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Italienische Geschichte
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Am 17. März 1861 wurde in Turin offiziell das "Königreich von Italien"
ausgerufen; nach vielen Jahren von Krieg und Bürgerkrieg, Verschwörungen und
Aufständen war der von vielen herbeigesehnte italienische Einheitsstaat
endlich Realität geworden. Wie ist es dazu gekommen?
Die Etappen der Einigung Italiens![]()
Die politische Landkarte Italiens um 1850:
Im Jahr 1850 sah die
politische Landkarte Italiens (siehe oben) ungefähr so aus:
orange: das Königtum Sardinien/Piemont, der einzige Teil Italiens, der wirklich unabhängig war blau: unter österreichischer Herrschaft grün: die Herzogtümer Toskana, Modena und Parma, offiziell eigenständig, aber stark abhängig von Österreich rot: der Kirchenstaat, unterstüzt und militärisch abhängig von Frankreich gelb: das "Königreich der zwei Sizilien" unter der Herrschaft eines Borbonenkönigs Außer dem Königtum Sardinien/Piemont und natürlich der 1850 schon in ganz Italien verbreiteten Nationalbewegung, die hauptsächlich aus Bürgern, Handwerkern und Intellektuellen bestand, waren alle anderen wichtigen politischen Akteure in Italien gegen die Einheit des Landes. Das gleiche galt für die ausländischen Mächte, die Interessen in Italien hatten. Wenn diese, wie z.B. Frankreich, die Nationalbewegung in bestimmten Momenten unterstützten, dann nur aus taktischen, machtpolitischen Überlegungen heraus. Was war das "Risorgimento"?
Die Bewegung für Freiheit und nationale Unabhängigkeit, die heute
"Risorgimento" genannt wird, war um 1815 entstanden, einer der wichtigsten
Protagonisten war von Anfang an Giuseppe Mazzini, der ein
einiges, republikanisches und demokratisches Italien wollte. Seine 1830
gegründete Bewegung "Giovine Italia" (Junges Italien), die in den
revolutionären Aufständen des Jahres 1848 zur "Associazione Nazionale
Italiana" wurde, hatte einen enormen Einfluss vor allem auf die
Intellektuellen Italiens, die sich schnell für die Idee der Einheit
begeisterten. Mazzini und seine Anhänger stellten den radikalsten Flügel des
"Risorgimento" dar, für sie war das Volk der wichtigste Protagonist der
ersehnten italienischen Einheit.Sie wollten in Italien weder Papst noch König,
die soziale Frage war für sie sehr wichtig.
Zwischen diesen beiden Polen des "Risorgimento", personifiziert durch Mazzini und Cavour, gab es ständig Spannungen und Konflikte, die sogar bis zu militärischen Auseinandersetzungen führten. Zur Einheit Italiens waren jedoch beide notwendig, obwohl die Taktik Cavours letztendlich die Oberhand behielt. Italien 1860
Ein erster, wenn auch nur halber Erfolg der Politik Cavours war der
Krieg (1859) gegen Österreich, bei dem er Frankreich als Alliierten hatte.
Frankreich war an einer Schwächung Österreichs in Italien interessiert,
allerdings sollte dabei Piemont nicht zu stark werden. Deshalb schloss
Napoleon III. nach einigen militärischen Erfolgen überraschend einen
Friedensvertrag mit Österreich und Cavour, der sich viel mehr von diesem
Krieg erhofft hatte und empört über diesen unerwarteten Schachzug
Frankreichs war, musste sich mit dem Gewinn der Lombardei und der
toskanischen Herzogtümer zufrieden geben, dafür musste Piemont allerdings
einige Gebiete im Westen (Nizza und Savoyen) an Frankreich abtreten.
Die neue politische Situation Italiens ist oben auf der Karte Italien 1860 dargestellt. Der Feldzug von Giuseppe Garibaldi 1860
Die bekannteste Persönlichkeit des "Risorgimento" war allerdings
Giuseppe
Garibaldi, der schon sehr jung von den Ideen Mazzinis begeistert war.
Garibaldi war Republikaner und sah deshalb die Expansionspolitik des
Königtums Sardinien/Piemont mit gemischten Gefühlen, entschloss sich aber aus pragmatischen Gründen zu dessen Unterstützung.
Eine Biografie von Giuseppe Garibaldi lesen Sie hier.
Die politische Situation Italiens nach dem Feldzug Garibaldis ist oben auf der Karte Italien 1861 dargestellt. 1861: Italien ist vereint - fast!
Nach der Ausrufung des "Königreichs von Italien"
wurde zunächst Turin, die ex-Hauptstadt des Königtums Piemont/Sardinien, die
Hauptstadt Italiens - Rom war die Hauptstadt des immer noch existierenden
Kirchenstaats. Das war selbstverständlich vielen ein Dorn im Auge, ebenso
die Tatsache dass Nordostitalien (die zwei heutigen Regionen Venetien und
Friaul Julisch-Venetien) immer noch von Österreich besetzt war.
Die Gelegenheit zur Angliederung Nordostitaliens bot sich 1866, als sich das junge Königreich Italiens dem Krieg Preußens gegen Österreich anschloss. Die vernichtende Niederlage Österreichs gegen Preußen brachte Italien den erhofften Zugewinn. Auch die Eroberung des Kirchenstaats war zu einem Großteil den militärischen Erfolgen Preußen zu verdanken: Die militärische Hauptstütze des Kirchenstaats war Frankreich, das dem Papst schon häufiger aus der Patsche geholfen hatte. Der Sieg Preußens im Krieg gegen Frankreich (1870) ermutigte die Italiener zu einem erneuten Angriff auf Rom, das schließlich im September 1870 erobert wurde: Rom wurde endlich die Hauptstadt des Königreichs Italiens.
Das "komplette" Italien ist oben auf der Karte Italien 1871 dargestellt. Nach 150 Jahren Einheit: Italien ist vereint - fast...Ein großes Problem war damit gelöst - 100
neue Probleme waren entstanden. Dass viele der Probleme, die schon damals,
bei der Gründung Italiens, unübersehbar waren, auch heute noch, nach 150
Jahren, auf eine Lösung warten, ist klar erkennbar. Aber das ist ein anderes
Kapitel...
Mehr über die vielen ungelösten Fragen der italienischen Innenpolitik heute lesen Sie in diesem Kapitel: Italienische Politik und Gesellschaft. Bücher über Garibaldi und die Einigung Italiens:![]() Garibaldi: Die Geschichte eines Abenteurers, der Italien zur Einheit verhalf von Friederike Hausmann 208 Seiten, Verlag: Wagenbach bei Amazon bestellen ![]() Geschichte Italiens. Vom Risorgimento bis heute von Gerhard Feldbauer 400 Seiten, Verlag: Papyrossa bei Amazon bestellen Die Biographie von Garibaldi:Alle Seiten über die Geschichte Italiens:Kostenloser Newsletter:Inhaltsverzeichnisse (über 650 Seiten): |
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