erstmals urkundlich erwähnt, wurde Bruneck bald zum wirtschaftlichen und
kulturellen Mittelpunkt. Am Fuße des beliebtesten Skiberges des Pustertals, dem
2.277 Meier hohen Kronplatz gelegen, hat die Stadt in den letzten Jahrzehnten
als Fremdenverkehrsort große Bedeutung erlangt. Sehenswert ist neben der
romantischen Altstadt die Burg Bruneck sowie das Volkskundemuseum im Ortsteil
Dietenheim. Kulturliebhabern dürften die Gustav-Mahler-Musikwochen in Toblach
ein Begriff sein. „Hier ist es wunderherrlich und repariert ganz sicher Leib und
Seele..." schrieb Gustav Mahler, der 1908 bis 1910 seine Sommerfrische in
Toblach verbrachte. Dort entstanden seine Neunte, die unvollendete Zehnte und
das Lied der Erde. Um die Jahrhundertwende war der Höhenluftkurort jeden Sommer
beliebter Tummelplatz für den europäischen Hochadel. Wer der schwülen
Sommerhitze entfliehen möchte, der ist in Toblach gut aufgehoben. Durch das
kontinentale Klima sind die Temperaturen im Sommer angenehm moderat, im Winter
werden hier dafür meist die tiefsten Werte des ganzen Landes gemessen.

Das Pustertal und das Gadertal sind wahre Wintersportparadiese
Kunst- und historieninteressierte Urlauber werden sich sicherlich
an den zahlreichen Burgen und Schlössern erfreuen, wie etwa den bereits
erwähnten Burgen Täufers und Bruneck, dem Schloss Ehrenburg in Kiens, oder der
Burg Rodenegg bei Mühlbach, wo der älteste profane Freskenzyklus romanischer
Wandmalerei zu sehen ist. |