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Home > Städte & Landschaften > Toskana > Pitigliano
Auf dieser Seite stellt Ihnen Peter Petri die kleine südtoskanische Stadt Pitigliano vor, die er gut kennt: da hat er nämlich ein Haus gekauft, wo er alljährlich seine Ferien verbringt.

Geschichte der Stadt:

Die Stadt liegt in 313 m Höhe auf einem steilen Tuff-Felsen. Die ganze Gegend um Pitigliano bis weit hinter Rom ist durch Tuff geprägt, den Vulkane hier vor Urzeiten ausgespuckt haben. Das typische Toskanabild, kleine Gehöfte auf sanften Hügeln, findet sich hier selten. Die Südtoskana ist wild und vielgestaltig, wie auch das angrenzende Latium, die Gegend um Rom. Kleine Flüsse haben steile Canons in die Landschaft geschnitten, und es gibt viel Wald. Nicht weit ist der Lago di Bolsena, ein gewaltiger Kratersee, der größte italienische See südlich der Alpenseen. Schon von Siena aus kann man den Monte Amiata sehen, einen 1738 Meter hohen isolierten Vulkan, im Winter ein beliebtes Schigebiet. Am Meer dagegen dehnen sich die Maremmen aus, flache Landstriche, die bis in die dreißiger Jahre unseres Jahrhunderts noch berüchtigt für die Malaria waren. Dort waren auch die Schlupfwinkel berühmter Banditen wie Domenico Tiburzi, die in bitteramen Zeiten auf ihre Art versuchten zu überleben. Heute sind in der Maremma unterhalb von Pitigliano schöne, kaum verbaute Badestrände.

Diese Landschaft war eine der wichtigsten Zentren der Etrusker. Rund um Pitigliano gibt es noch Unmengen von Gräbern aus dieser Zeit, tief in den Tuff geschnittene Höhlen, die vielfach heute noch als Keller oder Ställe genutzt werden. Später wurde Pitigliano dann römisch, aber aus dieser Zeit ist über der Erde nur noch wenig zu sehen. Unter den Häusern der Stadt werden aber heute noch Kellerräume mit vielen kleinen Nischen benutzt, in denen vor 2000 Jahren die Totenurnen standen.

Im Mittelalter, seit dem 9. Jahrhundert, beherrschten dann die (langobardischen) Aldobrandesci das Land um Pitigliano, ab1312 die Orsini und ab 1604 die Medici.

Interessant ist die jüdische Geschichte von Pitigliano. Lange Zeit hatte es eine außergewöhnlich starke jüdische Gemeinde, die das Kulturleben der Stadt mitgeprägt hat.

Um dieses hübsche Städtchen besser kennen zu lernen:
Pitigliano: Fotogalerie

Sehenswertes in Pitigliano:

Die Orsini-Burg - Am Eingang der Altstadt steht die Burg. Daneben ragt der imposante mittelalterliche Aquädukt auf, der die Stadt mit Wasser versorgte.

Museen - In der Orsini-Burg ist ein archäologisches Museum. Außerdem ist eine Sammlung sakraler Gegenstände zu besichtigen.

Piazza - Auf der Piazza sind 2 Bars: Die Bar Centrale und die Bar Italia. Im Mittelalter war das Niveau der Piazza stellenweise 6 Meter tiefer als heute, es wurde aufgeschüttet, und man kann sich heute kaum vorstellen, dass sich im Keller der Bar Italia eine Kapelle mit alten Fresken befindet (leider weder gepflegt noch zugänglich).

Museum der "Giubbonaia" - Links vom Rathaus ist der Eingang zu einem interessanten Museum mit alten Geräten aus dem Alltagsleben, vorwiegend aus Küche, Landwirtschaft und Weinbau. Haben Sie schon einmal eine kardanisch aufgehängte Krankentrage für Gegenden mit steilen Wegen gesehen? Hier gibt es sie. Und von hier startet auch eine unterirdische Wanderung zwischen den Fundamenten der Burg hindurch, durch lange Tuffsteingänge (im Fremdenverkehrsbüro an der Piazza fragen).

Kirche - An der Piazza San Gregorio der Dom aus dem 15.Jhdt. mit historistischen Gemälden von Pietro Aldo. Die älteste Kirche von Pitigliano (1274 erwähnt) ist San Rocco, fast am Ende der Altstadt. Sie hat einen ungewöhnlichen trapezförmigen Grundriss und elegante, schlanke Travertin-Säulen.

Etrusker-Mauer - Am Ortsende steigt man über eine Treppe zur Porta di Sovana, dem mittelalterlichen Stadttor. Direkt davor sind Reste der etruskischen Stadtmauer zu sehen.

Synagoge - Unterhalb des Doms, im ehemaligen Ghetto (Eingang von der Via Zuccarelli) ist die kürzlich renovierte Synagoge und der Forno delle Azzime (der Koscher-Ofen) zu besichtigen, Zeugen der einst blühenden jüdischen Kultur von Pitigliano.

Orsini-Park - Am Ortsende Richtung Sorano, hinter der Brücke, geht es in den Park (Ende 16. Jhdt.), in dem am Nordhang in den Felsen gehauene Steinsitze und Figuren zu sehen sind.

Etrusker-Straßen - In der ganzen Gegend findet man häufig steile Wege, oft mit mehr als zehn Meter hohen Wänden, die von den Etruskern in den Tuff-Felsen gegraben wurden. Sie winden sich von der Höhe zum Tal. Auch direkt außerhalb von Pitigliano sind einige: hinter der Porta di Sovana, rechts und links hinter der Meleta- wie auch der Lentebrücke und vom Tal hoch zur Kirche Madonna delle Grazie.

Text und Fotos:
Peter Petri


Die Homepage von Peter Petri:
www.peterpetri.de

Siehe auch:

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