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Emilia Romagna
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Portico di Romagna, Cesena und Tredozio sind gute Ausgangspunkte, um die Emilia-Romagna zu entdecken. Lesen Sie hier, was Ursula Wiegand dort
erlebt hat.
![]() Blick auf Santa Maria del Monte (Cesena) Alle Fotos auf dieser Seite: Ursula Wiegand Auf Trüffelsuche in der Emilia Romagna
Aufgeregt hopsen Lilli und Rex hin und her, sofort wollen sie in den Wald.
Es sind die Hunde von Matteo Cameli, und der ist ein „Tartufaio“, ein
Trüffelsucher aus dem Dorf Portico di Romagna. Er hat eine
Prüfung abgelegt und besitzt eine Lizenz für fünf Jahre. Ohne die darf
niemand die kostbaren Pilze ausbuddeln.
Früher nahm man Trüffelschweine, doch die fraßen die Pilze oft selbst auf. „Auch Lilly ist ein Feinschmecker,“ erklärt Matteo den Besuchern, die mit ihm durch den Herbstwald streifen. Tatsächlich, schon bald wird sie fündig, und jetzt muss Matteo schnell sein. Geschwind nimmt er Lilli den Trüffel weg und steckt ihr einige Salamihäppchen zu. „Trüffel gedeihen in der Symbiose mit Eichen, Pappeln und Trauerweiden. Die Hunde merken sich die Stellen, wo sie wachsen,“ weiß Matteo. Manche haben eine glatte Haut, andere erinnern an Brombeeren. Solange der Boden nicht gefriert, ist „Trüffel-Time“, normalerweise bis in den Januar. Wandern im Nationalpark "Foreste Casentinis"Im Herbst ist es in der Emilia Romagna noch recht mild, und die Bewohner
werkeln in ihren Gärtchen. Die liegen gegenüber vom mittelalterlichen
Dorfkern Borgo mit den vier Wachtürmen und der Kirche. Unterhalb der alten
Ziegelmauern fließt der Montone. In ihm wird im Sommer gebadet, direkt an
der Maestà-Steinbrücke aus dem 13. Jahrhundert.
Jetzt aber ist Wandern im angrenzenden Nationalpark „Foreste Casentinis“ angesagt. Monte Gemelli 3.30 Std., kündet ein Wegweiser. Selbst ältere Urlauber schwingen munter die Teleskopstöcke. Jüngere Leute nehmen gerne ein Mountainbike. „Schon das dritte Mal sind wir in Portico. Wir lieben die Landschaft und dieses friedliche Dorf. Und wir lernen hier Italienisch,“ erzählt ein deutsches Ehepaar. Auch Holländer, Dänen, Franzosen und Österreicher machen dort Sprach- und Genussferien. Sprach- und Genussferien in Portico di RomagnaMonica Saccomandi verpasst uns Neulingen gleich einen Schnupperkurs. „Chi
sei tu?“ (Wer bist du?) schreibt sie an die Tafel. „Io sono Ursula,“ lerne
ich. „Lui chi é?´´(wer ist der?), fragt sie auf einen Herrn zeigend. „Lui é
Reinhart,“ lautet die Antwort. „Ursula, di dove sei tu?“(woher bist du?).
„Io sono di Berlino,“ sage ich lachend.
Matteo, auch Direktor der Sprachschule, hat derweil die Trüffel ins Familienhotel „Al Vecchio Convento“ gebracht. Dort schwingen sein Vater Gianni und der Bruder Massimiliano die Kochlöffel, während Mama Marisa die Urlauber umsorgt. Gianni und Marisa haben das Kloster 1981 erworben, darin ein Restaurant eröffnet und es wenige Jahre später zu einem gemütlichen Hotel umgebaut. Fasten ist hier kein Thema, das beweist schon das üppige Frühstück. Und gleich nach der Trüffel-Tour zaubert die Küchenmannschaft Besonderes aus dieser Beute.
Bis auf die Trüffel sind das alles gängige Gerichte, doch sie geraten in der Emilia Romagna zum Genuss. Das „gewusst wie“ lässt sich lernen. Nicht nur bei Massimiliano, sondern auch beim Starkoch Pierluigi Gentilini im nahen Tredozio, einem 1.400 Einwohner-Dorf 36 km südwestlich von Forli. Tredozios Vorzeigebau ist der Palazzo Fantini von 1753, einst das Herz eines Gutes. Von außen wirkt er schlicht, doch der dazugehörige Landschaftsgarten wird von Experten immer wieder und zu Recht gepriesen. Pierluigi Gentilini gibt die Kochkurse mal in Tredozio in seinem „Il Mulino di San Michele”, mal oberhalb des Ortes auf dem Landsitz La Collina der Gräfin Vespignani Boselli. Wir wohnen gegenüber in ihrer leuchtend roten Villa La Collinaccia, auf 600 m Höhe und mit herrlichem Blick auf die bewaldeten Hügel des „Foreste Casentinis“. Nur der Swimming-Pool ist eine neue, angenehme Zutat.
Auch die Kultur kommt nicht zu kurzIn dieser klimatisch gesegneten Landschaft werden auch Herz und Hirn
glücklich, nicht selten in kleineren Orten und Städten abseits der
Touristenströme. So in Cesena, der 3-Päpste-Stadt östlich von Portico. Pius
VI, Pius VII und Pius VIII wurden dort geboren.
Aus dieser Blütezeit stammt die Piazza del Popolo mit dem Rathaus, dem Masini-Brunnen und farbenfrohen Häuserzeilen. An den Platz grenzt die Festung Malatestiana, kurz Rocca genannt. Dort oben wiegen sich hinter einem Torbogen Zypressen im Wind. Auf dem benachbarten Hügel leuchtet die Abtei Santa Maria del Monte im Abendlicht. Cesenas bedeutendster Schatz ist die Biblioteca Malatestiana, ein Renaissance-Juwel von 1452 und seit 2005 Weltkulturerbe. Ihr Highlight ist ein rechteckiger, Licht durchfluteter Saal mit Säulenreihen und Holzpulten. Eine Basilika zum Büffeln in Büchern.
Text: Ursula Wiegand Ursula Wiegand ist eine erfahrene Reise- und Kulturjournalistin, die für diverse Blätter arbeitet. Italien gehört zu ihren Lieblingszielen. Andere Artikel von Ursula Wiegand: Alle Seiten der Mitarbeiter Detaillierte Infos und Preise:
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